BerichteTürkei im Winter

Türkei im Winter

Mit dem Fahrrad durch die Türkei im Winter: Nachdem ich fast zwei Monate in Griechenland gereist bin, bin ich am 19.12.2021 in die Türkei eingereist. Das war so anfangs nicht geplant, aber was solls, Covid war ja auch nicht in eingeplant gewesen.

Mittlerweile ist es Winter und die Temperaturen gehen nachts auf Minusgrade runter. Auch tagsüber ist es eher kalt und wenn es regnet, ist das ne ordentliche Herausforderung. Das sollte mehr oder weniger die ganze Zeit so bleiben.

Der erste Teil des Berichts ist auch schon auf der Seite für Griechenland zu sehen. Da ein Teil ja in der Türkei gefahren wurde, übernehme ich ihn hier mal.

Insgesamt bin ich 2543 km gefahren und habe dabei ca. 22600 Meter rauf gefahren.

Heute, 19.12.2021, ging es von Nea Chili bei Alexandria in die Türkei. Die Sonne schien und ich war wirklich guter Dinge. Leider kam mit klarem Himmel auch die Kälte. Ich habe sogar Eis in den Pfützen gesehen. Und dazu kam dann auch noch Gegenwind.
Die meiste Zeit ging es einfach nur der Hauptstraße entlang. Es ging rauf und runter, was sich nach der Woche Stillstand doch schon ordentlich angefühlt hat. Die Steigungen waren zwar nicht so schlimm, aber der Gegenwind hat gegen mich gearbeitet. Der Grenzübergang ging recht schnell und unproblematisch. Es ging im Grenzbereich über einen Fluss. Da standen dann Soldaten beider Seiten mit Maschinengewehren. Das gibt auf jeden Fall den nötigen Respekt. Die türkische Seite der Grenze sah schon sehr beeindruckend aus. Die Baustruktur sieht schon etwas nach 1000 und eine Nacht aus. Das ist was ganz anderes als die recht schlichte griechische Seite.

Auch die Kilometer in der Türkei ging an der Hauptstraße entlang. Hier ist es eher eine gut ausgebaute 4-spurige Schnellstraße. Aber es gibt einen breiten Seitenstreifen. Ich wollte ab und an mal abkürzen, aber die Straßen sind immer wieder Feldwege geworden. Und aktuell sind die einfach zu nass und matschig zum Fahren. Eine andere Strecke hätte da vielleicht mehr Landstraße gebracht. Aber jetzt geht es hier weiter Richtung Osten.

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Eigentlich wollte ich direkt weiter fahren. Nachdem ich dann aber mit Frühstücken und allem so lange gebraucht habe und noch eine SIM-Karte besorgen wollte, war es dann schon etwas spät. Irgendwie war ich auch echt müde und habe mich noch mal hingelegt.
Am Nachmittag habe ich aber die Stadt erkundet und damit meine ersten richtigen Erfahrungen in der Türkei gemacht. Was ich bisher sagen kann, ist, dass die Menschen hier wirklich sehr nett sind. Mit Deutsch bin ich an der einen oder anderen Stelle auch besser zurechtgekommen als mit Englisch. Das ist aber sicherlich nicht überall so. Ich will auf jeden Fall etwas Türkisch lernen. Leider geht das nicht so einfach in meinen Kopf. Aber ich bleibe dran.

Am 21.12.21 (woaaah, ein verrücktes Datum, fällt mir jetzt erst auf) bin ich dann doch weiter. Statt der Hauptstraße nach Osten zu folgen, bin ich in den Süden ans Marmarameer. Ich dachte mir so, dass das vielleicht eine schönere Strecke wird. Das Wetter war größtenteils bedeckt, ab und an kam aber auch die Sonne raus. Der Wind hielt sich heute gut zurück. Erst am Meer ist Wind aufgekommen.
Als ich aus der Stadt raus bin wollte ich dann eine Nebenstraße nutzen, um nicht wieder auf dem Seitenstreifen der Schnellstraße fahren zu müssen. Leider wurde diese bald schon zur Sandpiste und ich bin zur Schnellstraße. Allerdings nicht, ohne dass mich mal wieder ein paar Hunde verfolgt haben.
Auf der Schnellstraße ging es dann wieder rauf und runter. Wobei es dann ein ganzes Stück rauf ging, bei dem der Seitenstreifen zu einem dritten Fahrstreifen wurde. Das war nicht so lustig, vor allem, weil ein LKW echt eng an mir vorbeigefahren ist.
Bergab war es dann echt kalt. Klar, ich war durchgeschwitzt und mit dem Fahrtwind wird es dann halt kalt. Unten angekommen musste ich die Schnellstraße verlassen. Und es fing gleich mal mit einem Feldweg mit Matsch und tiefen Pfützen an. In einer, deren Tiefe ich völlig unterschätzt hatte, wäre ich fast abgestiegen. Bei den Temperaturen gerade (-5 nachts bis 5 Grad) wäre das nicht so toll gewesen.

Für die Hunde habe ich mir dann eine neue Strategie ausgedacht. Ich habe ihnen kleine Wurststücke zugeworfen. Das Ganze war ein mittlerer Erfolg. Es hat nicht immer so gut geklappt.
Zum Glück war die Straße dann besser. Ca. 15 km vor meinem heutigen Stopp in Şarköy wollte mich das Navi über einen Feldweg führen. Das war mehr so ein vom Traktor auf dem Feld befahrener Streifen. Die trockenen Teile waren Traktorspurenhuckel, der Rest war Matsch. Ich habe mich dann für die Straße und etwas Umweg entschieden. Vorher habe ich aber noch eine Essenspause eingelegt. Der Stopp hat mich allerdings gut ausgekühlt und ich war (seit Langem) froh, dass es mal bergauf ging und ich Wärme produziert habe.
In Şarköy bin ich direkt mal an einem kleinen Fischshop mit angeschlossenem Restaurant vorbeigefahren. Das wurde gespeichert und später erfolgreich ausprobiert. Leider hatte das Hotel, das ich anvisiert habe, geschlossen. Mir wurde eine Pension vermittelt. Nun ja, ich zahle etwas viel, vor allem für den Zustand, aber ich wollte auch nicht mehr weiter suchen.

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Heute ging es weiter gen Osten. Das erste Stück habe ich mich mal wieder über Feldweg navigieren lassen. Ich muss wohl daran arbeiten. Die Hauptstraße war mäßig befahren. Es ging immer mal wieder rauf und runter. Dabei waren die Steigungen und der Gegenwind die Herausforderungen. Denn am Anfang ging es gar nicht so weit rauf. Dafür war es noch so richtig kalt. Die Pfützen waren noch mit Eis bedeckt. Es ging auch immer wieder am Meer entlang, anfangs noch eher flach, später bäumten sich die Felsen auf. Da muss ordentlich was abgetragen worden sein, um die Straße zu bauen.
Ab ca. 30 km ging es dann rauf. Und das so richtig steil. Unterwegs sind mir dann wieder Hunde begegnet. Offensichtlich habe ich heute alles richtig gemacht. Keiner hat mich wild bellend verfolgt.
Als ich die Berge vermeintlich hinter mir gelassen habe, habe ich noch meine durchgeschwitzten Klamotten für die Abfahrt mit trockenen getauscht. Die Handschuhe waren allerdings auch nass und die Hände ordentlich kalt. Na ja, in ein paar Tagen soll es etwas wärmer werden.
Das letzte Stück hatte dann noch mal ein paar Steigungen zu bieten. Mir wäre ja ohne lieber gewesen. Insgesamt gab es auf der Fahrt echt wenig Verkehr. Das war schon mal echt angenehm. Wenn es wärmer gewesen wäre und die Sonne mehr draußen gewesen wäre, hatte das eine top Tour sein können. Aber ich habe halt an allem zu nörgeln.

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Heute ging es hauptsächlich an der Hauptstraße entlang. Die meiste Zeit war das zwar langweilig, aber OK zu fahren, weil es einen breiten Seitenstreifen gab. Irgendwo zwischendrin wurde der aber wegrationalisiert. Das war dann nicht so lustig, vor allem, da es keine wirkliche Ausweichstelle gab. Ein Stück ging es schon irgendwie durch ein Dorf, dann kam aber eine Stelle, bei der ich durch ein überwachtes Wohngebiet hätte fahren sollen. Hier hat mich aber der Sicherheitsdienst nicht durchgelassen. Also musste ich wieder auf die Schnellstraße. Ein paar Hundert Meter weiter hatte ich gesehen, dass es auf der anderen Seite eine Parallelstraße/Servicestraße gab. Leider gab es zu dem Zeitpunkt auf absehbare Zeit keine Möglichkeit, da hinzukommen. Das war heute nicht das einzige Mal. Ich muss wohl an der Streckenplanung arbeiten.
Mein ursprüngliches Ziel war Silivri. Da angekommen, sprach mich gleich mal ein Mann an und fragte, ob ich aus Deutschland kam. Was für ein Zufall. Er lebte in Freiburg und ist seit 3 Jahren zurück in der Türkei. Wir haben und ein kurzes Weilchen unterhalten, bis ich weitergefahren bin. Ich hatte noch Zeit und wollte etwas näher an Istanbul ran. Natürlich ging es dann gleich mal wieder bergauf. Mein Ziel lag ca. 10 km weiter östlich. Leider war der Preis des Hotels seit meinem letzten Check vor ca. 2 h doppelt so hoch. Mit wenig günstigeren Alternativen und einem Bedürfnis nach einer warmen Dusche habe ich dann das Lehrgeld bezahlt.

Später bin ich dann noch in den nächsten Ort, um was zu essen. Eigentlich wollte ich nur etwas wie Börek oder Köfte, habe dann aber dieses Fischrestaurant gesehen. Beim letzten hatte ich für eine Portion Fisch und Salat 75 Lira (etwas mehr als 5 Euro) bezahlt. Heute war es leider etwas mehr. Ich wusste schon, dass es teurer wird, aber das war dann mal ein Feiertagsessen. Es war mehr so das 7-Fache. Wieder was gelernt oder auch nicht.
Heute sind wieder einige Hunde bellend auf mich zugekommen. Entweder sind die Hunde hier wesentlich entspannter oder ich habe eine Strategie für mich gefunden, die ich noch nicht ganz durchschaue.

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Es hat mich mal wieder etwas Zeit gekostet loszukommen. Heute war es sogar mal wieder mach 10 Uhr. Aber es ist ja auch Weihnachten. Da es die letzten Tage recht kalt war, hatte ich mich mal wieder gut vorbereitet. Die Sonne schien allerdings ganz gut und es waren sicher ca. 5 grad mehr als die letzten Tage. Gleich 500 Meter weiter habe ich mich dann etwas entpackt und die Sonne genossen.

Der Weg ging dann gleich mal in die Vormetropolen von Istanbul. Bei Büyükçekmece ging es auch echt steil den Berg Berg rauf. Auf dem Weg wurde ich von einem E-Rollerfahrer von hinten angefahren. Wo hatte der denn seine Augen auf jeden Fall nicht in Fahrtrichtung. Zum Glück ist uns beiden nichts passiert. Ein ordentlicher Schreck war es trotzdem. Später hatte ich mich an einer Stelle kurz ausruhen wollten. Ich konnte echt nicht mehr. Ein paar Leute wollten dann, dass ich ihnen helfe, etwas Schweres zu schleppen. Ich musste ablehnen. Ich war echt fertig. Allerdings hatten sie das wohl nicht so im Blick, sie riefen mir immer wieder zu.
Mit ordentlichen Steigungen ging es dann weiter neben der Schnellstraße lang. Aber auch die Parallelstraße war stark befahren und entspannt ist anders.
Dann ging es runter ans Meer. Das war so ca. 25 km vor meinem Ziel. Da habe ich mich erst mal in ein Fischrestaurant gesetzt und lecker Weihnachtsessen (Türkei im Winter) gehabt. Es gab rote Meerbarbe, yummy.

Weiter ging es dann mit mittlerweile echt starkem Wind Richtung Innenstadt. Kurz vorher bin ich aber noch an einem Strand auf Kitesurfer gestoßen, mit denen ich mich ein wenig unterhalten habe. Zum Glück gibt es ab einem gewissen Punkt dann einen Fahrradweg. Das macht das Fahren wesentlich angenehmer.
Die letzten Kilometer musste ich dann noch mal durch den südlichen Teil des europäischen Teils der Stadt und über die Galatabrücke nach Beyoğlu. Natürlich ging es mal wieder ordentlich die Berge rauf. Vor allem der letzte Teil war fast schon unmöglich.

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Es gibt Momente, da schreie ich den Berg an. Ich weiß, dass es nicht schneller rauf geht, ich weiß, dass es beschwerlich ist, aber ich bin trotzdem ungeduldig.

Am 27.12. bin ich umgezogen. Die Unterkunft, in der ich war, wollte mehr Geld. Jetzt bin ich beim Galataturm. Die Gegend ist zwar etwas mehr hip als die vorherige beim Taksim-Krankenhaus, aber hier gibt es mehr Restaurants und weniger Schnellimbisse.
In der neuen Unterkunft war dann mein Zimmer nicht frei und ich soll mehr für ein größeres Zimmer zahlen. Ich habe es dann aber zum Buchungspreis bekommen. Wäre ja noch schöner gewesen …
Das Zimmer ist zwar groß, dafür auch kalt. Die Klimaanlage reicht nicht aus, um das Zimmer warm zu halten. Aber morgen ziehe ich in ein kleineres Zimmer.

Ich bin dann über die Galatabrücke zum Spice Bazaar und dann zum Großen Basar. Ersterer ist wirklich sehr schön und farbenfroh. Es gibt vorwiegend Gewürze, Süßigkeiten und so Zeugs. Die Straßen von hier zum großen Basar sind auch wie ein großer Basar. Allerdings ist der Große Basar überdacht. Hier bekommt man eigentlich alles, von Klamotten über Gold und Silber bis zu Süßigkeiten.

Auf dem Weg zur Hagia Sophia hat mich dann ein Mann abgefangen, der recht gut Deutsch konnte. Er hat mich dann in einen Teppichladen geschleppt und einen Tee ausgegeben. Ich hätte das eigentlich wissen müssen. In Marokko läuft es ähnlich ab. Nachdem dann klar war, dass ich nichts kaufe, hat er mich recht schnell aus dem Laden gebeten.
Die Hagia Sophia ist schon recht beeindruckend. Mittlerweile ist sie eine Moschee und man kommt barfuß auch rein und kann Fotos machen. Die Blaue Moschee war leider für Renovierungsarbeiten verhangen und es stand eine ewige Schlange an Menschen an. Ich wollte nicht extra warten.

Am 28.12. bin ich dann mal auf die asiatische Seite nach Kadıköy gefahren. Am Ticketautomaten bin ich nicht zurechtgekommen. Der Mitarbeiter hat dann scheinbar wahllos und wild auf den Tasten rumgedrückt. Ein System habe ich nicht erkennen können. Aber es gibt bestimmt eins.
Auf der asiatischen Seite bin ich dann nur ein wenig im kommerziellen Zentrum rumgelaufen und habe lecker Lahmacun und Pide gegessen. Ein Hochgefühl den Kontinent gewechselt zu haben kam nicht auf. Anders als im europäischen Teil ist es auch nicht. Das war aber auch nicht zu erwarten.
Später bin ich dann in ein kleineres Zimmer umgezogen. Das bekomme ich wenigstens warm. Allerdings ist es direkt neben dem Tattoostudio, wo bis nach 2 h morgens Musik lief und tätowiert wurde. Es hat mich etwas Nerven und Überzeugungskunst gekostet, denen klar zu machen, dass sie die Musik leiser machen sollen und die Tür schließen. Mir wurde jetzt in zwei Tagen ein Umzug versprochen.
Meine Kompressionsstrümpfe (Thrombosestrümpfe) sind jetzt schon echt gut abgetragen und mehrfach geflickt. Zum Glück kosten die hier in der Türkei gerade mal 210 Lira. Das sind aktuell ca. 13 € für ein Paar. In Deutschland, Kroatien und Griechenland kosten die mehr so um die 70 – 80 €.

Silvester habe ich jetzt auch noch in Istanbul verbracht. Am 31.12. bin ich erst mal zur Galatabrücke – Karaköy gegangen. Da gibt es einige Fischrestaurants. Hier habe ich es mir zum Abend gut gehen lassen und relativ günstig Fisch gegessen. Am Galataturm gab es eine Lichtshow. Hier bin ich eher zufällig genau im richtigen Moment vorbeigekommen. Um Mitternacht war ich dann an der Mündung des Haliç (Goldenes Horn) in den Bosporus verbracht. Es gab ein Feuerwerk. Sowohl auf der europäischen als auch auf der asiatischen Seite. Das war aber recht schnell wieder vorbei und die Leute haben sich verstreut. Als ich zurück zum Hotel kam, wurde ich mit einem Drink begrüßt. Ich habe noch ein Weilchen mit den Leuten gequatscht und bin dann ins Zimmer und habe dann nach 2 Uhr nach Deutschland telefoniert und gechattet, wo es gerade zum Jahreswechsel kam. Das ist die Türkei im Winter.

Der 1. Tag des Jahres war eher ein sehr fauler. Habe ich die Tage vorher noch Ausflüge in verschiedene Teile der Stadt gemacht, so habe ich den 1.1.2022 hauptsächlich im Zimmer verbracht. Das muss aber auch mal sein.

Am 3.1.2022, nach ganzen 10 Tagen in Istanbul, bin ich dann endlich weiter gezogen. Das Rad war die ganze Zeit auf der Dachterrasse des Hotels. Am Abend vorher hatte ich dann vor allem die Kette noch mal gereinigt und geölt. Es hatte geregnet und trotz Plastiktüten musste hier gereinigt werden. Das Rad dann heute wieder runter zu schleppen war schon eine Herausforderung. Der Gang glich einer Wendeltreppe in einem kleinen Schlossturm und war sehr eng. Der Weg zum Bootsterminal Yenikapı war eher langweilig an der Hauptstraße entlang. Nur der erste Teil ging ziemlich steil vom Hotel am Galataturm vorbei runter ans Goldene Horn. Von Yenikapı ging es nach Bursa oder besser Mudanya mit der Fähre. Also wieder kein Rad, oder nur ein paar kurze Fahrten.
In Mudanya ging es dann ein Stück an der Meerpromenade entlang. Hier habe ich mich auch einquartiert. Insgesamt waren es nur etwas mehr als 10 km auf dem Rad heute.

Da sind immerhin die ersten ca. 5 km in Asien dabei. Mal abgesehen, dass ich bei Angkor Wat schon mit dem Klapperrad einige recht lange Touren gemacht habe.

Ich war am 4.1. echt früh auf. Dann musste ich aber erst mal Frühstück suchen. Am Ende gab es Pide Kuşbaşılı. Irgendwann muss ich aber auch mal ein typisch türkisches Frühstück essen.
Nach dem Frühstück ging es natürlich gleich mal steil hoch rauf. Gut, so hoch war es nicht, aber die Steigung hat gereicht. Dafür gab es, wie sehr oft bei einem Anstieg, eine wunderbare Aussicht. OK, die Gebäude könnte man weglassen. Das kam dann aber noch. Viele der Wohngebiete sind auch hier umzäunt. Man schaut oft über die Zäune aufs Meer. Dafür ging es dann eine Weile rauf und runter an der Küste entlang. Ab und an ging es etwas mehr ins Landesinnere. Dafür wurde es auch immer wenig besiedelt. Insgesamt war es eine tolle Tour mit viel Natur und ein Einblick in kleine türkische Dörfer am Meer. Denn die bin ich dann doch ab und an durchfahren. Interessant fand ich, dass die meisten Hunde doch sehr entspannt sind. Heute sind bei der Anzahl an Hunden, die ich getroffen habe, nur zweimal die Hunde wild geworden.

Schön war auch, dass mal wieder die Sonne raus kam und am Nachmittag war es sogar recht warm. Morgen soll es sogar fast 20 Grad geben. Dafür soll es bald wieder schlechteres Wetter geben und es soll kälter werden. Aber mal abwarten.

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Bis vor ein paar Wochen hatte ich noch eine grobe Vision. Es sollte die Adriaküste entlang nach Griechenland gehen. Mit dem guten Wetter, dem Ziel im Blick und täglich die Frage, wie und wo geht es jetzt lang ging es die meiste Zeit gut vorwärts. Und die tollen Begegnungen haben die Reise noch versüßt. Griechenland war erreicht. Ein paar Krankheiten auf dem Weg, die winterliche Kälte und eine kleine Herzenssache haben dazu geführt, dass mir ein neues Ziel oder eine Vision fehlen. Zurück geht noch nicht. Das hat das letzte Mal zum Stillstand geführt. Ohne ein konkretes Ziel vor Augen fehlt aber auch die Motivation. Das macht es dann nicht einfach, morgens aufzustehen, zu packen und reinzutreten. Ich brauche auf jeden Fall wieder eine Vision für die Tour oder ich sollte mir eine Neue suchen …

Es ging dann heute mal wieder die Schnellstraße entlang. Mit der aufkommenden Sonne und den steigenden Temperaturen hat sich das heute aber zu einem echt tollen Reisetag gemacht. Und irgendwie habe ich heute wieder mehr genießen können.
Neben dem Gegenwind haben mir heute aber auch die Verwirbelungen der LKWs etwas zu schaffen gemacht. Da ist der breiteste Seitenstreifen manchmal gefühlt zu schmal. Dafür gab es heute ein paar mit Hupen zujubelnde Autos. Das baut echt auf.
Der Po ist aktuell mal wieder wund gesessen. Die lange Zeit nicht auf dem Rad zu sitzen, macht den Hintern wohl weich. Ich muss mir wohl wieder Vaseline besorgen.
Die Planung sagte es sind ca. 50 km. Irgendwie waren es dann aber wohl weniger als 40 km. Was solls, ich will mich mal nicht beschweren. Ich konnte die Sonne und Wärme ja auch so genießen. Der Po dankt es mir.

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Gestern habe ich dann auch noch ein Coaching-Angebot von einer Freundin bekommen. Das konnten wir heute direkt mal machen. Das tat wirklich gut, hat mir neue Perspektiven und Denkanstöße geboten und war Balsam für die Seele.

Von Bandirma aus ging es wieder auf die Schnellstraße. Leider gibt es hier nicht so viele Optionen, wenn man nicht gerade Inland oder Waldweg fahren will. Letzteres ist vor allem mit dem nassen Boden eher nicht so mein Ding aktuell.

Es ging mal wieder im Achterbahnmodus rauf und runter. Aber das fand ich heute gar nicht so ein Problem. Im Gegenteil, ich bin wieder einigermaßen im Flow und genieße es. Allerdings hat heute der Wind noch stärker geblasen. Teils ging es bergab und ich musste noch ordentlich reintreten. An anderen Stellen kam der Wind von der Seite. Da hat er mich ab und zu fast von der Straße in den Graben gefegt. Wenn dann noch ein dicker LKW an mir vorbei zog, hat der Sog mich dann zuerst in Richtung LKW gezogen und der Wind dann wieder in die andere Richtung geblasen. Da waren heute höchste Konzentration und zeitgenaues Gegenlenken gefragt.

Zum Glück schaute heute wieder die Sonne raus und es war relativ warm. Die angekündigten 19 Grad würde ich aber nicht bestätigen.

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Es war mal wieder ein Friseurtermin fällig. Das letzte Mal war es im Albanien in Tigris. Das müsste jetzt ca. 3 1/2 Monate her sein. Es gab eine Überraschungsfrisur. Insgesamt ist es aber echt ganz gut geworden. Das beste war dann, als er den brennenden Wattepad rausholte und mir in die Ohren hielt. Es sollte die Haare im Ohr verbrennen. Da war bei mir natürlich nichts zu holen … hüstel.

Heute ging es gleich mal mit Nebel los und das sollte sich auch nicht so schnell ändern. Ich hatte genug gesehen, um zu fahren, aber der weitere Ausblick war manchmal etwas trübe. Trotzdem konnte ich ganz gut erkennen, dass es eine echt schöne Gegend ist. Es gibt hier mal zur Abwechslung Wälder im Gegensatz zu den Agrargebieten vorher. Zum Großteil ging es auch wieder die Schnellstraße entlang. Die Ausweichwege, die mir das Navi vorgeschlagen hatte, waren fast alle für den Durchgangsverkehr gesperrt. Dafür gab es zumindest bis Lapseki kaum Verkehr. Aus irgendeinem Grund war ich heute mal wieder körperlich ganz gut drauf. Trotz des bergauf und bergab bin ich doch gut vorangekommen. Ein Vorteil war, dass es nicht so viel Wind gab. Dafür wird es wieder frischer. In ein paar Tagen soll es sogar schneien.

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Es war auch heute wieder verhangen. Aus der Stadt raus war etwas beschwerlich, wie es so oft in Städten ist. Dann ging es erst mal eine ruhigere Straße entlang. Es gab sogar einen Fahrradweg. Einer der Autofahrer meinte aber, dass er statt seine Fahrbahn lieber den Fahrradweg nutzen will und hat mich dann auch noch fast angefahren, als er an mir vorbei kam. Das ist mir immer wieder aufgefallen, dass vor allem auch LKWs gerne den Seitenstreifen mit nutzen. Das ist ja eigentlich kein Problem, solange sie beim Vorbeifahren dann abstand halten.

Dann ging es wieder auf die Schnellstraße. Es war etwas mehr Verkehr, als ich mir gewünscht hätte. Nach ca. 20 km bin ich dann zur Abfahrt nach Troja. Vor ein paar Tagen hatte ich das noch gar nicht auf dem Schirm. Meine bisherige Recherche hat das nicht hervorgebracht. Die Ausgrabungen bestehen aus unterschiedlichen Schichten aus unterschiedlichen Zeiträumen und sind dementsprechend mit Troja (römisch) I bis Troja (römisch) X. Ob die Geschichte von Homer wirklich wahr ist, ist wohl umstritten. Und ob die Stadt Troja hieß wohl auch. Fakt ist, dass die Gegend Troa hier im Nordwesten der Türkei.

Beim Ausgang bin ich dann wieder einigen Welpen begegnet. Da würde ich am liebsten Mal einen einpacken. Hier scheinen sie aber versorgt zu werden. Zum Knuddeln sind sie trotzdem. Als ich wieder los bin, fing es gleich mal an zu regnen, nicht viel, aber ausreichend, um auf Dauer nass zu werden. Also habe ich mal die Regenhose rausgeholt, die ich in Athen gekauft und noch nicht angehabt hatte. Im Stehen ist sie lang genug. Auf dem Rad schauen aber ordentlich die Beine raus. Eine Hochwasserregenhose sozusagen. Das Problem dabei ist, dass das Wasser dann in die Schuhe fließen kann und dann die wasserdichten Schuhe nichts bringen.
Der weitere Weg führte dann an der Schnellstraße entlang. Kurz vor Ezine musste ich dann anhalten und was essen. Ich war echt schon seit einer Stunde am Schwächeln. Kurzerhand habe ich beschlossen, nicht mehr weiter zu fahren, es war schon mach 15 Uhr und die nächste Bleibe mehr als 20 km und ein paar Hundert Höhenmeter entfernt. Außerdem war ich schon etwas geschafft. Kurze Erneuerung der Erinnerung: immer genug Energie unterwegs. Damit hatte ich nur noch 5 km zu bewältigen.

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Regen, Steigungen und Wind beschreiben den Tag wohl ganz gut in drei Worten. Trotzdem hatte ich heute echt super Laune und habe sogar auf dem Rad gesungen.
Nach 20 km auf der Schnellstraße wurde es dann endlich etwas ruhiger. Es ging nämlich einen kleinen Umweg entlang schneller an die Küste. Noch einmal bergauf und die Anstiege lagen hinter mir. Leider wurde es hier von 2-spurig mit Seitenstreifen zu 3-spurig ohne. Das ist immer ein kleiner Grund zur Besorgnis.
Dafür gab es mal wieder echt super Landschaft zu bewundern. Ich hätte alle 10 Meter anhalten können und fotografieren können, hätten mich der Regen und die schlechte Sicht (auch durch beschlagene Brille) nicht abgehalten. Bergab bin ich zu einem echten Eiszapfen gefroren. Die ganze Zeit hatte ich mich auf die Abfahrt gefreut. Endlich nicht mehr treten. Durch die Auffahrt war ich ja recht gut aufgeheizt, das verflog aber in den nassen (geschwitzt und verregnet) Klamotten recht schnell. Und der Gegenwind hat auch noch gestoppt und zusätzlich für Kälte gesorgt. Als ich dann aber das Ägäische Meer gesehen hatte und ein paar Meter wieder reingetreten hatte und mit etwas wärmer wurde, war die Stimmung wieder oben. Ein kleines Picknick auf der überdachten Terrasse eines geschlossenen Restaurants mit Blick aufs Meer war dann auch noch ein weiteres Highlight des Tages. Am Meer ging es dann auf einer kleinen Straße weiter. Die war aber doch einigermaßen befahren. Völlig nass und trotzdem glücklich bin ich dann ins Hotel und hatte mich auf eine heiße Dusche gefreut. Leider war das Wasser alles andere als heiß.

Eine weitere Herausforderung ist es die Klamotten wieder trocken zu bekommen. Ich meine, wir reden hier von: Fahrradhose (kurz), Hose (lang), Regenhose, Socken, Shirt, Fleece, Regenjacke, Handschuhe, Schals, … . Das muss alles aufgehänget werden. Hier fehlt es leider oft an Haken, Kleiderbügeln und Stühlen. Das ist schon eine echte logistische Meisterleistung, die ich hier vollbringe. Ah, ich vergaß noch meine sexy Kompressionsstrümpfe, die ich noch wegen der Thrombose trage.

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Bis vor ein paar Tagen hatte ich noch ein echtes Tief. Ein Telefonat mit einer guten Freundin und ein paar neue Ziele haben mit mir dann vorläufig mal aufgeräumt. Das macht aktuell das Reisen einfacher und befreit mich von Erwartungen und Ängsten. Ich bin gerade wieder etwas freier für die neuen Erfahrungen und die sind hier in der Türkei zahlreich. Und das, obwohl ich schon so viel rumgekommen bin.

Ich hatte gestern noch überlegt, einen Tag Pause zu machen. Hätte es geregnet, wie der eine oder andere Wetterbericht vorhergesagt hat, wäre das wohl auch geschehen. So bin ich dann bei leicht bewölktem Himmel losgefahren. Allerdings nicht, ohne noch mal einen kurzen Blick ans Meer zu werfen. Denn es ging wieder an der Schnellstraße lang. Ein echtes Problem war jedoch der recht kalte und starke Gegenwind. Bei flacher Strecke bin ich im Gang gefahren, den ich so auch bei stärkeren Steigungen nutze. Bei Akçay, nach ca. 20 km bin ich dann auf eine ruhigere Straße gekommen. Diese führte dann auch mehr südlich statt östlich und der Wind kam nur noch von der Seite. Da bin ich etwas besser voran. Ursprünglich hatte ich geplant, beim Ören Stand ca. 18 km weiter zu stoppen. Nachdem ich da lecker Garnelen gegessen hatte, fühlte ich mich bereit, die nächsten Kilometer auf mich zu nehmen. Die Garnelen hatte ich beim Händler gekauft, direkt pulen lassen und im Restaurant nebenan zubereiten lassen. Gegessen habe ich dann am Hafen in der Sonne und etwas windgeschützt. Das hat die Laune gesteigert, Energie gegeben und Vorfreude auf die letzten ca. 35 km gemacht. Hätte ich gewusst, dass da ein paar ordentliche Steigungen auf mich warten und ich teils schieben musste, hätte ich mir das eventuell anders überlegt. Nachdem die Straße dann immer abenteuerlicher wurde, bin ich wieder auf die Schnellstraße ausgewichen. Die verlief etwas mehr im Landesinneren. So hatte ich einen guten Blick aufs Meer, denn es ging noch mal etwas rauf.

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Heute fing der Tag gleich mal wirklich gut an. Ich bin gestartet, habe ein paar Sachen fürs Frühstück eingekauft und hatte ein paar wenige Kilometer eine Bank am Meer gefunden, auf der ich dann gegessen habe. Aykalık hat mich ja kulinarisch nicht so begeistert. Vielleicht war ich nur in den falschen Lokalen. Das Frühstück (Teigtaschen mit Käse und welche mit Käse und Tomaten) war jedenfalls sehr gut.


Es ging dann an einer Traumküste mit herrlicher Sonne entlang. OK, es war immer noch kalt. Die Finger haben auch in Handschuhen noch ein wenig gefroren. Im Gegensatz zu den Letzten zwei Tagen hatte aber der eiskalte und starke Wind nachgelassen. Und statt 3 Grad (gestern) hatten wir ganze 8 Grad (laut Wetterbericht). Als es dann das erste Mal bergauf ging, musste ich jedenfalls das dickere Fleece gegen ein dünneres tauschen. Das aber erst später wie Ihr sehen werdet.

Irgendwann ging es dann auf die Schnellstraße. Das ist mit Seitenstreifen oft nicht wirklich zu problematisch. Es ist aber auch nicht so schön zu fahren. Eine Ausweichroute führte mich dann direkt mal zu einem Feldweg. Das ist, wenn es trocken ist, sicherlich nicht das größte Problem. Nachdem ich aber in letzter Zeit oft vor Matsch oder mit Traktoren ausgefahrenen Wegen Stand, bei denen ich dann nicht weiter kam, versuche ich solche Wege zu meiden. Allerdings hatte ich schon im Gefühl, dass ich auf so einen Weg treffen werde. Es scheint sich nach ein paar Monaten wohl ein sechster Fahrradfahrersinn einzustellen. Ich bin dann wieder zur Schnellstraße. Es war ja nicht abzusehen, wie lange ich dem Feldweg folgen muss und was da auf mich wartet.

Auf dem Weitern Weg hätte ich dann fast in Dikili Halt gemacht. Ich fand das Wetter so toll und der Ort mit seiner Meerpromenade war auch mal eine nette Abwechslung zu den Städtchen, deren Küstenlinie eher verbaut ist. Es war gerade 13 Uhr und ich hätte den Nachmittag ganz entspannt verbringen können. Am Ende hat mich aber dann doch die Reiselust gepackt. Das Wetter war gerade ideal zum Fahren (verglichen mit den letzten Tagen), ich hatte genug Energie und war gut drauf. Was hält mich dann also?!
Es ging dann gleich mal wieder steil rauf. Hier musste ich dann den dickeren Fleece gegen einen dünneren tauschen. Hier kam dann ein Mann auf mich zu, der echt interessiert war. Leider war die Sprache eine Barriere. Aber die Geste und die wenigen getauschten Worte sind wirklich aufbauend.
Der weite Weg führte mich dann durch eine wirklich schöne Gegend. Mit der Sonne und der guten Laune zusammen ist das echt aufbauend. Hier musste ich dann auch mal wieder eine Fotosession einlegen. Ein paar Kommentare meinten, dass ich doch meine Auftritte etwas persönlicher gestalten sollte, weil ich nie Bilder von mir gezeigt hatte. Dem habe ich mich dann angenommen. Allerdings ist mein Fotoständer kaput gegangen. Ich suche also immer nach Möglichkeiten, das Smartphone in Position zu bringen. Zumeist ist das am Boden hinter einem Stein. Daher sind die Bilder auch immer aus dieser Perspektive. Ein weiteres Problem ist die zeitliche Komponente. Das Timing ist manchmal nicht so einfach. Deshalb bin ich dann an einem Bild oft 15 – 30 Minuten dran, bis es mal ansatzweise nach was aussieht.

Nachdem ich dann die doch recht befahrene Nebenstraße wieder mit der Schnellstraße tauschen musste, wurde der Seitenstreifen so bei Zeytindağ echt schlecht. Zunächst war er mit getrockneten Schlamm voll, der den Seitenstreifen zur Buckelpiste gemacht hat und dann wurde der Seitenstreifen auch noch sehr schmal. Das sind beides nicht so die idealen Bedingungen. Dafür bin ich hier seit gefühlten Ewigkeiten mal wieder auf Eukalyptusbäume gestoßen. Die Blätter abzureißen, zu zerdrücken und die Öle einzuatmen war ein wirklich gutes Gefühl. Keine Angst, ich reiße nur so 3 – 4 Blätter ab. Das wird so ein Baum hoffentlich überstehen.
Irgendwann, kurz vor Aliağa ging es dann wieder an die Küste auf einer Promenade entlang. Das war nicht nur entspannt, es war auch noch ein wirklich tolles Gefühl.

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Über die Podcasts, die ich aktuell höre, bin ich auf die Kurzerklärung, warum dünne Fahrradreifen nicht so relevant sind, gestoßen. Das muss ich hier jetzt einfach teilen. Denn ich fahre 26 Zoll und 2,0 Zoll Breite, also 50-559. Das wurde auf der Reise von einigen Radfahrern schon kritisiert, weil es ja langsamer wäre. Der Podcast gibt hier eine kleine Erklärung dazu.

Es ging zunächst entlang der Schnellstraße an Industriegebieten vorbei. Die Straße hatte leider oft einen schmalen oder einen sehr verdreckten Seitenstreifen. Die Massen an LKWs, die dann an mir vorbeizogen, machten mir das Leben nicht einfach. Es war eher etwas beängstigend. Vor allem die abbiegenden LKWs, die mich überholt haben und dann direkt vor mir die Ausfahrt genommen haben, waren dann doch etwas viel. Am Ende hatte ich einiges an Staub auf den Klamotten und sonst überall.

Vor Menemen wurden es dann eher Gewerbegebiete. Zum Glück gab es hier ein Stück auf einer ruhigeren Straße und hinter Menemen wurden dann die LKWs auch weniger und der Seitenstreifen besser.
Ca. 20 km vor İzmir fing dann auch noch ein Fahrradweg an. Mit etwas weniger Fußgängern auf diesem wäre das Fahren auch etwas flüssiger gewesen. Die strahlende Sonne und das Meer im Blick waren grandios. Bei der Einfahrt in İzmir habe ich dann aber eine falsche Abbiegung genommen und den Fahrradweg verlassen. Der Promenade weiter zu folgen wäre sicherlich ganz nett gewesen. Man kann ja nicht immer alles haben.

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Heute, am 16.01.2022 habe ich erfahren, dass ich Pergamon verpasst habe. Und das nur um ca. 30 km. Und das alles wegen der Sprachbarrieren. Im Türkischen heißt es Bergama, im Englischen heißt es Pergamum. War alles nicht auf meinem Schirm.

Nach ganzen drei Tagen in Ìzmir ist es dann mal wieder Zeit weiter zu fahren.

Heute am 19.1. ging es wieder aus der Stadt raus. Ich bin etwas länger geblieben als geplant und habe einiges an Zeit aufgewandt um nichts aufzuwenden. Es ging zunächst mal wieder auf der Schnellstraße durch die Stadt. Es gibt zwar kleinere Straßen, aber in dem Fall wären sie über den Berg gegangen, den ich umfahren wollte oder eben durch äußere Stadtbereiche. Jedenfalls ging es dann die Schnellstraße entlang, die ab und an einen Seitenstreifen hatte, ab und an sogar eine Art Fußgängerweg (wobei ich nicht weiß, wer das nutzt, es war nicht wirklich bewohnte Gegend) und ab und zu musste ich mir mit LKWs und anderen Fahrzeugen den rechten Streifen teilen. Zudem wurde mal wieder ordentlich Staub aufgewirbelt. Über den Berg hinweg (ein kleines Stück musste ich zwischen zwei Hügeln doch rauf) fing dann das Gewerbegebiet an. Hier gibt es dann doch einige Ein- und Ausfahrten und ich musste oft gut bremsen, weil ein Fahrzeug aus einer Ausfahrt geschossen kam oder ein Überholendes dann direkt vor mir rechts abgebogen ist oder direkt vor mir meinte anhalten zu müssen.

Ab ca. Kilometer 17,5 war ich dann aus dem Gröbsten raus. Es gab wieder einen breiten Seitenstreifen und weniger Ausfahrten. Zudem nahm der Verkehr etwas ab.
Es dauerte dann aber nicht mehr lange, bis ich eh auf eine ruhigere Straße abgebogen bin. Hier ging es auf einer kleinen Straße ein ganzes Stück entlang der Bahnstrecke. In Develi musste ich dann kurz den Weg suchen. Ich musste nämlich die Bahnschienen überqueren und bin irgendwie an der Stelle vorbeigefahren. Von hier aus ging es dann in eine schöne Landschaft und direkt mal an einem See vorbei. Dann ging es zwischen dem Bergen entlang und ein Stück weiter hoch bis an die Küste. Die habe ich dann von einer netten Höhe bewundern können. Mit noch ein paar kleinen Zwischensteigungen ging es dann fast ausschließlich runter ins Tal und von hier aus nach Selçuk. Hier gibt es das antike Efes zu bewundern. Leider war ich ein wenig spät dran und die Sehenswürdigkeiten im Schatten und einiges auch schon geschlossen. Ich werde mir morgen einfach Zeit nehmen und dann auch nur eine kleine Strecke weiter in den Süden nehmen.

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Heute (20.1.2022) habe ich nicht so gut geschlafen. Im Nachbarzimmer hat es heftig gehustet. Mit Covid überall ist das dann ein wenig beängstigend für mich.

Nach einem kurzen Frühstück bin ich dann heute direkt mal zur Johannes Basilika in Selçuk gegangen. Das ist einer der größten Sakralbauten im Byzantinischen Reich gewesen und von Justinian I zu Ehren des Apostel Johannes um ca. 530 erbaut worden.
Und ich muss sagen, mich hat lange keine Ruinen mehr so beeindruckt wie diese Basilika. Sicherlich hat das auch was mit der Einbettung in eine schöne Umgebung und dem Licht zu tun, aber ich hatte heute mal wieder richtig Freude an Geschichtskultur. Und auch das Museum hat mich dann echt beeindruckt und ab und an lächeln lassen. So zum Beispiel bei der Figur des Priapos – Sohn von Dionysos und Aphrodite – Gott der Fruchtbarkeit, symbolisiert durch einen riesigen Phallus und einem Korb voll (wahrscheinlich) Obst oder die großen Statuen von Artemis, die unzählige Brüste hatte. OK, ich schweife ab. Aber die Ausstellungsstücke sind wirklich beeindruckend und Zeigen Stücke aus mehreren Jahrhunderten, angefangen mindestens 800 vor der Zeitenwende.

Am Mittag bin ich dann zum Bahnhof. Hier habe ich Stefan abgeholt. Er ist auf einer ähnlichen Route und wir haben uns nur knapp in İzmir verpasst. Das wollte ich jetzt nachholen. Zusammen sind wir dann zu den Ruinen von Ephesus (Efes). Er mit Taxi und ich mit Rad.

NACHTRAG
Auf dem Weg dahin bin ich dann noch kurz am Tempel der Artemis vorbei. Davon ist aber nicht mehr viel zu sehen. Aber man hat einen guten Blick auf die Festung und die Basilika. Was ich an dem Tag nicht wusste, der Tempel ist eines der 7 Weltwunder der Antike. Da ich es zu dem Zeitpunkt ja nicht wusste, habe ich nur schnell mal ein Foto gemacht und bin dann weiter zum antiken Ephesus.
NACHTRAG ENDE

Natürlich gibt es zwei Eingänge zu diesem doch recht großen Gelände und wir waren beide an Unterschiedlichen. Aber das sollte dann mal kein so großes Problem sein. Zusammen haben wir dann Ephesus entdeckt und einige Anekdoten und unsere Pläne ausgetauscht. Ephesus ist wohl eine der größten antiken Sehenswürdigkeiten, die ich bisher gesehen habe, lässt man mal das Zusammenhängende aber neu besiedelte und bebaute Athen außen vor. Es war wirklich beeindruckend und eine Freude, hier langzulaufen und den Ort zu entdecken. Am Ausgang haben wir dann doch gleich noch ein Rad eines weiteren Reisenden entdeckt. Wir haben eine Nachricht hinterlassen. Später hat mir Stefan noch geschrieben, dass er den Besitzer getroffen hat und mit ihm essen war. Es gibt sie also doch, auch wenn ich eine Zeit keinen persönlich getroffen habe.

Es ging dann erst mal zurück Richtung Küste auf dem Weg, den ich gekommen bin. Von da ab wurde es dann wieder hügelig und ich musste auf die knapp über 20 km doch noch etwas reintreten. Die Gegend hier ist zwar wirklich schön, aber auch gut verbaut. Kuşadası ist wohl ein beliebter Touristenort. Die Infrastruktur lässt dass schon erahnen.

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Heute, 23.1.2022, ging es nach zwei Tagen Regenstopps, zunächst mal mit moderaten Steigungen raus aus der Stadt. Nachdem ich dann das Gewerbegebiet hinter mich gelassen hatte, wurde es mit dem Verkehr selbst auf der Schnellstraße ganz gut. Jetzt ging es dann stetig bergauf. Ab und an musste ich auch ordentlich reintreten.
Dann gab es eine ordentliche Abfahrt und nach Söke ging es dann auch auf eine vermeintlich ruhigere Straße. Vermeintlich weil es gefühlt mehr Verkehr gab. Hier ging es dann auf flacher Straße zum ersten der drei kulturellen Stopps – nach Priene. OK, um da hinzukommen, muss man noch mal ein Stück steile Straße rauffahren. Priene ist eine antike griechisch-römische Stadt und mit ihren geschätzten 5000 Einwohnern wohl mittelgroß. Trotz der Hanglage hat sie wohl einen sehr typischen Aufbau.

Von hier aus ging es dann auf flacher Straße weiter nach Milet (Miletus), dem nächsten kulturellen Stopp und ebenfalls eine antike griechisch-römische Stadt. Sehr beeindruckend, gleich bei der Ankunft ist das riesige Theater. Aber auch die eigentliche Stadt ist sehr beeindruckend. Der kleine Umweg hat sich hier schon mal gelohnt. Und dass, obwohl ich nicht der größte Kulturfan bin. OK, ich bin ja auch kein Hardcore-Fahrradfahrer und fahre doch schon eine Weile. Nach Didim ging es dann noch einmal einen kleinen Hügel rauf, bis es dann relativ flach an der Küste weiterging. Hier erkennt man wieder, dass es sich um eine beliebte Urlaubsgegend handelt. Die Infrastruktur mit Hotels und Restaurant, von denen aktuell viele geschlossen sind, ist markant. Kurz vor dem Zentrum trifft man noch auf Didyma, einem antiken Heiligtum mit Apollontempel.

Insgesamt war es ein der Jahreszeit entsprechend guter Reisetag mit Sonne. Ab und an vor allem bei den Kulturpausen, bei denen ich mich weniger bewegt hatte, wurden meine Hände ganz schön kalt.

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Wie soll es anders sein, wer in eine Stadt fährt, muss da auch wieder raus, wenn es weiter gehen soll. Es ging zunächst mal in der Nähe des Meers entlang und der Wind hat nicht gerade für mich gepustet. Dafür war es wider Erwartung doch ganz gutes Wetter, so gut das mit der tiefen Sonne im Winter halt sein kann.
So warm wie das Trinkwasser im Sommer war, so kalt ist es jetzt in der Flasche. Bei der Kälte bin ich dann froh, dass ich mir vorher noch Tee in einer Thermoskanne. Mitgenommen habe. Vor allem wenn ich so die vereisten Pfützen sehe, denke ich manchmal, warum nicht eine wärmere Gegend. Zum Glück bin ich gerade nicht im Landesinneren bei den ganzen Schneefällen.

Es ging dann vom Meer weg in die Berge rein und am Bafa-See vorbei. Die Landschaft war einfach herrlich. Es ging zwar rauf und runter, aber die meiste zeit waren die Steigungen moderat. Der See und seine Umgebung sind auf jeden Fall ein Highlight heute. Ich bin dann noch an einem sehr alten (laut Schild) Gasthaus, einer Burg und der antiken Stadt Euromos vorbeigekommen.

Kurz vor Milas habe ich mich dann entschieden, doch noch weiter zu fahren. Zunächst war der Plan in Milas zu halten. Aber es war erst 15 Uhr und die etwas mehr als 30 km nach Güvercinlik waren noch drin, zumal es recht flach weiterging. Richtung Süden wurde es dann allerdings bedeckt und damit kälter. Bei so schon um die 5 Grad ist es dann schon recht frisch zum Fahren, zumal ich immer recht gut durchschwitzt bin.
Hier auf der etwas ruhigeren Straße hat mich dann das erste Mal auf meiner Reise ein Hund wirklich angegriffen. Zum Glück hat er „nur“ in die Tasche gebissen und ordentlich gezerrt. Das hat mich ganz gut ins Schwanken gebracht. Ein vorbeifahrendes Auto hatte ordentlich gehupt, was den Hund zunächst irritiert hatte und er hat losgelassen. Als er wieder auf mich zu kam, habe ich dann den Stock gezogen, den ich für solche Momente dabei habe. Das schien seine Wirkung zu zeigen. Ich war in der Situation echt ziemlich ruhig, obwohl es das erste Mal wirklich etwas gefährlich wurde. Da gab es andere Situationen, in denen ich richtig Angst bekommen habe. Vielleicht bin ich mittlerweile abgehärtet.

Die letzten ca. 20 km ging es dann noch mal auf die Schnellstraße. Hier gab es wieder mal echt viel Verkehr.

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Ich bin bei herrlichem Wetter aufgewacht und war voll motiviert, die fast 20 km bis Bodrum zu fahren. Ich hatte gestern gut reingetreten und war deswegen nicht so weit weg, wollte gestern aber die letzten Kilometer nicht mehr fahren, weil es schon spät war und ich eigentlich auch genug hatte. Heute ging es dann hauptsächlich an der Schnellstraße entlang, da diese recht stark befahren war, war das nicht ganz so spaßig. Wie immer macht es mir halt etwas Angst, wenn die großen LKWs dicht an mir vorbeiziehen. Landschaftlich war es aber ein Traum. Es ging ein Stück direkt an der Küste entlang mit den Bergen auf der linken Seite und dem Meer auf der rechten Seite. Auf den Bergen, die gar nicht so hoch sind, lag auch teilweise Schnee. Zum Glück waren die Straßen frei. Stefan, mit dem ich in Ephesus war, hat mir Fotos mit viel Schnee geschickt. Die reisende Mutter mit Kind, die ich in Kroatien getroffen hatte, meinte auch, dass es etwas östlicher geschneit hatte.

In Bodrum waren dann die ersten beiden Hotels, die ich rausgesucht hatte, voll. Ich dachte schon, dass es schwierig werden wird. Es war aber noch bezahlbare Unterkunft zu finden. Leider wird das Zimmer nicht wirklich warm und wenn das Wasser der Dusche heiß ist, bleibt es heiß. Kälter geht dann nicht mehr. Nun ja, ich werde es aushalten.
In Bodrum gibt es einiges zu sehen. Das wichtigste und eher unscheinbarste ist wohl das Grab des Königs Mausolos II. zu Halikarnassos, eines der 7 Weltwunder der Antike. Viel ist nicht mehr übrig von diesem Prachtbau. Das meiste Material ist wohl in die Burg geflossen. Es muss einmal wirklich eindrucksvoll gewesen sein. Ich bin dann noch kurz zum Theater. Da habe ich aber wohl in den letzten Tagen zu viele von gesehen. Es war nur ein kurzer Stopp. Danach ging es zur Burg. Hier kann man sich einige antike Stücke wie Skulpturen, Tongefäße, Goldschmuck, Bronzewaffen und vieles mehr ansehen. Die Burg ist aus dem 15. Jahrhundert. Man vermutet hier die Position des Palasts des Mausolos. Es war auf jeden Fall einen Besuch wert.

Das Notizbuch wurde mit Wachs befüllt und darauf die Notizen eingeritzt.

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Das Wetter beim Verlassen von Bodrum war mal wieder super. Die Sonne hat geschienen und die 4 – 5 Grad haben sich wie 9 – 10 Grad angefühlt. Es war auch ordentlich windig, aber zu dem Zeitpunkt war ich noch gut von Hügeln geschützt.
Es ging die Nebenstraße durch wirklich wundervolle Landschaft. Auch wenn ich das die letzten Tage oft gesagt habe, nimmt es nicht die Magie, die mich gerade erfasst. Nach vielen Tagen entlang der Schnellstraße war es ein Traum, mal etwas abseits zu fahren. OK, die Autos, die vorbeifuhren, haben Staub aufgewirbelt und es gab ab und an mehr Löcher als Straße, aber die Gesamterfahrung war 6 von 5 Sternen. Einmal habe ich vor lauter Staunen die Abfahrt verpasst und bin einen Umweg mit mehr Höhenmeter gefahren. Das hat mich nicht die Bohne interessiert. Ich habe jeden Meter genossen und bin freudig durch die tolle Landschaft gefahren.

Yalı
Yalı
Östlich von Çökertme
Östlich von Çökertme

Als es dann so auf über 250 Meter ging, fing dann langsam an Schnee am Straßenrand zu liegen. Ab 400 Meter hatte ich mir dann etwas sorgen gemacht, weil die Straße vereist war und es etwas unangenehm und gefährlich wurde zu fahren. Ich bin immer wieder weggeschlittert. Am Ende habe ich das aber alles gemeistert und bin wieder in niedrigeres Gefilde gekommen. Hier ging es dann am Meer entlang. Und hier gab es dann auch ordentlich Gegenwind. Die Anstrengungen der Höhenmeter, die des Eises und die Kälte haben mir ganz gut zugesetzt. Die zu kurzen Pausen noch dazu haben mich dann ganz schön schlapp aussehen lassen. Ich war froh, als ich das Rad dann in Ören abgestellt habe. Das ist mal richtig Türkei im Winter.

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Heute ging es zunächst mal im Tal entlang, bis dann die Wand kam. OK, keine Wand, aber ein ordentlicher Anstieg auf ca. 450 Meter. Es war leicht bewölkt, es gab kaum Verkehr, es gab wieder eine herrliche Landschaft, wenn da nur nicht diese steilen Anstiege gewesen wären. Die Laune blieb aber die ganze Zeit auf hohem Niveau und ab und zu kam dann auch mal die Sonne raus, was die Temperatur schon ganz erträglich gemacht hat. Die letzten zwei Etappen kann ich nur jedem empfehlen, der hier vorbei kommt. Und die Orte hier sind auf jeden Fall auf Touristen ausgelegt. OK, nicht unbedingt die Orte in den Bergen, eher die am Meer. Die Orte in den Bergen sind dafür authentischer.

Nach einem schnellen Abstieg ging es dann weiter an einer schmalen Straße an der Küste entlang. Auch hier kann ich nur sagen, dass es eine unglaublich schöne Gegend ist. Auch wenn es dieses Jahr ein sehr kalter Winter ist und mir die Besitzerin im letzten Hotel gesagt hat, dass sie in ihren 61 Lebensjahren das erste Mal in der Gegend Schnee gesehen hat, macht es spaß hier langzufahren. Von Ören nach Akyaka waren es nur etwas mehr als 45 Kilometer. Es ging jedoch ganze 830 Meter rauf. Für heute hat die kleine Etappe für mich auch gereicht. Ich habe noch etwas am Meer gesessen und die Sonne genossen, auch wenn der Wind dann doch etwas kalt wurde. Das Leben kann ja nicht immer nur aus Strampeln bestehen.

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Heute am 29.1. ging es dann weiter, jetzt aber wieder an der Schnellstraße entlang. Gleich zum Anfang hatte ich mich verfahren und musste ein echt steiles Stück das Rad rauf zur Schnellstraße schieben, um dann dort direkt wieder bergab zu fahren. Die Fahrt an der Schnellstraße war nicht so prickelnd. Der Seitenstreifen war recht klein und die Autofahrer mal wieder sehr dicht an mir. Ein Stück musste ich dann wieder rauf, um die wenigen Kilometer dann gerade bzw. abfallend weiter zu kommen. In Köyceğiz bin ich dann wieder auf die Abenteurer aus Kroatien gestoßen. Ich habe mich riesig gefreut. Hier gibt es einen netten See und der Ort ist groß genug, dass es genug Versorgung gibt und klein genug, dass er nicht überlädt. Hier mache ich jetzt erst mal etwas Pause. Zwei Berliner Bekannte der Abenteurer hatten mich dann direkt in ihrer angemieteten Wohnung schlafen lassen. Da bin ich auch zwei Nächte geblieben. Da ich noch etwas bleibe, habe ich mir dann aber ein kleines Apartment genommen. Hier habe ich eine Waschmaschine. Eine Küchenzeile gibt es auch, aber kein Geschirr. Mit eine Elektroherdplatte und einem Wasserkocher und meinem Campinggeschirr komme ich aber ganz gut zurecht.

Südlich von Sarayyanı
Südlich von Sarayyanı

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Am Montag ist in Köyceğiz Markttag und Bauern aus der Umgebung verkaufen ihr Obst und Gemüse und was man sonst noch so braucht.

Am 5.2. haben wir einen Ausflug nach Fethiye gemacht. Die beiden Abenteurer und ich mit dem Dolmus gefahren. Die berliner Familie ist mit dem Auto gefahren. Für mich war das ja schon mal ein Novum, da ich in der Türkei bisher nur mit Fahrrad und einmal mit der Fähre unterwegs war. In Fethiye sind wir dann gleich zum riesigen Park und Spielplatz gegangen. Hier lässt es sich schon ganz gut den Tag aushalten. Das Wetter war super und die Gesellschaft ein Traum.

Nach 1 1/2 Wochen in Köyceğiz ging es dann am 9.2. weiter. Mit einem morgendlichen Kaffee im Café wurde ich dann noch von der Abenteurerin verabschiedet. Die Sonne schien, aber es ging ein ganz ordentlicher Wind. Scherzhaft habe ich gesagt, dass ich die Promenade runterfahre und dann wahrscheinlich wegen des Windes wieder umdrehe. Aber dazu ist es nicht gekommen.
Es ging entlang des Westufers des Köyceğiz Sees. Das war ein wenig Umweg, aber ein Tipp der Abenteurerin. Und es hat sich wirklich gelohnt. Die ersten Kilometer kannte ich schon von meiner Anreise, dann ging es aber südlich in die Hügel hinein und das hat sich echt gelohnt. Es gab mal wieder unglaublich schöne Natur zu sehen. Die Hügel und der See waren wirklich ein Blickfang. Teils war es sogar so, dass mich der starke Wind den Berg hochgeschoben hat. Das an einer Stelle, wo es locker 5 % Steigung gab. An anderer Stelle wurde ich aber fast umgeblasen

Bei Dalyan musste ich dann kurz auf die Fähre über den Fluss warten. Von da aus ging es dann Richtung Hauptstraße und hier wurde es dann wieder etwas unangenehmer mit dem Verkehr. Bei Dalaman ging es dann in den Berg rein. Da man als Fahrradfahrer nicht in den Tunnel fahren darf, ging es über den Pass. Da wurde es an der einen oder anderen Stelle schon mal recht steil. Die letzten Meter musste ich echt kämpfen. Dafür ging die Abfahrt nach Göcek dann ziemlich schnell. Hier bin ich dann auch gestoppt. Es wäre mir zu spät geworden, noch bis Fethiye zu fahren.

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Nachdem ich gestern im vermeidlichen St. Tropez der Türkei in Göcek gestoppt habe, ging es heute morgen weiter nach Fethiye. Das ganze aber nicht, ohne vorher wieder mal ein türkisches Frühstück zu genießen. Und die Zutaten heute waren wirklich gut. In der ganzen Zeit hier in der Türkei war es das beste Frühstück.
Die Fahrt ging nach einem kleinen Abstecher am Hafen dann direkt mal rauf auf den Berg die Schnellstraße entlang. Die Gegend hier ist immer noch ein Traum. Auf kleineren Straßen wäre es dann auch etwas angenehmer zu fahren. Aber ich will mich mal nicht beschweren. Nach zwei weiteren Anstiegen ging es dann runter in die Ebene, in der auch Fethiye ist. Hier bin ich dann gleich mal Richtung Meer gefahren. An der Promenade im Norden von Fethiye ist selbst jetzt im Winter einiger Maßen gut von Touristen besucht.

Fethiye Promenade
Fethiye Promenade

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Nachdem ich seit Tagen überlege, wie es weitergehen soll und ich schon fast sicher wusste, dass ich kurz nach Deutschland zurückwill, was von Antalya relativ günstig per Flieger ginge, war ich trotzdem noch nicht ganz sicher. (Wow, was für ein verschachtelter Satz) Heute bin ich aufgewacht und das Erste, dass ich gedacht hatte war, dass ich zurückfahre. Fliegen war sowieso nicht meine Traumvariante. Und der Gedanke zurückzufahren fühlte sich gut an. Also habe ich mein Zeug gepackt und bin zurückgefahren. Heute ging es zunächst zurück nach Köyceğiz.
Am Morgen war es noch etwas neblig. Das sah dann echt toll aus. Klarer Himmel, das Meer, die schneebedeckten Berge, das war wirklich ein Traum. Wie schon zum Hinweg ging es zunächst an der Promenade entlang und an einem großen Spielplatz (hier war ich mit den Abenteurern letzte Woche schon) an ein paar alternativen Bars vorbei in die Berge. Am ersten Berg habe ich dann ein türkisches Hippiepaar getroffen, die mit Bus unterwegs waren. Wir haben kurz gequatscht und die Aussicht genossen.

Es war schon recht früh ziemlich warm. Ich denke so 15 Grad, aber die Sonne fühlte sich wärmer an und ich habe ganz gut geschwitzt. So wenig wie die letzten Tage hatte ich schon sein … Zentralgriechenland nicht an. Nach dem vierten Gipfelsturm, der wieder über einen Pass führte, an dem Autos einen Tunnel nutzen können, habe ich in Göcek gehalten und eine ordentliche Portion Fisch gegessen. Gut gestärkt ging es dann über die nächsten Hügel. Heute habe ich mir die traumhafte Strecke entlang des Westufers gespart. Schließlich waren es ja auch so schon genug Kilometer und Höhenmeter.

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Am Abend musste / wollte ich noch was essen. Nachdem ich hier schon einiges probiert hatte, z. B. die tollen Çif Köfte Tortillas und Fisch und Pizza und und und … wollte ich mal was anderes ausprobieren. Am Ende bin ich in einem kleinen Kebab Laden gelandet. Kebab hier im Sinne von Hackfleisch am Spieß gegrillt. Es war mehr wie ein Wohnzimmer mit einem Grill und ein paar Tischen. Mir wurde gleich gesagt, dass es nur scharfes Essen gibt und das stimmte. Aber das war so lecker und die Gesellschaft war so willkommen, dass es einer der besten alleinessengehen Abende war.

Jetzt habe ich schon wieder zwei Tage in Köyceğiz pausiert. Es fällt mir aber auch nicht leicht, die sozialen Kontakte, Freunde und Bekannte hier so schnell zu verlassen. Es geht halt nicht über den Austausch mit Freunden und die Freude, die Kinder verbreiten. Heute am 14.2. ging es dann aber weiter wieder zurück. Bis Akyaka war die Strecke wieder an der Schnellstraße entlang mit wenig Seitenstreifen und teils wirklich dicht auffahrenden Autos. Die Gegend war ja wieder sehr nett, auch wenn es heute etwas diesig war und man nicht so weit in die Ferne sehen konnte. Ab Akyaka, wo ich kurz für eine Portion Fisch angehalten hatte, um für den Rest der Strecke gestärkt zu sein, ging es dann etwas steiler und höher hinaus. Ca. 20 km vor Ören, meinen heutigen Stopp, ging es dann richtig steil rauf. Irgendwie muss ich die Steigungen vergessen haben. Die Gegend ist aber wirklich schön und jeder Meter eine Freude.

Roman westlich vom Ufuk Strand
Roman westlich vom Ufuk Strand

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Es ging zunächst mal aus Ören raus auf die Verbindungsstraße nach Bodrum. Der erste Teil der Fahrt war auch relativ flach. Nach ca. 20 km ging es dann aber in die Berge und hier waren Steigungen von bis zu 10 % zu überstehen. Ich hatte nicht mehr im Kopf, dass es so steil war. Gut, zur Hinfahrt bin ich hier ja auch runter und nicht rauf. Zudem gab es auch noch echt starken Gegenwind, sodass ich ganz gut kämpfen musste.
Die Sonne hatte zwar den ganzen Tag geschienen, aber am Anfang war es noch etwas trüb und noch nicht so richtig warm. Das kam dann erst am Nachmittag. Als ich hier auf der Herfahrt war, lag oben auch noch Schnee. Der war jetzt komplett weg. Die Berge zeigten sich von ihrer besten Seite und trotz der teilweise anstrengenden Steigungen und dem Wind war es doch ganz schön hier langzufahren.

In Bodrum wollte ich dann für meine SIM-Karte wieder einen Tarif buchen. Der letzte vor einen Monat war 10 GB für knapp unter 40 Lira. Das günstigste heute, was sie mir anbieten konnten oder wollten, war 16 GB für 80 Lira. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied.

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Aus Bodrum raus ging es mal wieder steil hinauf. Die meiste Zeit ging es dann aber an der Schnellstraße entlang. Und hier sind ein paar LKWs und auch PKWs mal wieder viel zu dicht an mir vorbeigefahren. Distancing ist halt für viele nicht so ein großes Ding. Auf dem Fahrrad erschrecke ich aber immer wieder, was dann zu einer ordentlichen Wut führt. Die verpufft allerdings, da die Verantwortlichen natürlich kein Gefühl dafür haben, was in einem Fahrradfahrer vor geht, der Angst um sein Leben hat.

Zunächst hatte ich überlegt, ob ich in Milas Halt mache. Das wäre dann der Ausgangspunkt, um über die Schnellstraße am Bafa-See vorbei wieder gen Norden zu kommen. Und zwischendrin gab es laut Recherche keine Unterkunft. Für das Zelt ist es mir einfach noch zu kalt. Nennt mich Warmduscher und ich lache drüber.
Es gab da aber noch einen anderen Weg. Auf dem Hinweg habe ich ihn wegen der zusätzlichen Höhenmeter vermieden. Jetzt war es eine Option für mich. Der gleiche Rückweg ist halt auch etwas langweilig. Zum Glück hatte ich mir die Steigungen nicht angeschaut. Es ging wirklich steil rauf. Das habe ich zwar schon die letzten zwei Tage geschrieben, aber es gibt immer noch eine Steigerung.
Am Ende habe ich aber eine herrliche Landschaft, wieder neue Frühlingsblumen (ist es etwas vorbei mit Türkei im Winter?) und ein paar Tiere (wenn auch „nur“ Nutztiere) gesehen. Der Weg war beschwerlich, ich musste einige Pausen machen, am Ende war es aber ein echter Erfolg.

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Heute ging es vor allem die Hauptstraße entlang. Das ist nicht so der optimale Weg. Die Nebenstraße ist zwar etwas länger, aber dafür auch angenehmer zu fahren. An der Hauptstraße ging es teils schnurstracks gerade aus und man sieht kaum den Fortschritt. Außerdem fahren hier viele Autos und das oft nicht gerade mit Abstand. Wer hier lang will, sollte auf jeden Fall schauen, wie ich vorher in die andere Richtung gefahren bin.
Die meiste Zeit war es auch bedeckt und gefühlt war es kälter, als der Wetterbericht vorausgesagt hat.
Ab Söke ging es dann noch mal echt steil rauf. Da ich heute irgendwie auch nicht ganz so fit war, fühlte sich die Strecke ordentlich anstrengend an. Kopfschmerzen machen es da auch nicht einfacher.

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Eine Theorie zu den Kopfschmerzen sind Nackenprobleme. Die stellen sich immer mal wieder durch die Dauerhaltung am Fahrrad ein. Auf so langen Touren brauche ich dann vielleicht doch einen anderen Lenker, an dem ich die Position immer wieder ändern kann. Jetzt mache ich erst mal wieder ein paar Nackenübungen.

Am Abend (18.2.2022) habe ich dann auch noch Magen-Darm bekommen, was mich die Nacht wach gehalten hatte. Hier kann es am Wasser liegen, das ich unterwegs aufgefüllt hatte oder an irgendetwas, dass ich gegessen habe.

Auf dem Bett liegend habe ich dann auch noch Ausschlag an den Armen und Beinen bekommen. Die Vermutung ist, dass es vom Bettzeug kommt. Ich habe mal den Schlafsack ausgebreitet. Es ist zumindest wieder zurückgegangen. Vielleicht war mein Körper aber auch schon geschwächt. Es stellte sich raus, dass das Magen-Darm-Problem doch etwas länger anhalten sollte.

(19.2.2022) Eigentlich wollte ich ja das Fliegen vermeiden. Was ich nicht bedacht hatte, war, dass einige Länder, in die ich noch einreise, Impfung für die Einreise verlangen. Meine zweite Impfung war im Juni 2021. Das bedeutet, dass ich nach den neuen Regelungen mit dem Booster bald nicht mehr als geimpft gelte. Hier in der Türkei müsste ich mich für eine Impfung anmelden. Dann könnte ich sogar ein Jahr in der Türkei bleiben. Allerdings ist das mit einigen Formalitäten und auch Kosten verbunden. Zudem muss ich einen festen Wohnsitz angeben mit entsprechender Bestätigung der Unterkunft. Das ist alles recht aufwendig und mit Kosten verbunden. Ob und wie ich in Bulgarien oder Rumänien an eine Impfung komme, habe ich nicht rausbekommen. Am Ende habe ich dann entschieden, von Izmir nach Frankfurt zu fliegen und dann wieder zurück. Ich werde mein Fahrrad und das meiste Gepäck hier in Izmir lassen. So kann ich in Deutschland auch ein paar andere Erledigungen machen, Freunde besuchen und ein paar meiner Klamotten austauschen, die es nicht mehr lange machen.

(20.2.2022) Leider wurde es mit dem Magen-Darm-Problem dann wieder etwas schlechter. Hatte ich anfangs noch überlegt, nach Izmir zu fahren, so musste ich am Morgen eingestehen, dass das eher eine schlechte Idee ist. Allein die zwei Kilometer zur Bushaltestelle hat mich einiges an Anstrengung gekostet. Das Fahrrad in einen der großen Busse zu bekommen war dann nicht mal so schwer. Auch wenn kaum jemand englisch spricht, findet man immer wieder jemanden, der einem weiterhilft.
Im Bus war es echt bequem und der Bus ziemlich modern. Es gab sogar Getränke und Snacks im Fahrpreis inbegriffen, und der war gerade mal 59 Lira (aktuell keine 4 €) inklusive Fahrrad. Auf die Snacks habe ich dann aber verzichten müssen.

Das heutige Datum der 22.02.2022 ist ein Palindrom weil man es von vorne und hinten gleich lesen kann, wenn man sich etwas bemüht. Das ist wohl ziemlich selten. Mich führt der Tag mit dem Flieger nach Deutschland. Deuten will ich das trotzdem nicht weiter. Dafür bin ich wohl nicht esoterisch genug. Das Fahrrad bleibt in Izmir. Hoffentlich klappt das alles auch wie ich es mir vorgestellt habe. Ich will einige Sachen organisieren, mich Boostern lassen und Freunde besuchen. Mir ist allerdings auch bewusst, dass dieser Schritt meinen CO2-Abdruck zunichtemacht.

Am 23.02.2022 gab es dann auch gleich die Impfung. Leider habe ich auf diese mit einem dicken und schmerzenden Lymphknoten reagiert. Das ist aber wohl nicht weiter besorgniserregend und zeigt nur, dass der Körper arbeitet. Ich habe die Zeit genutzt, um vor allem Freunde zu besuchen, meine Kleidung zu waschen und ein paar Sachen auszutauschen. Meine Schuhe mussten ausgetauscht werden, da sie fast durchgetreten sind und schon ein paarmal geklebt wurden. Außerdem nehme ich wieder mein Laptop mit statt das Tablet, das ich letztes Jahr mitgenommen habe. Ich bin am Laptop einfach produktiver.

Am 5.3. ging es dann wie geplant wieder zurück nach Izmir. Eigentlichc ist es ja jetzt vorbei mit der Türkei im Winter denn es ist Frühling. Izmir hat mich aber gleich mal mit Regen empfangen und die Aussicht der nächsten Tage sah auch nicht gerade prickelnd aus. Da ich erst gegen 12 Uhr nachts im Hotel war, war auch nicht mehr viel zu tun, als meine Taschen neu zu packen.

Am nächsten Tag bin ich dann mit Nieselregen aufgewacht. Ich habe mich aber trotzdem und mit voller Zuversicht aufgemacht. Zunächst ging es in Izmir an die Meerpromenade. Hier kommt man ganz entspannt etwas weiter in den Norden. Dann hörte der Radweg auf. Das Navi hilft hier nicht wirklich weiter. Google Maps bietet gar keine Fahrradnavigation, Maps Me und Komoot haben hier auch den Radweg nicht richtig gefunden. Ich war aber der Meinung, man muss irgendwie auf den Radweg kommen, der an verworrenen Schnellstraßen entlang ging. Am Anfang bin ich noch an der Abfahrt vorbeigefahren, da man auf die andere Straßenseite wechseln musste. Das war aber nicht direkt erkennbar, wenn man nicht an der richtigen Stelle rüber geschaut hätte und so das Fahrradwegschild gesehen hätte. Wie gesagt, hier sind die Straßen etwas verwirrend, vierspurig und weitere Straßen über den Straßen mit vielen Auffahrten und so. Nachdem ich dann ein paar Bauarbeiter an der Straße gefragt hatte, haben die mir dann mit Händen und Füßen den Weg beschrieben und ich habe die Auffahrt gefunden.

Hier ging es dann recht entspannt auf dem Fahrradweg entlang, teils an der Straße, teils am Meer entlang, bis es dann Richtung Norden abging. Da ging es dann auf kleineren Straßen relativ flach entlang, die aber trotzdem ganz gut befahren waren. Gerade an den engen Stellen sind die Autos dann doch ganz gut nah gekommen, da die Autofahrer auch nicht warten können, wenn Gegenverkehr kommt. Dafür wurde das Wetter auch noch besser und es kam ab und an sogar die Sonne raus.
In Seytek auf bin ich dann mal wieder auf den Eurovelo 8 (Mittelmeerradweg) gestoßen. Wie offiziell dieser ist, weiß ich nicht und weitere Schilder sind mir dann später auch wieder nicht aufgefallen. Auf der offiziellen Seite des Eurovelos endet dieser ja in Athen. Aber vielleicht wird der hier ja gerade neu ausgebaut. Ein paar Kilometer nach Seytek ging es dann recht entspannt auch mal etwas den Hügel hoch. Das war allerdings alles nicht wirklich nennenswert, auch nach fast 2 Wochen Fahrpause. Kurz vor Aliağa wurde ich dann wieder an einer Security-Absperrung zu einem Wohngebiet gestoppt. Hier machen die Navis echt manchmal Quatsch. Vielleicht sollte das Kartenmaterial hier mal die Straßen als gesperrt markieren, dann würde man sich ein paar Umwege sparen und gleich auf die Schnellstraße fahren.

Bei Panaztepe
Bei Panaztepe

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Die letzten zwei Tage habe ich wegen des doch recht starken Regens mal wieder Pause gemacht. Es gab zwar nicht viel zu machen und eigentlich habe ich nicht mehr so viele Tage von den mir zur Verfügung stehenden 90 Tagen im halben Jahr, aber auf „singing in the rain“ hatte ich auch keine Lust.

Es war zwar nicht der dollste Sonnenschein heute Morgen, aber in den drei Tagen, in denen ich zurück bin, endlich mal wieder kein Regen. Dafür ist es deutlich kälter geworden. Es sind jetzt so um die 10 °C und es soll noch kälter werden. Es soll auf 5 Grad und nachts sogar auf -5 Grad runtergehen. Sind wir dann doch wieder in der Türkei im Winter? Da bin ich wieder da, wo ich hier im Dezember und Januar war. Außerdem hat es den ganzen Tag auch ordentlich gestürmt. Teils musste ich echt reinstrampeln, um überhaupt vorwärts zu kommen und beim Halten hat es mich ein paar Mal fast umgehauen. Außerdem haben die viel zu dicht vorbeifahrenden LKWs dann auch noch ordentlich Staub aufgewirbelt, den ich dann einatmen musste. Und zu guter Letzt hatten die ersten drei Pensionen in Bergama, bei denen ich war, auch noch geschlossen.

Aber nicht alles war heute nicht ganz so optimal. Die Sonne hat mal wieder geschienen, die Strecke war zwar anstrengend, aber relativ kurz und am Ende wartete Pergamon auf mich. Hier bin ich bei der Hinfahrt nichts ahnend vorbeigefahren. Das hat mich schon ein wenig gestört, als ich es dann durch einen anderen Radreisenden mitbekommen habe. Jetzt hat sich aber noch mal die Gelegenheit geboten und ich habe sie beim Schopf ergriffen. Zwar stehen einige der besten Stücke in Berlin im gleichnamigen Museum, aber trotzdem gab es einiges zu besichtigen. Und man sollte auf jeden Fall mal den Berg runtergehen und zu den Gymnasien gehen. Da unten gibt es noch einiges zu besichtigen.

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Es ging dann mal weiter von Bergama (Pergamon). Um die 700er Berge zu vermeiden, es wird nämlich gerade wieder echt kalt, bin ich im Tal erst mal Richtung Westen gefahren. Hier hat mich der Wind auch noch ein wenig unterstützt. Als es dann aber nördlich ging, hat mir der Wind ganz schön den Wind aus den Segeln oder besser die Kraft aus den Beinen genommen. Somit haben sich die zweiten ca. 30 km viel länger angefühlt.
Der erste Teil ging an der Hauptstraße entlang. Dann ging es irgendwann mal ab durch ein paar Dörfer. Das war auch wirklich ganz nett und besser als die ganze Zeit auf dem Seitenstreifen zu fahren. Leider wurde die Ausweichstrecke dann unbefestigt und irgendwann gab es gar keinen Weg mehr, den mich das Navi langschicken wollte. Da bin ich dann wieder auf die Schnellstraße gewechselt. Ca. 10 km vor meinem Ziel in Ayvalık wurde mir aber etwas schwummrig und ich wusste, dass ich doch noch schnell was essen muss. Leider war es auch echt kalt und mein geschundener und durchschwitzter Körper hat ordentlich gefroren. Die nächsten Tage muss ich dann wohl doch dicke Socken und mehr am Oberkörper tragen.

Als ich in Ayvalık ankam, war ich echt begeistert und hatte die Stadt zunächst gar nicht wieder erkannt. Es gab kleine, zweistöckige hübsche Häuser und kleine Gassen. Ich kam auch vom Berg runter und der Blick von oben war wirklich sehr schön. Mein erster Gedanke war, dass ich hier noch nicht war. Das stimmt allerdings nicht, weil ich hier schon war. Nachdem ich dann zum Glück nicht das erste Zimmer genommen habe und dann ein etwas teureres, aber bei Weitem besseres bezogen habe, bin ich ins Zentrum. Hier musste ich feststellen, dass ich die Stadt bei der Hinfahrt eher hässlich fand und auch kulinarisch nicht so begeistert war. Das mit dem hässlich kann ich jetzt schon mal revidieren. Ich war wohl beim ersten Mal nur im falschen Stadtteil. Ich dachte auch, dass ich ein Fischrestaurant ausfindig gemacht habe. Leider war es nur ein Fischhändler. Und so musste ich doch wieder in ein eher Mittelklasserestaurant gehen.

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Als es dann heute aus Ayvalık raus ging, war leider die Straße gesperrt, die ich fahren wollte. Also gab es einen kleinen Umweg. Der führte allerdings erst mal auf einen Hügel rauf, den ich gerne ausgelassen hätte. Aber wir sind ja nicht bei: Wünsch Dir Was. Hm…

An einer Stelle wurde ich dann auch wieder mal von bellenden Hunden empfangen. Die kamen aus allen Richtungen. Da dachte ich schon, OK, mal wieder so eine von den unangenehmen Situationen. Als ich abgestiegen bin, sind die Hunde aber eher scheu geworden und mit etwas Zugerede sind sie scheu an mich ran gekommen. Etwas Streicheleinheiten hat dann die Freundschaft besiegelt. In dem Moment kamen dann auch schon gefühlt 20 Welpen auf mich zu und mir war klar, warum ich angebellt wurde. Die nächsten Meter hatte ich dann einen ordentlichen Wulst an wolligen kleinen Knirpsen um meine Beine (ich hatte das Rad geschoben) herumwuseln. Da konnte ich nicht widerstehen und musste eine Knuddelpause einlegen.

Nach ein paar Kilometern hörte dann jedenfalls die asphaltierte Straße auf und der Weg wurde mehr so Feldweg. Um einen sehr steilen Teil auszulassen und eigentlich den Rest des erahnten Offroadtrips auszulassen, wollte ich dann Richtung Schnellstraße. Dumm nur, dass ich an einer Stelle im Olivenhain auf den Feldwegen falsch abgebogen bin. Als ich das mitbekommen hatte, war meine Motivation wieder da und ich wollte weiter die Feldwege fahren. Noch dümmer, dass diese dann immer spektakulärer, matschiger und wilder wurden. Irgendwann musste ich dann das Rad schieben, weil ich einfach nicht mehr weiter gekommen bin. Und an einer Stelle musste ich auch umdrehen, weil der Weg einfach nicht mehr als solcher existiert hatte. Trotzdem war es ein riesen Spaß und ich konnte mal wieder so richtig im Matsch spielen.

Zurück auf der Schnellstraße hat dann mein Fahrrad eine ordentliche Hochdruckdusche bekommen. So sauber war es schon lange nicht mehr. (Kurze Gedankennotiz: nach der Dusche Kette ölen). In Burhaniye hatte ich dann an der gleichen Stelle wie zur Hinfahrt beim Fischstand Garnelen gekauft und diese am Nachbarstand zubereiten lassen. Um das Déjà-vu vollständig zu machen war auch noch genau das gleiche Wetter, Sonnenschein und kaum 5 °C dazu kalter Wind.
Von hier aus ging es dann noch ein wenig nördlich mit leichten Nordostanteilen. Genau diese hatten dann wegen des Gegenwinds wieder ihre Herausforderungen. Ab Akçay bin ich dann aber eher unspektakulär an der Schnellstraße entlang gefahren. OK, so unspektakulär ist das dann doch nicht gewesen, weil es immer wieder Autofahrer und LKW-Fahrer schaffen, an einer dreispurigen (je Fahrseite) Straße ohne nennenswerten Verkehr mit minimalen Abstand an einem vorbeizufahren.

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Ich war heute Morgen nicht der Flotteste, schließlich hatte ich auch nur ca. 56 km und 450 Höhenmeter vor mir. Daher bin ich dann auch erst gegen 10:30 Uhr losgekommen. Aber für mein Vorhaben war das ja ausreichend. Nach ein paar Kilometern an der Küste entlang klingelte es hinter mir. Zuerst habe ich das gar nicht richtig wahrgenommen und als Nebengeräusche von der Ferne gehalten, bis dann Charlie an mir vorbeifuhr und mich gegrüßte hat. Mit ihm war seine Freundin Violette. Beides Franzosen, die in Neuseeland gelebt haben und nun seit längerem (schon vor Corona) auf dem Weg über Südostasien, Zentralasien und nun der Türkei auf dem Weg nach Frankreich sind. Als wir ein paar Infos ausgetauscht haben, sind wir zusammen losgefahren. Weil ich von meinem Weg ausgegangen war, sind wir auch diesem zusammen gefolgt, bis Charlie merkte, dass er eigentlich einen anderen Weg folgen wollte. Zum Glück für die zwei gab es aber eine Abzweigung. Ich habe mir das auf der Karte dann kurz angeschaut und kurzerhand beschlossen mit den beiden zusammen zu fahren. Zu dem Zeitpunkt hatte ich allerdings nicht eingeplant, dass die beiden etwas schneller unterwegs waren, dass es kalt und sehr windig war und dass mein Weg sowohl in der Länge als auch der Höhe verdoppelt wurde.

Zunächst war noch alles wunderbar. Es war zwar kalt, aber der Wind kam mehr so von der Seite und die Sonne hat geschienen. Es ging allerdings dann doch einige Berge rauf und das oft auch ganz schön steil. In Assos haben wir dann kurz mal halt gemacht und uns das Örtchen angeschaut. Da es aber doch recht kalt war und wir noch dazu hungrig, sind wir dann doch weiter gefahren. Nach einem kurzen Snack-Halt sind wir dann noch mal über einige recht steile Hügel gefahren, um dann in Gülpınar eine Aufwärm- und Essenspause zu machen. Kurz vorher hatte uns aber ein türkisches Pärchen von einer Hochzeit erzählt, bei der wir essen hätten können. Das wäre sicherlich sehr spannend gewesen und wir durchgeschwitzten, stinkenden Fahrradfahrer wären sicherlich auch aufgefallen. Allerdings hätten wir dann sicherlich auch mehr Zeit da verbracht, als uns lieb war. Im Nachhinein wäre das für mich vielleicht die einfachere Variante gewesen und ich hätte schon vorher Schluss gemacht. Aber wie war das noch mal mit der: „Hätte, hätte, Fahrradkette“?

In Gülpınar hatten wir dann schon über 60 km hinter uns, das war hier schon knapp mehr, als ich eigentlich geplant hatte. Vor mir lagen dann aber noch knapp 40 km und es war schon 16 Uhr. Also gut sind wir also weiter. Nach der Pause und mit dem jetzt von vorne kommenden Gegenwind musste ich mich von den beiden verabschieden. Ich hätte die Strecke in ihrem Tempo nicht lange durchgehalten. Lustig war aber, dass ich sie trotzdem mehrfach wieder überholt habe, weil sie hier Wasser aufgefüllt haben, da auf Toilette waren und, und, und. Das hat uns dann immer wieder ein paar Kilometer gemeinsame Fahrt beschert. Am Ende musste ich dann noch über einen Feldweg, aber einer sehr schönen Küstenlinie über einen Hügel. Ich war durch die Steigungen und die Kälte aber schon so geschwächt, dass ich an der steilsten Stelle dann nur noch mit Schieben im Stop-and-go Modus vorwärtskam. Zu dem Zeitpunkt war es dann fast 20 Uhr und schon recht dunkel. Am Ende musste ich dann auch noch etwas nach einem Hotel suchen, da der Ort Odunluk schon die Bürgersteige hochgeklappt hatte.

Wär ich meinem Plan gefolgt, hätte ich den doppelten Weg und die mehr als doppelte Höhe gespart. Ich hätte weniger Zeit in der Kälte verbracht und weniger Zeit Gegenwind gehabt. Dafür hätte ich aber nicht so tolle Gesellschaft gehabt und nicht die tollen Sachen gesehen und erlebt. Trotzdem war es zum Schluss echt anstrengend.

Am „schlimmsten“ war aber die gute Laune von Charlie. Egal wie kalt es war, egal wie steil es rauf ging, er hat gepfiffen und gesungen. Das ist sicherlich ein Rezept, wie die beiden all die Herausforderungen angegangen sind. Ich muss die beiden mal fragen, wenn ich selbst wieder Energie habe. Ich hoffe, dass ich die beiden Morgen wieder treffe.

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Ich war wieder nicht der früheste Vogel. Dafür war es heute auch nicht so weit. Das erste Stück ging es direkt mal auf einen Feldweg. Die meiste Zeit war der zwar fest, aber es gab auch einige Schlammkuhlen, durch die ich musste. Dabei wurde mein gerade erst frisch gewaschenes Rad gleich mal wieder zugematscht und knöcheltief stand ich auch selbst drin. Zum Glück hatte ich vor ein paar Tagen aus Deutschland meine neuen/alten Schuhe vom Speicher mitgebracht. Die alten Schuhe waren durch. Die Neuen sind aber knöchelhoch. Damit hat das gerade so gereicht, dass meine Füße trocken blieben.

Nach ein paar Kilometern bin ich dann auf eine befestigte Straße gekommen. Hier konnte dann der Matsch mal trocknen und ein Teil davon abfallen. Insgesamt war es eine wirklich schöne Gegend. Es ging immer wieder an der Küste entlang. Außerdem gab es heute wesentlich weniger Wind und es war auch nicht ganz so kalt, vielleicht auch, weil es weniger Wind gab. Dafür hatte mich schon recht am Anfang eine Migräne mit Aura aufgetreten ist. Bei mir sind das Sinnesstörungen. Zum Glück kommt seit ein paar Tagen selten noch Kopfschmerz dazu. Trotzdem ist es sehr nervig, da ich durch die Aura (Flimmern vor den Augen) dann wirklich schlecht sehe. Das ist beim Fahrradfahren nicht so praktisch.

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Nach einem Pausetag in Çanakkale bin ich heute wieder aufgebrochen. Der Weg führte mich zunächst über die Meeresenge zwischen Maramarameer und Ägäis, den sogenannten Dardanellen. Mir ist erst auf der Fähre klar geworden, dass ich ja den asiatischen Teil der Türkei gerade wieder verlasse. Vor ca. 2 1/2 Monaten habe ich ja den umgekehrten Weg an einer etwas östlicheren Stelle gemacht. Nach einer kurzen (etwas mehr als 30 Minuten) Fährfahrt ging es dann an der Küste entlang auf der Schnellstraße entlang. Die meiste Zeit war es wirklich entspannt und es waren kaum Autos unterwegs. Es gab ein paar kleine Hügel zu erklimmen, aber alles nicht wirklich wild. Die Hügel haben die Fahrt zumindest abwechslungsreicher gestaltet.

Auf der Fähre Çanakkale nach Eceabat
Auf der Fähre Çanakkale nach Eceabat

Ich hatte noch überlegt, in Gallipoli zu halten. Das war auf dem Weg der größte Ort, der in einer annehmbaren Zeit erreichbar war. Etwas nördlicher liegt aber noch Güneyli. Hier sollte es laut Google auch einige Pensionen geben und es waren 10 km weiter. Da ich gerade mal knapp über 40 km gefahren war und es noch früh war, bin ich weiter geradelt. Im Ort angekommen bin ich zum Meer, wo es eine große Anzahl an Pensionen gab. Hier musste ich dann aber feststellen, dass keine von denen geöffnet hatte. Eine Anfrage in einem Café führte dann zu einem Zimmer für 500 Lira (etwas mehr als 30 €). Zur Info: Das teuerste, dass ich bisher bezahlt hatte, waren 300 Lira. Ich habe also dankend abgelehnt und geglaubt, dass ich jetzt entweder die 10 km nach Gallipoli zurückfahren muss oder zelten muss. Hierzu muss man sagen, dass es nachts noch knapp unter null Grad hat und ich nicht wirklich gut für diese Temperaturen ausgestattet bin. Zurückfahren war aber auch nicht wirklich gut, da das meine morgige Etappe verlängert hätte. Zum Glück bin ich dann noch an einer Pension im oberen Teil des Ortes vorbeigekommen, die auf hatte. Oberer Teil heißt hier, dass es ca. 1,5 km vom Strand entfernt und etwas bergauf gelegen ist. Mit Händen und Füßen kommunizierend, habe ich ein Zimmer für 150 Lira bekommen.
Ich wollte dann noch kurz zum Strand. Der Besitzer wollte mich fahren. Das habe ich aber abgelehnt, da ich laufen wollte. Er ist mir aber trotzdem nachgefahren und hat mich dann aufgegabelt. Es hat sich dann rausgestellt, dass er sich sorgen wegen der wilden Hunde gemacht hat. Am Strand sind wir dann einem ehemaligen Bulgaren, der schon ewig in Deutschland wohnt und auch in der Türkei gelebt hatte, begegnet. Wir haben zusammen gequatscht und es konnte endlich mal übersetzt werden. Mit Google haben wir das nicht so gut hinbekommen. Allerdings hat mein Vermieter auch einiges an Raki getrunken und ich hatte immer noch die Rückfahrt im Kopf. Später, als wir eigentlich schon auf dem Rückweg waren, wollte er dann noch ein Bier mit mir trinken und wir haben an einer Bar gehalten. Ich dachte immer nur daran, ob ich da wirklich wieder ins Auto steigen soll. In der Bar waren dann ein paar wirklich nette Leute und einer konnte sogar etwas Englisch. Damit konnte ich dann auch wieder etwas reden. Sie waren da am Kartenspielen und mein Vermieter und ich saßen nahe am Ofen, in dem wirklich alles reingeschmissen wurde, auch beschichtetes Holz. Nach einem Bier habe ich dann aber gesagt, dass ich dann doch langsam mal zurückwill und wir sind gefahren. Ich dachte schon darüber nach, ob ich nicht besser fahren soll. Aber ich habe die Fahrt überlebt und habe jetzt sogar noch etwas Zeit, hier das alles aufzuschreiben.

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Als ich rausgeschaut habe, hat mir das Wetter nicht gerade die beste Laune verschafft. Im Laufe des Tages sollte sich das aber ändern. Zunächst gab es eine herzliche Verabschiedung vom Host. Er schaute schon gestern immer sehr grimmig und seine Worte, die ich nicht verstand, klangen auch nicht am freundlichsten. Im Grunde war er aber ein sehr liebenswerter Kerl.

Der Weg führte mich wie auch die kommenden Tage an der Schnellstraße entlang. Hier oben im Norden hat man nicht so viele Möglichkeiten. Die meisten Nebenstraßen sind reine Sandwege und bei dem aktuellen Wetter oft eine Schlammschlacht. Unterwegs bin ich dann auf eine Fahrradgruppe getroffen, die auf der anderen Seite (leider durch eine bauliche Absperrung getrennt) mit Begleitfahrzeugen unterwegs war. Es ist natürlich sehr nett, wenn man dann auch mal wieder zugejubelt wird. Das ist in letzter Zeit nicht so oft passiert. OK, das stimmt nicht genau. Oft haben vorbeifahrende Autos gehupt. Leider kann ich schlecht einschätzen, welche davon Grüßen und welche davon irgendetwas anderes Meinen. In jedem Fall erschrecke ich mich oft dabei und wünschte, die Autofahrer würden es eher lassen. Das Erschrecken kommt auf der einen Seite daher, dass es unerwartet kommt oder an viel befahrenen Schnellstraßen dann weil ich so schon gestresst genug bin.

Die Gegend ist etwas langweiliger als im Süden der Ägäis. Hier sind es eher lang gezogene Hügel, die vorwiegend für Landwirtschaft genutzt werden. Jetzt im Winter sind die Felder dann oft leer und es sieht etwas trist aus. Dafür kommen an einigen Bäumen schon die Blüten raus. Das ist ein kleines Highlight. Die Steigungen auf diese Hügel sind auch sehr moderat. Das macht es dann weniger anstrengend zu fahren. Insgesamt gemessen an den Umständen ein entspannter Fahrtag.
Insgesamt gab es auf der Strecke recht wenig Verkehr. Das hält einige Auto- und LKW-Fahrer aber auch auf einer 3-spurigen Straße nicht davon ab, mich auch noch auf dem Seitenstreifen zu schneiden. Die Kurve muss ja auf dem kürzesten Weg beschritten werden. Nach ein paar Aufs und Abs bin ich dann schließlich in Keşan gelandet. Keşan war der erste Ort in der Türkei, in den ich halt gemacht habe und das für mich neue Land kennengelernt habe. Das ist jetzt schon drei Monate her.

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Ich habe mir in dann Keşan einen Tag Pause gegönnt. Es sollte eigentlich den ganzen Tag regnen. Morgens war das Wetter OK, zwischen 14 und 16 Uhr hat es dann aber doch recht stark geregnet. Manchmal muss man einfach faul sein.

Als ich am 18.3. aufgewacht bin, hat mich gleich mal die Sonne angestrahlt. Leider war es aber auch wieder richtig kalt, anfangs nur knapp über null Grad. Und dazu hat auch noch ein kalter Wind geblasen. Der kam zudem auch noch genau aus Norden und hat mir die Reise nicht unbedingt erleichtert. Auf der kurzen Strecke ging es zwar ein paar Meter rauf, das alles aber auf eher leichten Steigungen. Wäre der Wind nicht gewesen, wäre es eine wirklich einfache Tour gewesen. Wie schon am Reisetag zuvor war die Gegend hügelig und es gab nicht so viel Abwechslung. Im Frühjahr ist es hier sicherlich etwas schicker. Dafür bin ich, gemessen an der Fahrt an der Schnellstraße, doch an einigen Städtchen vorbeigekommen, die direkt a die Straße angebunden waren. Sonst muss man erst mal von der Schnellstraße runter. Ein paar Kilometer außerhalb von Keşan war dann auf dem Hügel eine Müllkippe. Da es bergauf ging und der Wind auch noch gegen mich gekämpft hat, war ich nicht so schnell. Dafür hatte ich dann mehr von den hervorragenden Müllhaldengerüchen.

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Der Tag fing mal wieder mit hellstem Sonnenschein an. Dafür war es auch wieder ordentlich kalt und windig. Guten Mutes bin ich dann nach einem doch nicht zu schlechtem Frühstück gestartet. Ging es zunächst noch an der Hauptstraße lang, habe ich kurz nach Uzunköprü dann den Weg über die kleineren Straßen genommen. Leider war hier schon der Gegenwind ordentlich stark. Es war flach und ich bin, wie schon am Vortag und einigen anderen Tagen davor im kleinsten Gang gefahren. Ich musste also gegen den Wind ankämpfen wie gegen die steilsten Berge. Das Problem dabei ist, dass die Berge auch immer mal wieder abfällig sind. Der Wind kommt einfach fast permanent von Norden. Das macht es dann auf fast 60 km zu einer ordentlichen Tortur. Und die Stimmung geht von: „OK, wird schon“, zu: „… echt anstrengend …“, bis hin zu: „… jetzt wird es wirklich frustrierend …“. Und ich hatte einige Momente in denen ich in den Wind gebrüllt habe.
Nichtsdestotrotz ging es auch sehr dicht an der griechischen Grenze entlang. Ich konnte teils fast schon über den kleinen Grenzfluss spucken. Aber mein Weg führt mich ja nicht nach Griechenland sondern nach Bulgarien.

Auf ca. der Hälfte der Strecke habe ich dann einen Halt gemacht, um ein paar der wenigen mitgebrachten Sachen aus meinen Taschen zu essen. Darunter ein wenig Brot und den vom Frühstück mitgenommenen Schokoaufstrich sowie die Möhren, die noch von vor zwei Tagen da waren. In dem Moment, in dem ich das Handy aus seiner Halterung genommen habe, ist es mir auf den Boden gefallen. Das war zunächst nichts Neues. Es ist mir schon ein paarmal passiert. Das erste Mal ist das im Winter 2020 auf Kreta passiert, wo ein Teil des Schutzglases für das Display gesprungen ist. Es hatte nur eine kleine Ecke des Displays selbst getroffen. Heute hat es leider das gesamte Display auf Schwarz gesetzt. Somit ist das geliebte Samsung Galaxy S10, dass ich vor 2 1/2 Jahren für diese Reise gekauft hatte, nun nicht mehr nutzbar. Meine erste Reaktion war erstaunlich ruhig. Und ich bin auch während der Pause und dem verzerr der Pausensnacks sehr ruhig geblieben. Jede andere Reaktion wäre ja auch nur unnütze Energieverschwendung gewesen. Ändern konnte ich ja nichts mehr.

Bei Saçlımüsellim
Bei Saçlımüsellim

Allerdings war mir schon klar, dass es jetzt doch etwas Schwieriger wird, eine Unterkunft für die Nacht zu finden. Mir ist es aktuell noch zu kalt, um draußen zu schlafen. Außerdem brauche ich ein neues Handy dazu gleich. Und ich habe Optionen für meine Unterkünfte vorher schon mal recherchiert. Leider habe ich die nur über Google Maps gespeichert. Das hilft mir, da ich nicht mal mehr Namen kannte, hier nicht mehr weiter. Zumindest wusste ich noch, wo ich hin wollte. Also bin ich mal den Verkehrszeichen gefolgt, die hier dann doch sehr verlässlich waren. Leider wurde auf dem Weg viel um und an der Straße gearbeitet. Nicht dass das schlecht ist, aber dadurch gab es viel Staub und Sand auf der Straße, der von LKWs und PKWs aufgewirbelt wurde. Ich hatte echt viel knirschen im Mund.

Bei Elçili
Bei Elçili

In Edirne habe ich mich dann einfach ins Zentrum durchgefragt. Gut, so einfach war es dann doch nicht, ich wusste das Wort für Zentrum nicht und recherchieren konnte ich es ja nicht. Aber irgendwie bin ich dann im Zentrum gelandet. Wie auch immer ich das hinbekommen habe. Bin ich doch die letzten Jahre immer nur dem Navi gefolgt. Gut, das Fragen und etwas gesammelte Erfahrung hier in der Türkei in den letzten 3 Monaten haben da wohl ganz gut geholfen. Eines der gesuchten Hotels hatte ich zwar nicht gefunden, aber eine bezahlbare Alternative.
Ich habe mich dann gleich auf die Suche nach einem neuen Handy gemacht. Es ist mir schon klar, wie abhängig ich mich hier von der Technologie mache. Aber es ist mir auch wichtig, unterwegs zu wissen, wo ich bin und wie ich weiter komme. Die Alternative wäre hier, Karten auf Papier zu kaufen. Gut, über diese Alternativen denke ich dann später oder in einem anderen Leben nach.

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Leider ist das hier nicht so einfach. Ohne eine wirkliche Idee, was so aktuell ist und was man dafür zahlen muss, bin ich leider etwas erschlagen. Nach dem Abklappern der lokalen Shops habe ich dann ein bezahlbares und für meine Zwecke nützliches Handy gefunden. Ich werde nicht wirklich der glücklichste Mensch sein, aber irgendwie werde ich mich mit der Neuanschaffung durchschlagen. Die neue Herausforderung ist es, das Teil auf den ersten richtigen Stand zu bringen. Das ist leider sehr stark vom Internet des Hotels abhängig, welches leider nicht sehr zuverlässig ist und zwischen nichts und fast keiner Datenrate wechselt.

Da nicht nur meine Zeit in der Türkei ausging, sondern auch noch mein Geld, wollte ich noch ein paar Lira abheben. Mit der neuen Debitkarte der DKB muss man allerdings mindestens 50 € abheben. Das ist für die letzten 1 1/2 Tage aber zu viel. Mit den anderen Karten hat es an den meisten Automaten nicht funktioniert. Irgendwas hat die Automaten immer gestört. Am Ende hatte ich dann aber eine Bank gefunden.

Am 21.3. ging es dann wieder bei Sonne, Kälte und ordentlich Gegenwind weiter. Es war allerdings ein kleines bisschen wärmer geworden. Die Finger haben dann in den Handschuhen nicht mehr so gefroren.
Durch den Wind bin ich auch heute mal wieder nur im 1. und 2. Gang gefahren. Da will wohl Petrus, dass ich meinem Motto treu bleibe. Aber aus nervig wird irgendwann frustrierend.

An der Grenze wurde ich dann erst mal von einer Seite auf die nächste verwiesen und wieder zurück. Es kam mir so vor, als ob da niemand einen Plan hat, wo ich denn auschecken kann. Auf der türkischen Seite stand dann auch nur ein Auto vor mir. Da stimmte allerdings irgendwas nicht und es hat gefühlt ewig gedauert. Mit dem kalten Wind wurde das dann doch etwas unangenehm. Auf der bulgarischen Seite war es dann der Zoll, der alle Autos recht gründlich kontrolliert hat. Bei mir hat der Beamte dann gefragt, ob ich Drogen, Zigaretten oder Alkohol dabei habe. Mehr hat ihm aber interessiert, woher ich komme und wohin es geht.

LKW-Schlange Grenze Türkei-Bulgarien bei Demirköy
LKW-Schlange Grenze Türkei-Bulgarien bei Demirköy

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Weiter geht es in Bulgarien und hier ist dann Schluss mit Türkei im Winter. Es ist ja auch schon Frühling, auch wenn ich davon nichts mitbekomme.

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