BerichteTürkei im Winter

Türkei im Winter

Mit dem Fahrrad durch die Türkei im Winter: Nachdem ich fast zwei Monate in Griechenland gereist bin, bin ich am 19.12.2021 in die Türkei eingereist. Das war so anfangs nicht geplant, aber was solls, Covid war ja auch nicht in eingeplant gewesen.

Mittlerweile ist es Winter und die Temperaturen gehen nachts auf Minusgrade runter. Auch tagsüber ist es eher kalt und wenn es regnet, ist das ne ordentliche Herausforderung.

Der erste Teil des Berichts ist auch schon auf der Seite für Griechenland zu sehen. Da ein Teil ja in der Türkei gefahren wurde, übernehme ich ihn hier mal.

Heute, 19.12.2021, ging es von Nea Chili bei Alexandria in die Türkei. Die Sonne schien und ich war wirklich guter Dinge. Leider kam mit klarem Himmel auch die Kälte. Ich habe sogar Eis in den Pfützen gesehen. Und dazu kam dann auch noch Gegenwind.
Die meiste Zeit ging es einfach nur der Hauptstraße entlang. Es ging rauf und runter, was sich nach der Woche Stillstand doch schon ordentlich angefühlt hat. Die Steigungen waren zwar nicht so schlimm, aber der Gegenwind hat gegen mich gearbeitet. Der Grenzübergang ging recht schnell und unproblematisch. Es ging im Grenzbereich über einen Fluss. Da standen dann Soldaten beider Seiten mit Maschinengewehren. Das gibt auf jeden Fall den nötigen Respekt. Die türkische Seite der Grenze sah schon sehr beeindruckend aus. Die Baustruktur sieht schon etwas nach 1000 und eine Nacht aus. Das ist was ganz anderes als die recht schlichte griechische Seite.

Auch die Kilometer in der Türkei ging an der Hauptstraße entlang. Hier ist es eher eine gut ausgebaute 4-spurige Schnellstraße. Aber es gibt einen breiten Seitenstreifen. Ich wollte ab und an mal abkürzen, aber die Straßen sind immer wieder Feldwege geworden. Und aktuell sind die einfach zu nass und matschig zum Fahren. Eine andere Strecke hätte da vielleicht mehr Landstraße gebracht. Aber jetzt geht es hier weiter Richtung Osten.

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Eigentlich wollte ich direkt weiter fahren. Nachdem ich dann aber mit Frühstücken und allem so lange gebraucht habe und noch eine SIM-Karte besorgen wollte, war es dann schon etwas spät. Irgendwie war ich auch echt müde und habe mich noch mal hingelegt.
Am Nachmittag habe ich aber die Stadt erkundet und damit meine ersten richtigen Erfahrungen in der Türkei gemacht. Was ich bisher sagen kann, ist, dass die Menschen hier wirklich sehr nett sind. Mit Deutsch bin ich an der einen oder anderen Stelle auch besser zurechtgekommen als mit Englisch. Das ist aber sicherlich nicht überall so. Ich will auf jeden Fall etwas Türkisch lernen. Leider geht das nicht so einfach in meinen Kopf. Aber ich bleibe dran.

Am 21.12.21 (woaaah, ein verrücktes Datum, fällt mir jetzt erst auf) bin ich dann doch weiter. Statt der Hauptstraße nach Osten zu folgen, bin ich in den Süden ans Marmarameer. Ich dachte mir so, dass das vielleicht eine schönere Strecke wird. Das Wetter war größtenteils bedeckt, ab und an kam aber auch die Sonne raus. Der Wind hielt sich heute gut zurück. Erst am Meer ist Wind aufgekommen.
Als ich aus der Stadt raus bin wollte ich dann eine Nebenstraße nutzen, um nicht wieder auf dem Seitenstreifen der Schnellstraße fahren zu müssen. Leider wurde diese bald schon zur Sandpiste und ich bin zur Schnellstraße. Allerdings nicht, ohne dass mich mal wieder ein paar Hunde verfolgt haben.


Auf der Schnellstraße ging es dann wieder rauf und runter. Wobei es dann ein ganzes Stück rauf ging, bei dem der Seitenstreifen zu einem dritten Fahrstreifen wurde. Das war nicht so lustig, vor allem, weil ein LKW echt eng an mir vorbeigefahren ist.
Bergab war es dann echt kalt. Klar, ich war durchgeschwitzt und mit dem Fahrtwind wird es dann halt kalt. Unten angekommen musste ich die Schnellstraße verlassen. Und es fing gleich mal mit einem Feldweg mit Matsch und tiefen Pfützen an. In einer, deren Tiefe ich völlig unterschätzt hatte, wäre ich fast abgestiegen. Bei den Temperaturen gerade (-5 nachts bis 5 Grad) wäre das nicht so toll gewesen.

Für die Hunde habe ich mir dann eine neue Strategie ausgedacht. Ich habe ihnen kleine Wurststücke zugeworfen. Das Ganze war ein mittlerer Erfolg. Es hat nicht immer so gut geklappt.
Zum Glück war die Straße dann besser. Ca. 15 km vor meinem heutigen Stopp in Şarköy wollte mich das Navi über einen Feldweg führen. Das war mehr so ein vom Traktor auf dem Feld befahrener Streifen. Die trockenen Teile waren Traktorspurenhuckel, der Rest war Matsch. Ich habe mich dann für die Straße und etwas Umweg entschieden. Vorher habe ich aber noch eine Essenspause eingelegt. Der Stopp hat mich allerdings gut ausgekühlt und ich war (seit Langem) froh, dass es mal bergauf ging und ich Wärme produziert habe.
In Şarköy bin ich direkt mal an einem kleinen Fischshop mit angeschlossenem Restaurant vorbeigefahren. Das wurde gespeichert und später erfolgreich ausprobiert. Leider hatte das Hotel, das ich anvisiert habe, geschlossen. Mir wurde eine Pension vermittelt. Nun ja, ich zahle etwas viel, vor allem für den Zustand, aber ich wollte auch nicht mehr weiter suchen.

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Heute ging es weiter gen Osten. Das erste Stück habe ich mich mal wieder über Feldweg navigieren lassen. Ich muss wohl daran arbeiten. Die Hauptstraße war mäßig befahren. Es ging immer mal wieder rauf und runter. Dabei waren die Steigungen und der Gegenwind die Herausforderungen. Denn am Anfang ging es gar nicht so weit rauf. Dafür war es noch so richtig kalt. Die Pfützen waren noch mit Eis bedeckt. Es ging auch immer wieder am Meer entlang, anfangs noch eher flach, später bäumten sich die Felsen auf. Da muss ordentlich was abgetragen worden sein, um die Straße zu bauen.
Ab ca. 30 km ging es dann rauf. Und das so richtig steil. Unterwegs sind mir dann wieder Hunde begegnet. Offensichtlich habe ich heute alles richtig gemacht. Keiner hat mich wild bellend verfolgt.
Als ich die Berge vermeintlich hinter mir gelassen habe, habe ich noch meine durchgeschwitzten Klamotten für die Abfahrt mit trockenen getauscht. Die Handschuhe waren allerdings auch nass und die Hände ordentlich kalt. Na ja, in ein paar Tagen soll es etwas wärmer werden.
Das letzte Stück hatte dann noch mal ein paar Steigungen zu bieten. Mir wäre ja ohne lieber gewesen. Insgesamt gab es auf der Fahrt echt wenig Verkehr. Das war schon mal echt angenehm. Wenn es wärmer gewesen wäre und die Sonne mehr draußen gewesen wäre, hatte das eine top Tour sein können. Aber ich habe halt an allem zu nörgeln.

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Heute ging es hauptsächlich an der Hauptstraße entlang. Die meiste Zeit war das zwar langweilig, aber OK zu fahren, weil es einen breiten Seitenstreifen gab. Irgendwo zwischendrin wurde der aber wegrationalisiert. Das war dann nicht so lustig, vor allem, da es keine wirkliche Ausweichstelle gab. Ein Stück ging es schon irgendwie durch ein Dorf, dann kam aber eine Stelle, bei der ich durch ein überwachtes Wohngebiet hätte fahren sollen. Hier hat mich aber der Sicherheitsdienst nicht durchgelassen. Also musste ich wieder auf die Schnellstraße. Ein paar Hundert Meter weiter hatte ich gesehen, dass es auf der anderen Seite eine Parallelstraße/Servicestraße gab. Leider gab es zu dem Zeitpunkt auf absehbare Zeit keine Möglichkeit, da hinzukommen. Das war heute nicht das einzige Mal. Ich muss wohl an der Streckenplanung arbeiten.
Mein ursprüngliches Ziel war Silivri. Da angekommen, sprach mich gleich mal ein Mann an und fragte, ob ich aus Deutschland kam. Was für ein Zufall. Er lebte in Freiburg und ist seit 3 Jahren zurück in der Türkei. Wir haben und ein kurzes Weilchen unterhalten, bis ich weitergefahren bin. Ich hatte noch Zeit und wollte etwas näher an Istanbul ran. Natürlich ging es dann gleich mal wieder bergauf. Mein Ziel lag ca. 10 km weiter östlich. Leider war der Preis des Hotels seit meinem letzten Check vor ca. 2 h doppelt so hoch. Mit wenig günstigeren Alternativen und einem Bedürfnis nach einer warmen Dusche habe ich dann das Lehrgeld bezahlt.

Später bin ich dann noch in den nächsten Ort, um was zu essen. Eigentlich wollte ich nur etwas wie Börek oder Köfte, habe dann aber dieses Fischrestaurant gesehen. Beim letzten hatte ich für eine Portion Fisch und Salat 75 Lira (etwas mehr als 5 Euro) bezahlt. Heute war es leider etwas mehr. Ich wusste schon, dass es teurer wird, aber das war dann mal ein Feiertagsessen. Es war mehr so das 7-Fache. Wieder was gelernt oder auch nicht.
Heute sind wieder einige Hunde bellend auf mich zugekommen. Entweder sind die Hunde hier wesentlich entspannter oder ich habe eine Strategie für mich gefunden, die ich noch nicht ganz durchschaue.

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Es hat mich mal wieder etwas Zeit gekostet loszukommen. Heute war es sogar mal wieder mach 10 Uhr. Aber es ist ja auch Weihnachten. Da es die letzten Tage recht kalt war, hatte ich mich mal wieder gut vorbereitet. Die Sonne schien allerdings ganz gut und es waren sicher ca. 5 grad mehr als die letzten Tage. Gleich 500 Meter weiter habe ich mich dann etwas entpackt und die Sonne genossen.

Der Weg ging dann gleich mal in die Vormetropolen von Istanbul. Bei Büyükçekmece ging es auch echt steil den Berg Berg rauf. Auf dem Weg wurde ich von einem E-Rollerfahrer von hinten angefahren. Wo hatte der denn seine Augen auf jeden Fall nicht in Fahrtrichtung. Zum Glück ist uns beiden nichts passiert. Ein ordentlicher Schreck war es trotzdem. Später hatte ich mich an einer Stelle kurz ausruhen wollten. Ich konnte echt nicht mehr. Ein paar Leute wollten dann, dass ich ihnen helfe, etwas Schweres zu schleppen. Ich musste ablehnen. Ich war echt fertig. Allerdings hatten sie das wohl nicht so im Blick, sie riefen mir immer wieder zu.
Mit ordentlichen Steigungen ging es dann weiter neben der Schnellstraße lang. Aber auch die Parallelstraße war stark befahren und entspannt ist anders.
Dann ging es runter ans Meer. Das war so ca. 25 km vor meinem Ziel. Da habe ich mich erst mal in ein Fischrestaurant gesetzt und lecker Weihnachtsessen gehabt. Es gab rote Meerbarbe, yummy.

Weiter ging es dann mit mittlerweile echt starkem Wind Richtung Innenstadt. Kurz vorher bin ich aber noch an einem Strand auf Kitesurfer gestoßen, mit denen ich mich ein wenig unterhalten habe. Zum Glück gibt es ab einem gewissen Punkt dann einen Fahrradweg. Das macht das Fahren wesentlich angenehmer.
Die letzten Kilometer musste ich dann noch mal durch den südlichen Teil des europäischen Teils der Stadt und über die Galatabrücke nach Beyoğlu. Natürlich ging es mal wieder ordentlich die Berge rauf. Vor allem der letzte Teil war fast schon unmöglich.

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Es gibt Momente, da schreie ich den Berg an. Ich weiß, dass es nicht schneller rauf geht, ich weiß, dass es beschwerlich ist, aber ich bin trotzdem ungeduldig.

Am 27.12. bin ich umgezogen. Die Unterkunft, in der ich war, wollte mehr Geld. Jetzt bin ich beim Galataturm. Die Gegend ist zwar etwas mehr hip als die vorherige beim Taksim-Krankenhaus, aber hier gibt es mehr Restaurants und weniger Schnellimbisse.
In der neuen Unterkunft war dann mein Zimmer nicht frei und ich soll mehr für ein größeres Zimmer zahlen. Ich habe es dann aber zum Buchungspreis bekommen. Wäre ja noch schöner gewesen …
Das Zimmer ist zwar groß, dafür auch kalt. Die Klimaanlage reicht nicht aus, um das Zimmer warm zu halten. Aber morgen ziehe ich in ein kleineres Zimmer.

Ich bin dann über die Galatabrücke zum Spice Bazaar und dann zum Großen Basar. Ersterer ist wirklich sehr schön und farbenfroh. Es gibt vorwiegend Gewürze, Süßigkeiten und so Zeugs. Die Straßen von hier zum großen Basar sind auch wie ein großer Basar. Allerdings ist der Große Basar überdacht. Hier bekommt man eigentlich alles, von Klamotten über Gold und Silber bis zu Süßigkeiten.

Auf dem Weg zur Hagia Sophia hat mich dann ein Mann abgefangen, der recht gut Deutsch konnte. Er hat mich dann in einen Teppichladen geschleppt und einen Tee ausgegeben. Ich hätte das eigentlich wissen müssen. In Marokko läuft es ähnlich ab. Nachdem dann klar war, dass ich nichts kaufe, hat er mich recht schnell aus dem Laden gebeten.
Die Hagia Sophia ist schon recht beeindruckend. Mittlerweile ist sie eine Moschee und man kommt barfuß auch rein und kann Fotos machen. Die Blaue Moschee war leider für Renovierungsarbeiten verhangen und es stand eine ewige Schlange an Menschen an. Ich wollte nicht extra warten.

Am 28.12. bin ich dann mal auf die asiatische Seite nach Kadıköy gefahren. Am Ticketautomaten bin ich nicht zurechtgekommen. Der Mitarbeiter hat dann scheinbar wahllos und wild auf den Tasten rumgedrückt. Ein System habe ich nicht erkennen können. Aber es gibt bestimmt eins.
Auf der asiatischen Seite bin ich dann nur ein wenig im kommerziellen Zentrum rumgelaufen und habe lecker Lahmacun und Pide gegessen. Ein Hochgefühl den Kontinent gewechselt zu haben kam nicht auf. Anders als im europäischen Teil ist es auch nicht. Das war aber auch nicht zu erwarten.
Später bin ich dann in ein kleineres Zimmer umgezogen. Das bekomme ich wenigstens warm. Allerdings ist es direkt neben dem Tattoostudio, wo bis nach 2 h morgens Musik lief und tätowiert wurde. Es hat mich etwas Nerven und Überzeugungskunst gekostet, denen klar zu machen, dass sie die Musik leiser machen sollen und die Tür schließen. Mir wurde jetzt in zwei Tagen ein Umzug versprochen.
Meine Kompressionsstrümpfe (Thrombosestrümpfe) sind jetzt schon echt gut abgetragen und mehrfach geflickt. Zum Glück kosten die hier in der Türkei gerade mal 210 Lira. Das sind aktuell ca. 13 € für ein Paar. In Deutschland, Kroatien und Griechenland kosten die mehr so um die 70 – 80 €.

Silvester habe ich jetzt auch noch in Istanbul verbracht. Am 31.12. bin ich erst mal zur Galatabrücke – Karaköy gegangen. Da gibt es einige Fischrestaurants. Hier habe ich es mir zum Abend gut gehen lassen und relativ günstig Fisch gegessen. Am Galataturm gab es eine Lichtshow. Hier bin ich eher zufällig genau im richtigen Moment vorbeigekommen. Um Mitternacht war ich dann an der Mündung des Haliç (Goldenes Horn) in den Bosporus verbracht. Es gab ein Feuerwerk. Sowohl auf der europäischen als auch auf der asiatischen Seite. Das war aber recht schnell wieder vorbei und die Leute haben sich verstreut. Als ich zurück zum Hotel kam, wurde ich mit einem Drink begrüßt. Ich habe noch ein Weilchen mit den Leuten gequatscht und bin dann ins Zimmer und habe dann nach 2 Uhr nach Deutschland telefoniert und gechattet, wo es gerade zum Jahreswechsel kam.

Der 1. Tag des Jahres war eher ein sehr fauler. Habe ich die Tage vorher noch Ausflüge in verschiedene Teile der Stadt gemacht, so habe ich den 1.1.2022 hauptsächlich im Zimmer verbracht. Das muss aber auch mal sein.

Am 3.1.2022, nach ganzen 10 Tagen in Istanbul, bin ich dann endlich weiter gezogen. Das Rad war die ganze Zeit auf der Dachterrasse des Hotels. Am Abend vorher hatte ich dann vor allem die Kette noch mal gereinigt und geölt. Es hatte geregnet und trotz Plastiktüten musste hier gereinigt werden. Das Rad dann heute wieder runter zu schleppen war schon eine Herausforderung. Der Gang glich einer Wendeltreppe in einem kleinen Schlossturm und war sehr eng. Der Weg zum Bootsterminal Yenikapı war eher langweilig an der Hauptstraße entlang. Nur der erste Teil ging ziemlich steil vom Hotel am Galataturm vorbei runter ans Goldene Horn. Von Yenikapı ging es nach Bursa oder besser Mudanya mit der Fähre. Also wieder kein Rad, oder nur ein paar kurze Fahrten.
In Mudanya ging es dann ein Stück an der Meerpromenade entlang. Hier habe ich mich auch einquartiert. Insgesamt waren es nur etwas mehr als 10 km auf dem Rad heute.

Da sind immerhin die ersten ca. 5 km in Asien dabei. Mal abgesehen, dass ich bei Angkor Wat schon mit dem Klapperrad einige recht lange Touren gemacht habe.

Ich war am 4.1. echt früh auf. Dann musste ich aber erst mal Frühstück suchen. Am Ende gab es Pide Kuşbaşılı. Irgendwann muss ich aber auch mal ein typisch türkisches Frühstück essen.
Nach dem Frühstück ging es natürlich gleich mal steil hoch rauf. Gut, so hoch war es nicht, aber die Steigung hat gereicht. Dafür gab es, wie sehr oft bei einem Anstieg, eine wunderbare Aussicht. OK, die Gebäude könnte man weglassen. Das kam dann aber noch. Viele der Wohngebiete sind auch hier umzäunt. Man schaut oft über die Zäune aufs Meer. Dafür ging es dann eine Weile rauf und runter an der Küste entlang. Ab und an ging es etwas mehr ins Landesinnere. Dafür wurde es auch immer wenig besiedelt. Insgesamt war es eine tolle Tour mit viel Natur und ein Einblick in kleine türkische Dörfer am Meer. Denn die bin ich dann doch ab und an durchfahren. Interessant fand ich, dass die meisten Hunde doch sehr entspannt sind. Heute sind bei der Anzahl an Hunden, die ich getroffen habe, nur zweimal die Hunde wild geworden.

Schön war auch, dass mal wieder die Sonne raus kam und am Nachmittag war es sogar recht warm. Morgen soll es sogar fast 20 Grad geben. Dafür soll es bald wieder schlechteres Wetter geben und es soll kälter werden. Aber mal abwarten.

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Bis vor ein paar Wochen hatte ich noch eine grobe Vision. Es sollte die Adriaküste entlang nach Griechenland gehen. Mit dem guten Wetter, dem Ziel im Blick und täglich die Frage, wie und wo geht es jetzt lang ging es die meiste Zeit gut vorwärts. Und die tollen Begegnungen haben die Reise noch versüßt. Griechenland war erreicht. Ein paar Krankheiten auf dem Weg, die winterliche Kälte und eine kleine Herzenssache haben dazu geführt, dass mir ein neues Ziel oder eine Vision fehlen. Zurück geht noch nicht. Das hat das letzte Mal zum Stillstand geführt. Ohne ein konkretes Ziel vor Augen fehlt aber auch die Motivation. Das macht es dann nicht einfach, morgens aufzustehen, zu packen und reinzutreten. Ich brauche auf jeden Fall wieder eine Vision für die Tour oder ich sollte mir eine Neue suchen …

Es ging dann heute mal wieder die Schnellstraße entlang. Mit der aufkommenden Sonne und den steigenden Temperaturen hat sich das heute aber zu einem echt tollen Reisetag gemacht. Und irgendwie habe ich heute wieder mehr genießen können.
Neben dem Gegenwind haben mir heute aber auch die Verwirbelungen der LKWs etwas zu schaffen gemacht. Da ist der breiteste Seitenstreifen manchmal gefühlt zu schmal. Dafür gab es heute ein paar mit Hupen zujubelnde Autos. Das baut echt auf.
Der Po ist aktuell mal wieder wund gesessen. Die lange Zeit nicht auf dem Rad zu sitzen, macht den Hintern wohl weich. Ich muss mir wohl wieder Vaseline besorgen.
Die Planung sagte es sind ca. 50 km. Irgendwie waren es dann aber wohl weniger als 40 km. Was solls, ich will mich mal nicht beschweren. Ich konnte die Sonne und Wärme ja auch so genießen. Der Po dankt es mir.

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Gestern habe ich dann auch noch ein Coaching-Angebot von einer Freundin bekommen. Das konnten wir heute direkt mal machen. Das tat wirklich gut, hat mir neue Perspektiven und Denkanstöße geboten und war Balsam für die Seele.

Von Bandirma aus ging es wieder auf die Schnellstraße. Leider gibt es hier nicht so viele Optionen, wenn man nicht gerade Inland oder Waldweg fahren will. Letzteres ist vor allem mit dem nassen Boden eher nicht so mein Ding aktuell.

Es ging mal wieder im Achterbahnmodus rauf und runter. Aber das fand ich heute gar nicht so ein Problem. Im Gegenteil, ich bin wieder einigermaßen im Flow und genieße es. Allerdings hat heute der Wind noch stärker geblasen. Teils ging es bergab und ich musste noch ordentlich reintreten. An anderen Stellen kam der Wind von der Seite. Da hat er mich ab und zu fast von der Straße in den Graben gefegt. Wenn dann noch ein dicker LKW an mir vorbei zog, hat der Sog mich dann zuerst in Richtung LKW gezogen und der Wind dann wieder in die andere Richtung geblasen. Da waren heute höchste Konzentration und zeitgenaues Gegenlenken gefragt.

Zum Glück schaute heute wieder die Sonne raus und es war relativ warm. Die angekündigten 19 Grad würde ich aber nicht bestätigen.

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Es war mal wieder ein Friseurtermin fällig. Das letzte Mal war es im Albanien in Tigris. Das müsste jetzt ca. 3 1/2 Monate her sein. Es gab eine Überraschungsfrisur. Insgesamt ist es aber echt ganz gut geworden. Das beste war dann, als er den brennenden Wattepad rausholte und mir in die Ohren hielt. Es sollte die Haare im Ohr verbrennen. Da war bei mir natürlich nichts zu holen … hüstel.

Heute ging es gleich mal mit Nebel los und das sollte sich auch nicht so schnell ändern. Ich hatte genug gesehen, um zu fahren, aber der weitere Ausblick war manchmal etwas trübe. Trotzdem konnte ich ganz gut erkennen, dass es eine echt schöne Gegend ist. Es gibt hier mal zur Abwechslung Wälder im Gegensatz zu den Agrargebieten vorher. Zum Großteil ging es auch wieder die Schnellstraße entlang. Die Ausweichwege, die mir das Navi vorgeschlagen hatte, waren fast alle für den Durchgangsverkehr gesperrt. Dafür gab es zumindest bis Lapseki kaum Verkehr. Aus irgendeinem Grund war ich heute mal wieder körperlich ganz gut drauf. Trotz des bergauf und bergab bin ich doch gut vorangekommen. Ein Vorteil war, dass es nicht so viel Wind gab. Dafür wird es wieder frischer. In ein paar Tagen soll es sogar schneien.

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Es war auch heute wieder verhangen. Aus der Stadt raus war etwas beschwerlich, wie es so oft in Städten ist. Dann ging es erst mal eine ruhigere Straße entlang. Es gab sogar einen Fahrradweg. Einer der Autofahrer meinte aber, dass er statt seine Fahrbahn lieber den Fahrradweg nutzen will und hat mich dann auch noch fast angefahren, als er an mir vorbei kam. Das ist mir immer wieder aufgefallen, dass vor allem auch LKWs gerne den Seitenstreifen mit nutzen. Das ist ja eigentlich kein Problem, solange sie beim Vorbeifahren dann abstand halten.

Dann ging es wieder auf die Schnellstraße. Es war etwas mehr Verkehr, als ich mir gewünscht hätte. Nach ca. 20 km bin ich dann zur Abfahrt nach Troja. Vor ein paar Tagen hatte ich das noch gar nicht auf dem Schirm. Meine bisherige Recherche hat das nicht hervorgebracht. Die Ausgrabungen bestehen aus unterschiedlichen Schichten aus unterschiedlichen Zeiträumen und sind dementsprechend mit Troja (römisch) I bis Troja (römisch) X. Ob die Geschichte von Homer wirklich wahr ist, ist wohl umstritten. Und ob die Stadt Troja hieß wohl auch. Fakt ist, dass die Gegend Troa hier im Nordwesten der Türkei.

Beim Ausgang bin ich dann wieder einigen Welpen begegnet. Da würde ich am liebsten Mal einen einpacken. Hier scheinen sie aber versorgt zu werden. Zum Knuddeln sind sie trotzdem. Als ich wieder los bin, fing es gleich mal an zu regnen, nicht viel, aber ausreichend, um auf Dauer nass zu werden. Also habe ich mal die Regenhose rausgeholt, die ich in Athen gekauft und noch nicht angehabt hatte. Im Stehen ist sie lang genug. Auf dem Rad schauen aber ordentlich die Beine raus. Eine Hochwasserregenhose sozusagen. Das Problem dabei ist, dass das Wasser dann in die Schuhe fließen kann und dann die wasserdichten Schuhe nichts bringen.
Der weitere Weg führte dann an der Schnellstraße entlang. Kurz vor Ezine musste ich dann anhalten und was essen. Ich war echt schon seit einer Stunde am Schwächeln. Kurzerhand habe ich beschlossen, nicht mehr weiter zu fahren, es war schon mach 15 Uhr und die nächste Bleibe mehr als 20 km und ein paar Hundert Höhenmeter entfernt. Außerdem war ich schon etwas geschafft. Kurze Erneuerung der Erinnerung: immer genug Energie unterwegs. Damit hatte ich nur noch 5 km zu bewältigen.

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Regen, Steigungen und Wind beschreiben den Tag wohl ganz gut in drei Worten. Trotzdem hatte ich heute echt super Laune und habe sogar auf dem Rad gesungen.
Nach 20 km auf der Schnellstraße wurde es dann endlich etwas ruhiger. Es ging nämlich einen kleinen Umweg entlang schneller an die Küste. Noch einmal bergauf und die Anstiege lagen hinter mir. Leider wurde es hier von 2-spurig mit Seitenstreifen zu 3-spurig ohne. Das ist immer ein kleiner Grund zur Besorgnis.
Dafür gab es mal wieder echt super Landschaft zu bewundern. Ich hätte alle 10 Meter anhalten können und fotografieren können, hätten mich der Regen und die schlechte Sicht (auch durch beschlagene Brille) nicht abgehalten. Bergab bin ich zu einem echten Eiszapfen gefroren. Die ganze Zeit hatte ich mich auf die Abfahrt gefreut. Endlich nicht mehr treten. Durch die Auffahrt war ich ja recht gut aufgeheizt, das verflog aber in den nassen (geschwitzt und verregnet) Klamotten recht schnell. Und der Gegenwind hat auch noch gestoppt und zusätzlich für Kälte gesorgt. Als ich dann aber das Ägäische Meer gesehen hatte und ein paar Meter wieder reingetreten hatte und mit etwas wärmer wurde, war die Stimmung wieder oben. Ein kleines Picknick auf der überdachten Terrasse eines geschlossenen Restaurants mit Blick aufs Meer war dann auch noch ein weiteres Highlight des Tages. Am Meer ging es dann auf einer kleinen Straße weiter. Die war aber doch einigermaßen befahren. Völlig nass und trotzdem glücklich bin ich dann ins Hotel und hatte mich auf eine heiße Dusche gefreut. Leider war das Wasser alles andere als heiß.

Eine weitere Herausforderung ist es die Klamotten wieder trocken zu bekommen. Ich meine, wir reden hier von: Fahrradhose (kurz), Hose (lang), Regenhose, Socken, Shirt, Fleece, Regenjacke, Handschuhe, Schals, … . Das muss alles aufgehänget werden. Hier fehlt es leider oft an Haken, Kleiderbügeln und Stühlen. Das ist schon eine echte logistische Meisterleistung, die ich hier vollbringe. Ah, ich vergaß noch meine sexy Kompressionsstrümpfe, die ich noch wegen der Thrombose trage.

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Bis vor ein paar Tagen hatte ich noch ein echtes Tief. Ein Telefonat mit einer guten Freundin und ein paar neue Ziele haben mit mir dann vorläufig mal aufgeräumt. Das macht aktuell das Reisen einfacher und befreit mich von Erwartungen und Ängsten. Ich bin gerade wieder etwas freier für die neuen Erfahrungen und die sind hier in der Türkei zahlreich. Und das, obwohl ich schon so viel rumgekommen bin.

Ich hatte gestern noch überlegt, einen Tag Pause zu machen. Hätte es geregnet, wie der eine oder andere Wetterbericht vorhergesagt hat, wäre das wohl auch geschehen. So bin ich dann bei leicht bewölktem Himmel losgefahren. Allerdings nicht, ohne noch mal einen kurzen Blick ans Meer zu werfen. Denn es ging wieder an der Schnellstraße lang. Ein echtes Problem war jedoch der recht kalte und starke Gegenwind. Bei flacher Strecke bin ich im Gang gefahren, den ich so auch bei stärkeren Steigungen nutze. Bei Akçay, nach ca. 20 km bin ich dann auf eine ruhigere Straße gekommen. Diese führte dann auch mehr südlich statt östlich und der Wind kam nur noch von der Seite. Da bin ich etwas besser voran. Ursprünglich hatte ich geplant, beim Ören Stand ca. 18 km weiter zu stoppen. Nachdem ich da lecker Garnelen gegessen hatte, fühlte ich mich bereit, die nächsten Kilometer auf mich zu nehmen. Die Garnelen hatte ich beim Händler gekauft, direkt pulen lassen und im Restaurant nebenan zubereiten lassen. Gegessen habe ich dann am Hafen in der Sonne und etwas windgeschützt. Das hat die Laune gesteigert, Energie gegeben und Vorfreude auf die letzten ca. 35 km gemacht. Hätte ich gewusst, dass da ein paar ordentliche Steigungen auf mich warten und ich teils schieben musste, hätte ich mir das eventuell anders überlegt. Nachdem die Straße dann immer abenteuerlicher wurde, bin ich wieder auf die Schnellstraße ausgewichen. Die verlief etwas mehr im Landesinneren. So hatte ich einen guten Blick aufs Meer, denn es ging noch mal etwas rauf.

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Heute fing der Tag gleich mal wirklich gut an. Ich bin gestartet, habe ein paar Sachen fürs Frühstück eingekauft und hatte ein paar wenige Kilometer eine Bank am Meer gefunden, auf der ich dann gegessen habe. Aykalık hat mich ja kulinarisch nicht so begeistert. Vielleicht war ich nur in den falschen Lokalen. Das Frühstück (Teigtaschen mit Käse und welche mit Käse und Tomaten) war jedenfalls sehr gut.
Es ging dann an einer Traumküste mit herrlicher Sonne entlang. OK, es war immer noch kalt. Die Finger haben auch in Handschuhen noch ein wenig gefroren. Im Gegensatz zu den Letzten zwei Tagen hatte aber der eiskalte und starke Wind nachgelassen. Und statt 3 Grad (gestern) hatten wir ganze 8 Grad (laut Wetterbericht). Als es dann das erste Mal bergauf ging, musste ich jedenfalls das dickere Fleece gegen ein dünneres tauschen. Das aber erst später wie Ihr sehen werdet.

Irgendwann ging es dann auf die Schnellstraße. Das ist mit Seitenstreifen oft nicht wirklich zu problematisch. Es ist aber auch nicht so schön zu fahren. Eine Ausweichroute führte mich dann direkt mal zu einem Feldweg. Das ist, wenn es trocken ist, sicherlich nicht das größte Problem. Nachdem ich aber in letzter Zeit oft vor Matsch oder mit Traktoren ausgefahrenen Wegen Stand, bei denen ich dann nicht weiter kam, versuche ich solche Wege zu meiden. Allerdings hatte ich schon im Gefühl, dass ich auf so einen Weg treffen werde. Es scheint sich nach ein paar Monaten wohl ein sechster Fahrradfahrersinn einzustellen. Ich bin dann wieder zur Schnellstraße. Es war ja nicht abzusehen, wie lange ich dem Feldweg folgen muss und was da auf mich wartet.

Auf dem Weitern Weg hätte ich dann fast in Dikili Halt gemacht. Ich fand das Wetter so toll und der Ort mit seiner Meerpromenade war auch mal eine nette Abwechslung zu den Städtchen, deren Küstenlinie eher verbaut ist. Es war gerade 13 Uhr und ich hätte den Nachmittag ganz entspannt verbringen können. Am Ende hat mich aber dann doch die Reiselust gepackt. Das Wetter war gerade ideal zum Fahren (verglichen mit den letzten Tagen), ich hatte genug Energie und war gut drauf. Was hält mich dann also?!
Es ging dann gleich mal wieder steil rauf. Hier musste ich dann den dickeren Fleece gegen einen dünneren tauschen. Hier kam dann ein Mann auf mich zu, der echt interessiert war. Leider war die Sprache eine Barriere. Aber die Geste und die wenigen getauschten Worte sind wirklich aufbauend.
Der weite Weg führte mich dann durch eine wirklich schöne Gegend. Mit der Sonne und der guten Laune zusammen ist das echt aufbauend. Hier musste ich dann auch mal wieder eine Fotosession einlegen. Ein paar Kommentare meinten, dass ich doch meine Auftritte etwas persönlicher gestalten sollte, weil ich nie Bilder von mir gezeigt hatte. Dem habe ich mich dann angenommen. Allerdings ist mein Fotoständer kaput gegangen. Ich suche also immer nach Möglichkeiten, das Smartphone in Position zu bringen. Zumeist ist das am Boden hinter einem Stein. Daher sind die Bilder auch immer aus dieser Perspektive. Ein weiteres Problem ist die zeitliche Komponente. Das Timing ist manchmal nicht so einfach. Deshalb bin ich dann an einem Bild oft 15 – 30 Minuten dran, bis es mal ansatzweise nach was aussieht.

Nachdem ich dann die doch recht befahrene Nebenstraße wieder mit der Schnellstraße tauschen musste, wurde der Seitenstreifen so bei Zeytindağ echt schlecht. Zunächst war er mit getrockneten Schlamm voll, der den Seitenstreifen zur Buckelpiste gemacht hat und dann wurde der Seitenstreifen auch noch sehr schmal. Das sind beides nicht so die idealen Bedingungen. Dafür bin ich hier seit gefühlten Ewigkeiten mal wieder auf Eukalyptusbäume gestoßen. Die Blätter abzureißen, zu zerdrücken und die Öle einzuatmen war ein wirklich gutes Gefühl. Keine Angst, ich reiße nur so 3 – 4 Blätter ab. Das wird so ein Baum hoffentlich überstehen.
Irgendwann, kurz vor Aliağa ging es dann wieder an die Küste auf einer Promenade entlang. Das war nicht nur entspannt, es war auch noch ein wirklich tolles Gefühl.

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Über die Podcasts, die ich aktuell höre, bin ich auf die Kurzerklärung, warum dünne Fahrradreifen nicht so relevant sind, gestoßen. Das muss ich hier jetzt einfach teilen. Denn ich fahre 26 Zoll und 2,0 Zoll Breite, also 50-559. Das wurde auf der Reise von einigen Radfahrern schon kritisiert, weil es ja langsamer wäre. Der Podcast gibt hier eine kleine Erklärung dazu.

Es ging zunächst entlang der Schnellstraße an Industriegebieten vorbei. Die Straße hatte leider oft einen schmalen oder einen sehr verdreckten Seitenstreifen. Die Massen an LKWs, die dann an mir vorbeizogen, machten mir das Leben nicht einfach. Es war eher etwas beängstigend. Vor allem die abbiegenden LKWs, die mich überholt haben und dann direkt vor mir die Ausfahrt genommen haben, waren dann doch etwas viel. Am Ende hatte ich einiges an Staub auf den Klamotten und sonst überall.
Vor Menemen wurden es dann eher Gewerbegebiete. Zum Glück gab es hier ein Stück auf einer ruhigeren Straße und hinter Menemen wurden dann die LKWs auch weniger und der Seitenstreifen besser.
Ca. 20 km vor İzmir fing dann auch noch ein Fahrradweg an. Mit etwas weniger Fußgängern auf diesem wäre das Fahren auch etwas flüssiger gewesen. Die strahlende Sonne und das Meer im Blick waren grandios. Bei der Einfahrt in İzmir habe ich dann aber eine falsche Abbiegung genommen und den Fahrradweg verlassen. Der Promenade weiter zu folgen wäre sicherlich ganz nett gewesen. Man kann ja nicht immer alles haben.

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Heute, am 16.01.2022 habe ich erfahren, dass ich Pergamon verpasst habe. Und das nur um ca. 30 km. Und das alles wegen der Sprachbarrieren. Im Türkischen heißt es Bergama, im Englischen heißt es Pergamum. War alles nicht auf meinem Schirm.

Nach ganzen drei Tagen in Ìzmir ist es dann mal wieder Zeit weiter zu fahren.

Heute am 19.1. ging es wieder aus der Stadt raus. Ich bin etwas länger geblieben als geplant und habe einiges an Zeit aufgewandt um nichts aufzuwenden. Es ging zunächst mal wieder auf der Schnellstraße durch die Stadt. Es gibt zwar kleinere Straßen, aber in dem Fall wären sie über den Berg gegangen, den ich umfahren wollte oder eben durch äußere Stadtbereiche. Jedenfalls ging es dann die Schnellstraße entlang, die ab und an einen Seitenstreifen hatte, ab und an sogar eine Art Fußgängerweg (wobei ich nicht weiß, wer das nutzt, es war nicht wirklich bewohnte Gegend) und ab und zu musste ich mir mit LKWs und anderen Fahrzeugen den rechten Streifen teilen. Zudem wurde mal wieder ordentlich Staub aufgewirbelt. Über den Berg hinweg (ein kleines Stück musste ich zwischen zwei Hügeln doch rauf) fing dann das Gewerbegebiet an. Hier gibt es dann doch einige Ein- und Ausfahrten und ich musste oft gut bremsen, weil ein Fahrzeug aus einer Ausfahrt geschossen kam oder ein Überholendes dann direkt vor mir rechts abgebogen ist oder direkt vor mir meinte anhalten zu müssen.

Ab ca. Kilometer 17,5 war ich dann aus dem Gröbsten raus. Es gab wieder einen breiten Seitenstreifen und weniger Ausfahrten. Zudem nahm der Verkehr etwas ab.
Es dauerte dann aber nicht mehr lange, bis ich eh auf eine ruhigere Straße abgebogen bin. Hier ging es auf einer kleinen Straße ein ganzes Stück entlang der Bahnstrecke. In Develi musste ich dann kurz den Weg suchen. Ich musste nämlich die Bahnschienen überqueren und bin irgendwie an der Stelle vorbeigefahren. Von hier aus ging es dann in eine schöne Landschaft und direkt mal an einem See vorbei. Dann ging es zwischen dem Bergen entlang und ein Stück weiter hoch bis an die Küste. Die habe ich dann von einer netten Höhe bewundern können. Mit noch ein paar kleinen Zwischensteigungen ging es dann fast ausschließlich runter ins Tal und von hier aus nach Selçuk. Hier gibt es das antike Efes zu bewundern. Leider war ich ein wenig spät dran und die Sehenswürdigkeiten im Schatten und einiges auch schon geschlossen. Ich werde mir morgen einfach Zeit nehmen und dann auch nur eine kleine Strecke weiter in den Süden nehmen.

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Heute (20.1.2022) habe ich nicht so gut geschlafen. Im Nachbarzimmer hat es heftig gehustet. Mit Covid überall ist das dann ein wenig beängstigend für mich.

Nach einem kurzen Frühstück bin ich dann heute direkt mal zur Johannes Basilika in Selçuk gegangen. Das ist einer der größten Sakralbauten im Byzantinischen Reich gewesen und von Justinian I zu Ehren des Apostel Johannes um ca. 530 erbaut worden.
Und ich muss sagen, mich hat lange keine Ruinen mehr so beeindruckt wie diese Basilika. Sicherlich hat das auch was mit der Einbettung in eine schöne Umgebung und dem Licht zu tun, aber ich hatte heute mal wieder richtig Freude an Geschichtskultur. Und auch das Museum hat mich dann echt beeindruckt und ab und an lächeln lassen. So zum Beispiel bei der Figur des Priapos – Sohn von Dionysos und Aphrodite – Gott der Fruchtbarkeit, symbolisiert durch einen riesigen Phallus und einem Korb voll (wahrscheinlich) Obst oder die großen Statuen von Artemis, die unzählige Brüste hatte. OK, ich schweife ab. Aber die Ausstellungsstücke sind wirklich beeindruckend und Zeigen Stücke aus mehreren Jahrhunderten, angefangen mindestens 800 vor der Zeitenwende.

Am Mittag bin ich dann zum Bahnhof. Hier habe ich Stefan abgeholt. Er ist auf einer ähnlichen Route und wir haben uns nur knapp in İzmir verpasst. Das wollte ich jetzt nachholen. Zusammen sind wir dann zu den Ruinen von Ephesus (Efes). Er mit Taxi und ich mit Rad. Natürlich gibt es zwei Eingänge zu diesem doch recht großen Gelände und wir waren beide an Unterschiedlichen. Aber das sollte dann mal kein so großes Problem sein. Zusammen haben wir dann Ephesus entdeckt und einige Anekdoten und unsere Pläne ausgetauscht. Ephesus ist wohl eine der größten antiken Sehenswürdigkeiten, die ich bisher gesehen habe, lässt man mal das Zusammenhängende aber neu besiedelte und bebaute Athen außen vor. Es war wirklich beeindruckend und eine Freude, hier langzulaufen und den Ort zu entdecken. Am Ausgang haben wir dann doch gleich noch ein Rad eines weiteren Reisenden entdeckt. Wir haben eine Nachricht hinterlassen. Später hat mir Stefan noch geschrieben, dass er den Besitzer getroffen hat und mit ihm essen war. Es gibt sie also doch, auch wenn ich eine Zeit keinen persönlich getroffen habe.
Es ging dann erst mal zurück Richtung Küste auf dem Weg, den ich gekommen bin. Von da ab wurde es dann wieder hügelig und ich musste auf die knapp über 20 km doch noch etwas reintreten. Die Gegend hier ist zwar wirklich schön, aber auch gut verbaut. Kuşadası ist wohl ein beliebter Touristenort. Die Infrastruktur lässt dass schon erahnen.

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