BerichteGriechenland mit dem Rad (zum zweiten Mal)

Griechenland mit dem Rad (zum zweiten Mal)

Meine bisherige Reise führte mich zuletzt über Montenegro und Albanien und jetzt dann durch Griechenland mit dem Rad. Das Ganze schon zum zweiten Mal. Dieses mal habe ich ca. 1775 km zurück gelegt und bin dabei ungefähr 14500 Meter rauf gefahren.

Nach dem Pausetag in Ksamil ging es dann also nach Griechenland. Zunächst ging es mal rauf, um dann gleich wieder runter an einen Fluss zu gehen, der von einer kleinen, recht zusammengehämmert wirkenden Fähre überquert werden musste. Vom Nationalpark habe ich nicht so viel gesehen. Da waren überall Olivenhaine.
Den Fluss überquert ging es dann wieder rauf in die Berge Richtung Grenze. Irgendwann, so 8 km vor der Grenze, muss ich mir den Schlauch aufgeschlitzt haben. Anfangs dachte ich noch, dass ich das mit Aufpumpen schon noch über die Grenze schaffe. Ich wollte nicht in der Mittagshitze anhalten. Das Pumpen wurde aber immer häufiger. Zum Glück bin ich an eine Tankstelle gekommen, die mir Schatten bot.
Nach der Reparatur war es nur noch 2 km bis zur Grenze. Da angekommen, musste ich einen Covid Schnelltest machen. Zum Glück hatte mich die Abenteurerin darauf aufmerksam gemacht, dass ich ein Formular ausfüllen muss. Das hätte ich so komplett vergessen. Es dauerte zwar trotzdem alles etwas, aber mit der guten Vorbereitung bin ich dann strahlend in Griechenland eingereist.

Hier ging es dann über Felder bis zur Fähre nach Korfu. Anfangs dachte ich noch, ich habe ewig Zeit, bis die Fähre fährt. Ich hatte aber nicht die Zeitverschiebung berücksichtigt. Es wurde noch mal etwas stressig. OK, ich hätte auch am nächsten Tag fahren können oder erst 18:00 Uhr. Aber …

Auf Korfu hatte ich dann das erste Mal wieder Internet. Die albanische SIM funktionierte nicht mehr und auf der Deutschen hatte ich kein Guthaben mehr. Ursprünglich wollte ich in die Altstadt von Kerkura. Da gab es aber nur Zimmer für mehr als 70 €. Ich bin dann nach Gouvia, einen recht touristischen Ort. Bisher ist es eher teuer, der Abschnitt ist echt stark befahren und so richtig warm bin ich noch nicht mit der Insel geworden.
Am Abend habe ich dann im Restaurant ein paar Leute kennengelernt. Mit einem bin ich dann noch in eine Bar gezogen. Er musste allerdings schon 11 Uhr abziehen. Auf dem Rückweg habe ich ein englisches Paar getroffen, die die Rockbar gesucht haben. Also habe ich mich ihnen angeschlossen. Nun ja, ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie die Sache weiter lief.

So lief es dann auch am nächsten Tag. Mit Kater und Regen ist da nicht viel passiert, bis ich wieder auf einen der gestrigen Partygänger traf, dann ging alles wieder von vorne los.

Den nächsten Tag hatte ich dann genug von Regen und wollte aufs sonnige Festland. Zunächst ging es aber nach Kerkura. Na ja, nachdem der Regen um war. Und die Stadt ist wirklich sehr schön.

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Ich hatte überlegt, auf Paxos zu fahren. Von Korfu aus geht das leider nur für Fußgänger. Mein Fahrrad konnte anscheinend nicht mitgenommen werden. Daher bin ich dann zunächst zurück nach Igoumenitsa mit der Fähre.
In Igoumenitsa kam dann raus, dass die nächste Fähre erst am nächsten Tag fährt. Damit war der Plan klar. Es ging auf dem Festland weiter. Zunächst musste ich mich aber erst mal stärken. Es war schon nach 12 und ich hatte noch nichts gegessen.

Es ging dann zunächst eine wirklich ruhige Straße rauf, teils parallel zur Schnellstraße. Bei Karteri ging es dann aber auf die E55. Es gibt zum Glück einen breiten Seitenstreifen.
Mein heutiges Ziel war Parga. Auf den Bildern sah es wirklich gut aus. Eine Möglichkeit ging bei Milokokia rechts ab. Das war die kurze und steile Version. Zunächst bin ich dieser gefolgt. Kurz hinter Vryses fing dann aber die Steigung an. Nachdem ich schon nach wenigen hundert Metern ordentlich gejapst hatte, habe ich mich kurzerhand für die längere Strecke an der E55 entlang und hinter Morfi rechts abbiegen entschieden. Die Steigungen waren wesentlich moderater.
In Parga angekommen dachte ich zuerst, dass der Ort zu sehr gehyped ist. Wenn man dann aber ans Meer kommt, weiß man, warum das der Fall ist. Es gibt eine wirklich traumhafte Sicht auf kleine Inseln und einen schicken (natürlich sehr touristischen) Ort.

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Parga ist, wie bereits erwähnt, ein sehr touristischer, aber auch ein wirklich schicker Ort. Von hier ging es dann mit recht moderatem Anstieg wieder in die Berge. Ein Stück ging es dann wieder die E55 entlang, um dann ab in eine sehr ruhige Gegend zu fahren. Das Schöne, es ging gaaanz viel bergab und die Gegend sah dazu noch sehr schön aus. Hier bin ich dann auch auf einen radreisenden Franzosen gestoßen. Er macht eine Rundreise und Griechenland war sein Turn für die Rückreise. Er war hier schon auf dem Rückweg. Sein Rückweg ist also mein Hinweg.
Irgendwann war mir nicht mehr so nach rauf und runter und ich bin die E55 gefahren. Die ist zwar gut ausgebaut und für meine Richtung rauf auf den Berg zweispurig, aber entspannt war es trotzdem nicht. Vor allem gibt es immer wieder ein paar Leute, die meinen, sie müssen aus irgend welchen Gründen hupen. Lasst das bitte. Das ist für mich eher Stress.
Dann ging es ein ordentliches Stück runter bis zu einem langen Strand. Da ich nicht viel gefrühstückt hatte, habe ich Essenspause gemacht. Der Ausblick und die ruhige (Nachsaison-)Atmosphäre haben mich aber vorzeitig anhalten lassen.

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Heute bin ich dann ziemlich genau 3 Monate unterwegs. Zählen wie mal die 1500 km bis Nord- und Ostsee nicht mit. Am 4.7. bin ich gestartet, übrigens am selben Tag, wie schon letztes Jahr. Damals allerdings nach dem ersten Lockdown zum zweiten Mal. Das ist auch der US indipendens day. Und irgendwie wird es auch meiner.
Gleich nach dem Strand ging es mal moderat den Hügel rauf. Irgendwo da beim Kalamaki Beach lief dann auch gleich mal ein Fuchs über die Straße. Leider ist die Reaktionszeit da dann doch länger als dass der Fuchs gewartet hätte.
Kurz darauf wurde es etwas hügeliger. Dafür gab es aber alle 2 Meter ein Bild zu schießen. Ich muss aufhören Fotos zu machen, aber die Motive sind einfach unglaublich. Einige der Steigungen waren aber recht ordentlich.

Als ich dann runter fuhr kam ich irgendwann zum Paralia Kastrosika Strand. Der Norden ist echt einsam und man kann hier bestimmt super sein Zelt für die Nacht aufstellen.
In Preveza heißt es dann, um die Bucht rum (ca. 100 km mehr) oder durch den Tunnel. Letzterer darf aber nicht mit dem Rad befahren werden und das wird wohl überwacht. Früher hatte einen wohl die Tunnelaufsicht mit dem Rad aufgeladen und kostenlos durchgefahren. Das ist heute (zumindest für mich) wohl nicht mehr der Fall. Ich wurde gebeten ein Taxi zu rufen. Zuvor habe ich vorm Tunneleingang gestanden und den Daumen rausgehalten. Es hatte aber 20 Minuten lang niemand Mitleid mit mir. Der erste Taxifahrer wollte 15 €. Das sind für die 2 km echt zu viel. Der Nächste wollte dann 10 €. Das ist wohl aktuell so der Standard. Das hat zumindest auch die Abenteurerin so gesagt und meine Recherche ergeben.

Den Tunnel gemeistert hieß es auf einmal, dass die Straße nach Lefkada gesperrt ist und ich bin blind links den Schildern gefolgt. Das führte mich dann gleich mal auf die neue Autobahn. Und direkt hinter mir fuhr ein Polizeiauto. Nun ja, ich hatte letztes Jahr so meine Erfahrungen mit Autobahn in Griechenland und mit der Polizei im Nacken habe ich mich wieder durch die Absperrung manövriert. Anders kann man das wohl nicht sagen, denn Platz oder Möglichkeit zum Umkehren gab es nicht wirklich.
Es stellte sich dann aber raus, dass es gar kein Problem war, die ursprüngliche Straße zu nehmen. Vor allem ging es dann auch noch ab von der Hauptstraße durch Olivenhaine und am Meer entlang.
Lefkada Stadt fand ich selbst nicht so spannend. Die Meerseite ist eher auf Bootsfahrer ausgerichtet und besteht vorwiegend aus einer Marina. Die Innenstadt ist ganz nett, aber auch sehr touristisch. Das Beste allerdings, es gibt einen Lidl und seit langen habe ich mal wieder ein akzeptables Müsli.
Ich bin noch bis Nydri gefahren, das laut Recherche ganz nette, aber touristisch sein soll. Letzteres stimmt auf jeden Fall. Und auch hier besteht der Großteil der Meerseite aus Marinehafen. Hier fährt aber die Fähre nach Kefalonia ab und ich bin gerade etwas campingfaul.

Am Abend war ich noch im Familia Restaurant essen. Ich mache sonst ungern direkte Werbung, aber das Essen war wirklich fantastisch. Ich hatte gefüllte Scholle mit Krabbenfleisch. Es war ein Traum. Ein Brite neben mir hat vom indischen Essen geschwärmt. Griechisch, indisch in einem Restaurant … wartet ab. Ein Franzose hat von der Tajine (marokkanisch) geschwärmt. Es ist unglaublich, wie vielfältig die hier sind. Und der Humus, den ich dann auch noch probieren durfte, war wirklich ein Gaumengenus. Wenn ihr hier seid, geht Familia sage ich euch.

Das Schöne noch dazu, ich bin zuerst mit den Briten und später mit einem Luxemburger und einem Franzosen ins Gespräch gekommen. Die letzten beiden erinnerten mich ein wenig an Easy Riders. Der Franzose sah echt abgefahren Hippy-Rocker sonst was… Er verdient sein Geld aber mit Fotos und ist vielleicht auch in der Szene berühmt. Aber er hat in der ganzen Welt verteilt Motorräder stehen und ist wohl auch viel unterwegs. Die beiden haben nicht viel über ihre Jobs geredet. Aber das habe ich ja auch nicht und eigentlich ist es ja auch völlig egal. Allein schon, dass ich weiß, dass einer ein Luxemburger und der andere Franzose ist, ist schon zu viel gesagt. Denn was macht es am Ende aus? Wir treffen uns hier und alles, was zählt, ist die Persönlichkeit und Sympathie. Ein Beruf und die Nationalität mach keinen Menschen aus. Ich würde noch Glaube und Gender (Geschlecht) hinzufügen, aber ich will ja auch noch am Boden bleiben.
Ich hatte auf jeden Fall einen wundervollen 3. Monatstag für meine Reise.

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Heute ging es zunächst von Lefkada mit der Fähre nach Kefalonia. Auf der Fähre traf ich zwei Italiener, die mit dem Rad unterwegs waren. Sie waren aber weniger an Gesellschaft interessiert. Ich habe dann noch mit ein paar Leuten (ein paar Britten und zwei deutsche Mädels) über die Insel gesprochen und wo man am besten hingeht. Sie sind aber mit dem Auto unterwegs und unsere Wege haben sich auf der Insel wieder getrennt.
Von Fiskardo ging es dann erst mal rauf. Die Steigung war ganz in Ordnung. Von da oben hat man dann einen echt guten Ausblick. Auf der westlichen Seite gibt es echt schöne Strände, an die man wegen der hohen Klippen oft nur über steile Serpentinenstraßen herankommt. Ich bin weiter nach Sami. Es ging ein schönes Stück bergab und am Ende noch recht flach an der Küste entlang. Auf den ersten Blick war Sami nicht die beste Wahl. Es ist eher eine Hafenstadt mit ein paar Unterkünften und Restaurant. Ursprünglich wollte ich nach Patras weiter mit der Fähre. Dafür ist es eigentlich optimal. Jetzt überlege ich noch nach Zakynthos zu fahren. Die Fähren gehen aber um die Jahreszeit nur noch vom Süden aus. Und da liegten hohe und steile Berge dazwischen. Na mal sehen, wie es weiter geht. Morgen mal ein Moped leihen und alles auskundschaften, so der aktuelle Plan.

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Es war ein Motorradtag geplant. Leider war es vormittags sehr bewölkt und ich habe teile der Insel wahrscheinlich nicht so schön wahrnehmen können wie bei strahlenden Sonnenschein. Ich bin zunächst über bergige Straßen in den Süden gefahren. Man kommt hier durch kleine Dörfer, die noch nicht so touristisch sind. Dafür sehen sie eben auch wie einfache Dörfer aus.
Die Hauptstadt Argostoli fand ich persönlich zu viel für mich. Da bin ich direkt weiter in den Norden. Da wollte ich mir den angeblich schönsten Strand Griechenlands – Mirtos – anschauen. Leider konnte ich das für mich nicht bestätigen, ich habe auf Naxos schon wesentlich schönere Strände entdeckt. Gestern bin ich auch mit dem Rad an Asos vorbeigekommen. Das lag allerdings tief unten am Meer und ich wollte nicht extra runter, um dann alles wieder rauf zu fahren. Mit dem Motorroller war das dann kein Ding mehr. Leider blieb mir auch hier die Schönheit etwas verborgen. Vielleicht habe ich schon wieder zu viel erlebt und gesehen, um einige Einzelheiten zu genießen. Am Ende wollte ich dann noch zum Melissanisee. Der obere Teil ist allerdings abgesperrt und mit dem Boot wollte ich nicht reinfahren. Es war bewölkt und der eigentliche Zauber wäre sehr wahrscheinlich nicht sichtbar gewesen. Ich bin mir sicher, man braucht die Sonne für das ultimative Erlebnis.

In der Nacht hat es dann wie aus Eimern geschüttet und ordentlich gewittert. Letzteres gefühlt im Minutentakt. Als ich aufgestanden bin, hat es immer noch geschüttet. Zum Glück wurde es etwas weniger, als ich aufgebrochen bin. Leider fuhr die Fähre wegen des Unwetters nicht. Also war ich ganz unnötig 6:30 Uhr aufgestanden. Zum Glück konnte ich das Zimmer noch mal eine Nacht verlängern. Zum Zelten ist es echt zu stürmisch und es regnet die ganze Zeit.

Wieder 6:30 Uhr aufgestanden, doch dieses Mal hat es sich gelohnt. Die Fähre fuhr. Auf der Fähre hatte ich die beiden Italiener von der letzten Fähre wiedergetroffen. Sie waren aber wieder eher distanziert. Dafür gab es eine Schweizer Familie mit drei Kindern, die auch mit dem Rad unterwegs waren. Wir haben und wirklich nett unterhalten. Ihr Urlaub war aber schon rum und sie waren fast schon auf dem Weg zurück in die Schweiz mit Fähre und Zug über Italien. Sie hatten mir erzählt, dass sie die extrem regnerische und gewittrige Nacht vor zwei Tagen im Zelt verbracht hatten. Ich war echt baff.

In Patras angekommen, habe ich mich verabschiedet und bin weiter. Bis Rio ging es durch Vororte und neben oder auf der Hauptstraße entlang. Das war alles weniger spannend. Dafür kam ich immer mal wieder dem Meer nahe. Wenn es weniger bewölkt gewesen wäre, hätte man einen super Blick auf die andere Seite gehabt. Allerdings hatte ich versucht, dem aufkommenden Gewitter wegzufahren. Blöd nur, dass das Wetter schneller war als ich. Knapp unter einer Autobahnunterführung durch vielen auch schon die ersten Hagelkörner. Also bin ich zum Schutz unter die Unterführung. Da ging es dann auch schon richtig los mit dem Hagel. War ich froh, dass ich Schutz hatte. Kurz darauf schüttete es dann, was das Zeug hält. Die Unterführung war zu einen reißenden Fluss geworden. Das Wasser lief da ordentlich durch. Hier war es mal von Vorteil, dass der Bordstein sehr hoch war. Als es mal etwas weniger geregnet hatte, habe ich mir eine Unterkunft gesucht. Und das war auch gut so. Es hatte fast den ganzen Rest des Tages gewittert und geregnet.

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Heute Morgen gab es erst mal Müsli mit Schafsyoghurt. Endlich mal ein Yoghurt, der auch nach Schaf schmeckt. Es gibt da recht milde Varianten.
Als ich mich aufgemacht hatte, war es bewölkt. Außerdem hatte ich die ganze Zeit Gegenwind. Das fühlt sich dann an wie die ganze Zeit steil bergauf. Dafür wurde die Straße ab Diakopto ruhiger.
In Krathi hatte ich dann eine Pita und wollte mal recherchieren, wie ich nach Athen komme. Ich wollte wissen, wie so die Gegend vor Athen auf dem normalen Weg über die Bundesstraße 8 ist und ob es besser ist, von Poros die Fähre zu nehmen. Ich wollte sowieso von Korinth nach Argos und dann nach Palea Epidavros. Was hatte ich schon für eine Antwort erwartet?! „No no, there are mountains“. Also gut, dann also Fähre und nicht die 8 entlang.

Von da an ging es fast ausschließlich an Touriorten entlang. Das Schöne, es ging oft direkt an der Küste entlang. Was ich echt lange gesucht habe, war ein Super- oder Minimarkt. Die scheinen alle schon dichtgemacht zu haben. Saison ist wohl rum.
Es hat heute ein paarmal genieselt. So geschüttet wie gestern hat es zum Glück nicht. Irgendwie hatte ich heute aber recht lange nicht so gute Laune. Woran das lag oder was der Auslöser ist, weiß ich gar nicht so recht. Nach der Pita ging es dann schon etwas besser. Hunger kann es aber nicht gewesen sein, ich hatte ja gut gefrühstückt. Na ja, gibt halt solche Tage.
Ich hatte aber auch einige Zujubler heute. Manche konnte ich wegen der Laune nicht ganz so aufnehmen, aber fast am Ende der Tour habe ich noch ein Powergeel von zwei Rennradfahrern geschenkt bekommen. Das ist zwar auch Quatsch. Energie bekommt man auch anders, aber die Geste war echt toll.

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Die Orte hier am Meer in der nördlichen Peloponnes scheinen Liebig austauschbar zu sein. Sie sehen alle so gleich aus.
In einem wurde ich mal wieder von Hundehorden verfolgt, habe aber versucht, ruhig zu bleiben.
Bei Korinth bin ich leider an den Ausgrabungen vorbei gefahren. Ich habe wohl zu sehr geträumt. Ein zurück gab es aber nicht mehr. Die Stadt selbst ist halt eine griechische Stadt. Sicherlich nicht die Hässlichste, aber nichts für mich zum Anhalten.
Kurz hinter Korinth hatte ich mal wieder ein eher unangenehmes Hundeerlebnis. Der Hund war ganz wild und ist dann auch noch hinterm Zaun vorgelaufen und echt wild auf mich los. Zum Glück hat er nicht gebissen. Seit Langem hatte ich mal wieder richtig angst.
Dann ging es rauf auf den Berg, um dann nach Mykene wieder runter zukommen. Bis auf das letzte Stück war es jedoch eine recht gemächliche Steigung. Zum Schluss wurde es aber noch mal ordentlich steil. Die Abfahrt verlief in einem Tal und war wirklich schön. Vor allem gibt es seit Tagen mal wieder strahlenden Sonnenschein und blaue Himmel.
Von Mykene habe ich nur ein Foto gemacht. Die 12 € für ein paar Steine war mir dann doch etwas zu blöd. Ich weiß, ich bin ein Kulturbanause.

Auf dem Weg zum Meer haben mich dann noch ein paarmal Hunderudel gejagt. Ich war echt fertig. Wenn jemand Tipps hat, her damit. In Nafplio (frühere Hauptstadt Griechenlands) angekommen, habe ich erst mal Wäsche gewaschen und geduscht. Als ich los in die Stadt bin, habe ich schon die dunkle Wolkenfront kommen sehen, bin kurz die Wäsche vom Balkon holen gegangen und habe eine Regenjacke geholt. Da ging dann auch schon das Unwetter los. Es hat gestürmt (das ist noch untertrieben), geschüttet und dann gewittert. Die Leute, die ich gefragt habe, meinten, dass sie so was noch nicht erlebt haben.

Die Stadt ist übrigens echt schick.

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Knapp 5122 km und 30675 Höhenmeter sind es dann heute 10.10.2021, die ich in 2021 gemessen und auf der hier dokumentierten Tour gefahren bin.

Als ich los bin, war es noch bewölkt. Die Straße aus der Stadt raus Richtung Epidavros war ganz gut befahren. Der Verkehr war etwas nervig. Vor allem schaffen es die Leute hier immer wieder Staus zu verursachen, die eigentlich unnötig sind. Das fängt mit dem Parken an und hört nicht damit auf, dass keiner kleinbeigeben will.
Später im Inland wurde es dann etwas ruhiger. Daher hatte ich mich dann entschieden, weiter der Schnellstraße zu folgen, statt die Ausweichstraße zu nehmen. Der Anstieg war wirklich OK und nicht zu steil.
Im alten (Ancient) Epidavros habe ich mir dann das antike Theater angeschaut. Ganz so ein Kunstbanause bin ich dann ja auch nicht.
Leider konnte man die versunkene Stadt nicht sehen. Da muss man wohl doch etwas mehr raus aufs Meer.
Für den kommenden Anstieg wollte ich mir dann noch eine Dorade gönnen. Die hat der Koch dann aber zum zweiten Mal getötet. Und der beste Salat der Welt war auch nur ein eher schlechter Darkossalat oder Naxossalat.
Dann ging es erst mal ganz ordentlich steil rauf Richtung Galatas. Es war aber noch lange nicht so steil wie die Berge im Süden Albaniens. Dann ging es wieder bergab, um dann wieder rauf zu gehen. Ihr wisst, worauf ich hinaus will. Insgesamt war der Abschnitt der schönere der Tour. Der Teil von Nafplio ins Landesinnere war mir zu bebaut und das nicht unbedingt schön.

Zum Abschluss ist natürlich auch noch Gegenwind aufgekommen. Galatas selbst ist nichts Besonderes. Von hier geht aber die Fähre nach Poros. Vielleicht hätte ich gleich übersetzen sollen. Morgen soll es auch wieder gewittern. Aber den Katzensprung kann ich auch morgen noch machen. Die Insel selbst soll nichts Besonderes sein. Aber sie eröffnet mir den Weg nach Hydra (soll ganz toll sein, bin mal gespannt) und nach Athen. Letzteres habe ich gewählt, damit ich nicht über die Bundesstraße in die Stadt fahren muss. Vielleicht suche ich mir auch noch eine Insel und fahre von Athen noch mal zum Inselurlaub.

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Von Galatas bin ich heute (12.10.2021) Morgen mit der Fähre auf Poros. Das war keine weite Reise. Auf der Insel habe ich mir erst mal ein Ticket für morgen für die Fahrt nach Hydra besorgt. Kurz darauf hatte ich gesehen, dass andere Fährgesellschaften auch heute noch fahren würden. Also gut, Nichtgeschwindigkeit …

Am 13.10. ging es dann auf Hydra. Das ist eine Insel, auf der keine Fahrzeuge genutzt werden dürfen. Mir wurde sogar verboten mit dem Fahrrad zu fahren. Hier wird mir Maultieren oder per Boot transportiert. Auf die Speed-Ferry (Katamaran) raufzukommen war schon eine Herausforderung. Die Rampe für Fußgänger war ziemlich steil und ohne Hilfe hätte ich das nie geschafft. Viel erwartet hatte ich nicht. Mir wurde in letzter Zeit zu viel versprochen und am Ende war es doch eher enttäuschend. Aber hier hatte ich nicht mit gerechnet. Die Hafenstadt ist wirklich sehr nett und wenn der Tagestourismus weg ist auch angenehm. Ich will nicht wissen, was hier im Hochsommer los ist. Wer aus dem Trubel raus will, geht einfach mal ein Stück Richtung Westen und sucht sich eine ruhige Bucht. Aktuell ist es recht ruhig und wer die Badehose vergessen hat springt einfach so rein, wie einem die Mama ausgeliefert hat. Und weil der Nachmittag ja irgendwie rumgebracht werden muss, wenn man nicht fährt, geht man angeln oder so. Leider hat mir der einzige Fisch, der nach gefühlt Stunden warten und endlos Brot an den Haken nachlegen anbringen, angebissen hat die Schnur durchgerissen. Nun ja, es war trotzdem sehr entspannend. Easy going war dann am Abend angesagt.

Als ich aufgestanden bin, hat es wieder mal geregnet und ab und an gewittert. Die Fähre fuhr trotzdem. Es gab erst mal Frühstück und später noch einen Kaffee am Hafen, um auf die Fähre zu warten. Beim Fahrradeinladen war der Mitarbeiter irgendwie nicht gut drauf und faselte was davon, mein Rad ins Meer zu werfen. Lustig fand ich das nicht. Wenn er es ernst gemeint hat, fand ich das sogar eher ne ordentliche Sauerei.
In Piräus angekommen, habe ich gleich ein Ticket für die Fähre nach Paros am Abend besorgt. Die Zeit habe ich rumbekommen, allerdings hatte es mehrfach ordentlich geschüttet. Bei der Abfahrt nach Paros hat man auch auf eine verregnete Stadt geschaut.

Ich bin (15.10.) bei Regen aufgewacht und kurz nachdem ich die Inseltour gestartet habe, fing es wieder zu regnen an. Der Verkehr war echt etwas nervig, zumal hier Fahrradfahrer wohl nicht so häufig sind und viele mal wieder keinen Abstand halten können. Das hört sich vielleicht komisch an, aber wenn einem Transporter mit nur wenigen Zentimetern Abstand mit guter Geschwindigkeit überholen, wird es einem schon mulmig. Der Weg führte mich über einen Hügel nach Naussa, wo ich auch gestoppt habe.
Naussa ist ein wirklich schickes Städtchen: netter Hafen, nette weiße Häuser, angenehme Atmosphäre. Am Nachmittag ist dann auch noch der Himmel aufgeklart.
Am Abend habe ich am Supermarkt ein paar Franzosen getroffen, die auch mit dem Rad reisen. Ihr Weg geht wohl über die Türkei in den Iran und dann wollen sie nach Thailand.

16.10. – Es war mal wieder bewölkt. Aber egal, dann muste ich wenigstens nicht so schwitzen, als ich zurück zum Hafen gefahren bin.
Naussa fand ich wirklich nett. Die Hafenstadt Parikia selbst ist nichts für mich.
Auf Naxos war es dann weiter eher durchwachsen. Ich bin dieses Mal nicht in der Stadt selbst geblieben, sondern an den Paralia-Strand. Da kann ich quasi direkt zum Strand springen. Als die Sonne mal rausgeschaut hat, war ich auch mal baden. Mit dem Rad bin ich dann noch ein Stück weiter gen Süden, zu ein paar anderen Stränden gefahren. Es ist schon echt recht ruhig geworden und es hat nur noch eine Handvoll Restaurants offen. Meine Angelversuche haben leider nur ergeben, dass die Fische gefüttert wurden. Also musste ich mir zum Kochen dann mal ein paar Muscheln kaufen. Es gab Mismuscheln in Tomatensauce mit Weiswein.

Am 19.10. bin ich dann nach Naxos (Stadt) gefahren, um später mit der Fähre nach Milos zu fahren. Naxos kannte ich ja schon vom letzten Jahr, Milos ist, wie schon Paros, eine neue Erfahrung. Die Fährfahrt war ganz schön wellig. Es hat uns in der Speed-Fähre wirklich gut geschaukelt und geschüttelt. Als ich dann von der Fähre runter war, hatte ich auch festgestellt, dass mein Rückspiegel abgebrochen war. Der muss auf jeden Fall ersetzt werden. Ohne kann ich mir nicht mehr vorstellen bei den Autofahrern. Ich hoffe, dass alles andere noch in Ordnung ist. Bisher habe ich noch nichts entdeckt. Ich bin aber auch nur ein paar Meter gefahren.

Auf Milos bin ich dann mit Halsschmerzen aufgewacht. Ich bin trotzdem eine kleine Runde gefahren und habe mir Plaka (auch als Milos bekannt), ein paar bekannte Strände (u. a. Sarakiniko), Meereshöhlen und das Örtchen Pollonia angeschaut. Auf den gerade mal 35,4 km ging es immerhin 610 Meter rauf und manchmal recht steil. Zum Glück bin ich mit leichtem Gepäck gereist. Es war wirklich ein schöner Ausflug.

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Die Halsschmerzen haben es mir dann am nächsten Tag so richtig gezeigt und ich war ordentlich platt. Der zweite Tag war also eher Bettag.

Am 22.10. bin ich dann nach Santorini gereist. Hier war ich auch schon letztes Jahr und fand es etwas zu sehr gehypet. Aber es liegt nun mal auf dem Weg nach Kreta, wo ich Freunde besuchen will. Da die nächste Fähre erst in zwei Tagen geht und ich nicht gleich weiter reisen wollte, wenn ich schon mal hier bin, habe ich mir eine günstige Bleibe gesucht. Eigentlich wäre ich am liebsten nach Ia (Oia) gegangen. Das ist viel schöner als Fiera. Aber die Preise da sind nicht mit meiner Reise zu vereinbaren.

Am 24.10. bin ich nach Kreta aufgebrochen, immer noch mit Halsschmerzen, neu der Schnupfen und die Kopfschmerzen, gesegnet. Kurz bevor ich mich zur Fähre aufgemacht habe, lief doch glatt LeBron James (King James), ein ehemaliger LA Lakers Basketballer in Fira über meinen Weg. Ich bin absolut kein Basketballer und kein Fan und musste das selbst erst mal recherchieren. Da aber, wegen der Erkältung so wenig passiert ist, musste das jetzt hier erzählt werden.

Auf Kreta habe ich mich erst mal in Iraklio einquartiert. Ich will zwar Freunde treffen, die will ich aber nicht gleich anstecken. Jetzt heißt es erst mal gesund werden. Die Zeit nutze ich gleich auch noch, um ein paar Sachen auszutauschen und ein paar Sachen zu besorgen. Als Erstes ist das mal Tee, Ingwer und so Krams, um meiner Erkältung entgegenzuwirken. Mein Ladegerät spinnt gerade, die Kompressionsstrümpfe (ich bin mit einer Thrombose gestartet) sind alle schon durch und müssen ersetzt werden und ich brauchte mal wieder Masken. Das ist alles nur Kleinkram, hält mich aber ein wenig in Bewegung, nicht ganz so gut für die Erkältung aber notwendig für die Thrombose. Zudem regnet es immer mal wieder. Da ist man froh auch mal an die frische Luft zu kommen.

Heute am 29.10. bin ich dann aus Iraklio ausgebrochen. Ich weiß nicht, ob ich nicht noch 1 – 2 Tage hätte warten sollen, um die Erkältung ganz zu kurieren, aber diese Hummeln im Hintern … . Der Weg aus der Stadt raus ist nicht so prickelnd. Der Chaosverkehr ist auch mit dem Auto nie ein echter Spaß. Ich habe mich vorwiegend an der Hauptstraße nach Moires gehalten. Oben auf dem Berg hätte ich wohl eher die ruhigere alte Straße nehmen sollen. Ich war aber schon gut geschafft (wohl noch die Erkältung). Durch die Tunnel auf der neuen Straße darf man eigentlich nicht fahren. Umdrehen darf man aber eigentlich auch nicht. Ist dann halt die Frage, welches eigentlich man ignoriert.

In Moires habe ich dann erst mal kurze Pause gemacht und mir kleine Fische für das Abendessen und etwas Gemüse gekauft. Die kleinen Fische habe ich vor allem wegen meiner kleinen Pfanne gekauft.
Von Moires ging es dann Richtung Tymbaki. Das war recht flach. Vor Tymbaki bin ich dann zum Afrathias (oder ist es doch der Pahia Ammos) Strand abgebogen. Hier habe ich direkt mein Zelt aufgestellt. Ein paar Camper haben mir dann noch eine ordentliche Pfanne geliehen. Mit Steinen habe ich einen Ofen gebaut und darauf Wasser für Tee warm gemacht und die Fische gebraten. Mit dem restlichen Holz, das ich gesammelt hatte, habe ich dann noch Lagerfeuer gemacht. So warm ist es nämlich nicht mehr.

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Nach einer Woche faul am Strand liegen, mit Freunden Feste feiern und einer Wanderung mit Fossilienfunden bin ich heute am 7.11. wieder aufs Rad gestiegen. Der Weg führte mich von Kamilari im Süden Kretas über einige Berge nach Rethymno im Norden. Weil eine der anwesenden Freundinnen Geburtstag hat und wir noch so richtig Brunchen mussten, bin ich erst nach 12 Uhr losgekommen. Das Wetter war schön und die Berge bergig und ähm, auch gut steil. Das bin ich gar nicht mehr gewöhnt.

In Sitia habe ich eine Pause zum Essen gemacht. Es gab Lammkebab, Lammgehacktes am kleinen Spieß gebraten, nicht zu verwechseln mit den großen türkischen Kebabs, die heißen hier ja Gyros. Die Pause und die Energie brauchte ich auch. Wie schon erwähnt, ich muss die Muskeln erst mal wieder an ihren Auftrag gewöhnen. Weil ich so spät los bin und es am Ende doch über 1000 Meter rauf bin, was seine Zeit braucht, bin ich die letzten 20 km im Dunkeln gefahren. Die Sonne geht hier gegen 17:20 Uhr unter und es ist so ab 17:50 Uhr dunkel. Das mit dem im Dunkeln fahren, lass ich demnächst. Ich habe zwar gutes Licht, aber geheuer ist mir das nicht.

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In Rethymno ging es nachts leider hoch her. Am nächsten Tag hatte ich herausgefunden, dass es einen Feiertag gab. Das auch noch an einem Montag und nur in Rethymno. Die Party hat mich bis 3:30 Uhr wach gehalten. Hätte ich das gewusst, wär ich auch mit Halsschmerzen auf Party gegangen.
Aus der Stadt raus war es etwas stressig mit dem Verkehr. Es gab wohl eine Feier, die ich verpasst hatte und wegen der etwas mehr Verkehr aus der Stadt ging.
Eine Zeit lang ging es an der eher holprigen und auf- und abgehenden Servicestraße entlang, die neben der E75 verlief. Dann ging es aber auf die Bundesstraße. Hier gab es zwar einen guten Seitenstreifen, der war aber oft nicht freigeräumt (Schotter, Geröll Müll, Sträucher). Dafür gab es aber einen kurzen sehr schönen Abschnitt mit Schotterpiste aber direkt am Meer mit super Ausblick.

Chania selbst kenne ich schon von früheren Besuchen. Es ist ein wirklich schönes Städchen.

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Der Weg aus Chania ging wie immer durch eine kommerzielle Vorstadt. Das ist in den meisten griechischen und südosteuropäischen Städtchen so. Und wie hier ist der Verkehr eher chaotisch. Autos parken kreuz und quer, halten an Stellen, an denen es für jeden klar denkenden Menschen klar zu einem Stau kommt. Self Made Staus in Innenstädten ist jedenfalls kein Neugebiet für mich in Griechenland.

Was auch nicht ganz neu ist, sind die elendig langen Touri-Orte. Aktuell ist alles leer gefegt und viele Restaurants und Bars sind geschlossen und sehen verweist aus.

In Kissamos musste ich, weil ich gesundheitlich angeschlagen war (Erkältung) und weil ein Zimmer bei Sturm und Regen mit Blick aufs stürmische Meer viel besser ist, ein Zimmer nehmen.
Aufgrund des Wetters (Sturm) wurde auch die Fähre um einen Tag verschoben. Es stürmt ganz gut und ich finde Aktivitäten neben dem Fahrradfahren. … Kochen, Abhängen, Spazieren, Abhängen… ihr merkt, worauf ich raus will, oder?

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Ich habe doch glatt den 11.11. verpasst. Dann wäre auch die Frage, ob 11:11 Uhr griechische Zeit, oder deutsche Zeit. Das wäre bei mir dann ja 12:11 Uhr. Güldet das dann noch? Na gut, Karneval dann erst wieder in Rio oder so.
Ich habe heute Morgen die Fähre von Kissamos nach Athen genommen. Ich hätte mir gewünscht, sie wäre nicht von 8:30 auf 7:00 Uhr verschoben worden. Ich musste 5 Uhr aufstehen. Was für eine Zeit. OK, ich muss mal wieder nicht so ein Langschläfer sein. Hatte das in Kroatien für eine kurze Zeit mal unter Kontrolle.
Die Fähre fuhr dann bis 18:15 Uhr. Die Zeit habe ich mit Dösen und Hörbuch hören verbracht. Ein Ukrainer hat mich dann auch gleich am Morgen angesprochen. Er war selbst mit dem Rad unterwegs und hat einen Gleichgesinnten entdeckt. Zu der Zeit war ich aber noch nicht bereit für aufregende Gespräche. Ich musste Schlaf nachholen. Später haben wir aber ganz gut gequatscht und in Athen auch noch Falafel zusammen gegessen.
Die Fahrt war am Anfang noch etwas schaukelig, nach ca. 3 Stunden war es aber ziemlich ruhig und die Sonne ist sogar rausgekommen und das mit echt guter Stärke. Abends ist es aber trotzdem recht kühl.

In Athen will ich ein paar Sachen erledigen. Meine vorderen Taschen von Ortlieb sollen ausgetauscht werden. Die innere Beschichtung geht ab. Aber Ortlieb hat da nicht lange rumgefackelt und Neue nach Griechenland geschickt. Ich hoffe mal, die kommen bald an. Lange will ich nicht in der Stadt bleiben.
Dann brauche ich ein paar andere Sachen. Ein wenig Aufstockung für warme Kleidung ist wohl wichtig. Der Rückspiegel, der auf der Fähre von Naxos nach Milos abgebrochen ist, muss ersetzt werden. Ich brauche wirklich den Blick nach hinten. Außerdem soll mal mein günstiger und leichtgewichtiger, aber sehr verbrauchswütiger Campingkocher durch einen ökologischeren ersetzt werden.

Am letzten Tag in Athen und nach gefühlt Hunderten Versuchen in Banken und Wechselstellen bin ich endlich die letzten Lek aus Albanien losgeworden. Am Ende waren es ganze 13 Euro. Aber es heißt ja so schön, wer den Pfennig nicht ehrt, ist die Mark nicht wert. Und 13 Euro sind fast 5 Pita.

Zunächst ging es mit der Linie M1 Richtung Norden bis zur Haltestelle Kifissia aus Athen raus. Ich kann mir nicht vorstellen, dass bergauf im Athener Verkehrschaos und mit Regen viel Spaß gemacht hätte. Also, ich bin mir sicher, dass es keinen gemacht hätte.
Es ging trotzdem noch durch Vorstädte und Industriegebiete und alles einer Bundesstraße entlang im Regen durch die Berge parallel entlang zur Autobahn. Zum Glück gab es dann aber eine, nun ja, etwas ruhigere Straße. Zumindest ab der Abzweigung zur Küste wurde es dann ruhiger. Das Meer war mal wieder ein Lichtblick nach fast einer Woche Großstadt. Zudem hatte es am Meer nicht mehr geregnet. Im Gegensatz zu den Bergen war das wirklich eine erhoffte Verbesserung. Dafür durfte ich dann gegen den Wind ankämpfen. Die Küste ging es hauptsächlich flach entlang. Den Weg nach Chalkida habe ich über die Brücke der Bundesstraße genommen. Ich hatte leider zu spät gesehen, dass man entspannter den Fußweg nehmen konnte. Eine Barriere hatte verhindert, dass ich im Nachhinein noch drauf konnte.

Um 17 Uhr in Chalkida halb durchgefroren und mit den letzten „Sonnenstrahlen“ angekommen, sagten mir die Besitzer des Apartments, ich kann erst 19:30 Uhr rein, weil es noch gereinigt werden muss. Ich bestand aber darauf, meinen Krams abzuladen und zu duschen, um mich aufzuwärmen. Und siehe da, aus irgendeinem Grund war das Apartment gereinigt. Keine Ahnung, was die für ein Problem hatten. Die ganze Kommunikation war komisch. Aber ich hatte trotzdem ein Apartment.

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Irgendwie muss ich mir Magen-Darm eingefangen haben. Schon am Morgen ging es mir nicht so gut. Trotzdem bin ich aufs Rad gestiegen. Die Kilometer fahren sich ja nicht von selbst und ich habe Hummeln im Hintern.
Der Verkehr führte mich zunächst aus der Stadt raus. Und keine Überraschung, es gab viel davon. Was es noch viel gab, war mal wieder Wind. Es ging ordentlich (gute Steigungen) bergauf und -ab und es war leider oft bewölkt und recht frisch. Viele Ortschaften gab es auch nicht wirklich oder nur mit kleine Umweg zu erreichen. Wasser habe ich an einer Tanke aufgefüllt. Gegen 16:30 war dann die Frage, wie soll es weiter gehen. Eigentlich wollte ich noch an die Westküste. Die war aber noch 20 km und einige mit kleinem Umweg Höhenmeter entfernt. Ich habe mich entschlossen einen näheren Platz zum Zelten zu suchen, denn Sonnenuntergang ist gegen 17:00 Uhr.

Zum Glück gab es kaum 8 km entfernt einen Strand (Kria Vrisi) und meine Hoffnung war, dass ich einen ruhigen Platz finde. Meine erste Wahl war die südliche Seite. Da gab es einen herrlichen Felsen, auf dessen Grasflächen ich gerne gezeltet hätte. Direkt am Meer mit 20 – 30 Meter höhe, das wäre genial gewesen. Leider trennte ein Fluss den Zugang und den Fluss zu umgehen hätte ca. 14 km bedeutet und damit wäre ich im dunkeln angekommen. Das Gelände war dafür einfach nicht zugänglich genug. Also habe ich etwas nördlicher unter einem Baum direkt am Strand gezeltet.

Bein Aufbau des Zeltes hat mir der Wind mehrfach die Heringe rausgeblasen. Der Boden war einfach zu sandig. Also habe ich Holzstöcke gesucht und es hat geklappt. Mit den Schnüren am Baum befestigt hat es dann gehalten. Zu Essen gab es Polenta mit Zwiebeln und Tomatenmark. Ein Rezept, das ich von den zwei Abenteurern in Kroatien abgewandelt habe. Ich hatte zwar noch Holz für ein Lagerfeuer gesammelt, dann aber keine Lust mehr gehabt. Leider ist das Magen-Darm-Problem wieder schlimmer geworden und ich habe unfreiwillig Zeit vorm Zelt verbringen müssen.

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Nachdem ich die Nacht wegen Magen-Darm mehr vor dem Zelt als im Zelt verbracht hatte (und, es war immer recht frisch) wurde ich heute Morgen von Anglern aufgeweckt. Die meinten, sie müssen direkt neben dem Zelt parkten. Das ist wahrscheinlich auch ihr Stammplatz. Nun gut. Was solls.
Zuerst habe ich gepackt, damit ich das Zelt in die Sonne zum Trocknen vorrücken kann. Dann gab es erst mal Frühstück mit Müsli und Schafsyoghurt und dazu einen griechischen Kaffee. Das Zelt am Strand packen ist immer so eine Sache. Entweder bläst der Wind es weg oder man kämpft gegen den Sand an, der auf mysteriöse Weise immer wieder seinen Weg in die Ritzen findet.

Am Anfang der Weiterfahrt war es noch schön warm und sonnig. Im Landesinneren und auf den Bergen wurde es dann immer mal wieder kälter und die Sonne ist hinter Wolken verschwunden. Das ist gerade ein echtes Hin und Her mit warm und kalt und ich bin immer falsch angezogen.
Das Magen-Darm-Problem hat das ganze dann doch zu einem recht anstrengenden Tag werden lassen. OK, fast 800 Meter rauf ist ja auch so ganz in Ordnung. An der Küste entlang ging es übrigens auch rauf und runter. Dafür ist die Strecke echt sehr schön und die Ausblicke (ja, ich habe mal wieder was gesehen und es war nicht alles verhangen) echt super. Für mich gibt es jetzt noch mal einen Tag Pause. Vielleicht geht dann ja auch endlich mal die Reihe der unvorhergesehenen und nicht willkommenen Ereignisse (Erkältung, Magen-Darm) vorbei.

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In Loutra Edipsou habe ich einen Tag pause gemacht. Viel ging nicht und das Wetter war auch mehr so durchmischt. Leider bin ich immer noch nicht fit. Daher bin ich auch nur bis zur Fähre zum Festland in Agiokampos gefahren. Das ist aktuell ein seeeeeehr ruhiger Ort. Ein Supermarkt und kein warmes Essen in der Nähe. Wenigstens habe ich mal wieder (erfolglos) die Angelschnur ins Meer gehalten.

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Am 24.11. hat es dann wieder mehr geregnet. Ich hatte kurz überlegt noch eine Nacht zu bleiben, der Magen ist immer noch am Streiken. Allerdings sieht es die nächsten Tage auch nicht besser aus und irgendwie will ich ja trotzdem vorankommen. Also habe ich mich mit der Fähre auf die stürmische See begeben und bin dann weiter in den Norden gefahren. Zunächst ging es vom Hafen gleich mal rauf. Die Berge waren ordentlich verhangen. Nachdem es dann runter zum See ging, ging es auf der anderen Seite gleich wieder rauf. Die Steigungen waren teils ganz ordentlich. Und das wenige Fahren in den letzten Wochen plus dem geschwächten Körper ist das aktuell ne gute Herausforderung. Rauf ist es auch ganz warm, schließlich heize ich mich ja selbst auf.

Wenn es dann aber runter geht und ich Geschwindigkeit drauf habe, wird es aber dann echt frisch.
Nach dem zweiten Abstieg ging es dann relativ flach weiter. Einzige Herausforderung sind wieder mal streunende Hunde. Nicht alle werden wild, aber einige haben echte Probleme mit Radfahrern.

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Ich habe es heute mal wieder etwas früher mit der Abfahrt geschafft. Es war jedenfalls vor 10 Uhr. Vom Strand aus ging es gleich mal rauf. Hätte ich gewusst, dass die E01 zu einer Dirt Road wird, wäre ich zur Autobahn A1 und dort die Servicestraße entlang gefahren. Bergauf mit nassem Feldweg war das bei der Steigung gleich mal ein guter Morgensport.
Die meiste Zeit ging es dann direkt an der Autobahn auf der Servicestraße entlang. Zunächst noch mal ein ganzes Stück rauf und dann im Roller Coaster Stil bis kurz vor Larisa. Die Felder waren akkurat gepflügt. So wie es hier gerade mit den herbstlichen Farben und der Landwirtschaft aussieht, könnte das auch in Mitteleuropa sein.

Es war zwar kalt, hat aber mal zur Abwechslung nicht geregnet. Das soll morgen alles nachgeholt werden.
In Larisa bin ich direkt mal auf einen deutschen Radfahrer gestoßen. Er ist seit zwei Monaten unterwegs und fliegt in ein paar Tagen. Sein Rad wird wohl über eine Spedition zurückgeführt. Ich muss mal fragen, welche das ist. Wer weiß, vielleicht brauche ich das mal. Wir haben den Abend zusammen verbracht. Das war mal wieder willkommener direkterer Kontakt, nachdem ich eine Weile keine Reisenden getroffen habe.

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Als ich Larisa (Larissa) verlassen habe, ging es zunächst an der Bundesstraße entlang, die auch noch der Autobahn parallel folgt. Das ist meistens eher unspannend und mit viel Verkehr verbunden, also auch unentspannt.
Nach eigen Kilometern ging es dann in einer Schlucht durch die Berge. Das ist ganz nett, aber die Autofahrer, die sich die Autobahnmaut sparen wollen, fahren eben auch hier lang. Letztes Jahr war die Brücke am Ende der Schlucht gesperrt. Da war es super angenehm zu fahren. Am Ende der Schlucht bin ich dann auch noch einem Polen begegnet. Er machte gerade eine Runde auf dem Rennrad. Wir haben uns eine Weile ganz nett unterhalten.

In Neo Pori bin ich mal kurz ans Meer. Ich hatte was zu essen gesucht. Aber der Ort ist wie ausgestorben. Supermärkte sind zu, Restaurants haben auch nicht auf. Von hier ging es dann weiter und durch einen alten Zugtunnel. Den hatte ich letztes Jahr entdeckt. Da spart man sich den Weg über den Berg. Der war nämlich ziemlich steil. Außerdem konnte ich schon Schnee auf dem Gipfel des Olymp sehen. Also werde ich auch dieses Jahr nicht raufsteigen.

In der Nähe vom Skotina Beach kam dann vom Feld aus eine Horde von locker 10 wilden Hunden auf mich zu. Zunächst sind 3 Hunde kläffend näher gekommen. Ich bin abgestiegen, um mich als Mensch zu outen. Einer der Hunde ist dann sogar schnuppernd an mich ran gekommen und die anderen beiden hatten sich auch etwas beruhigt. Als ich dann weiter gelaufen bin, sind aber andere Hunde vom Feld bellend auf mich zugekommen und die beruhigten Hunde hatten auch wieder angefangen zu bellen. Als ich auf der Gegenseite Autos kommen sah, bin ich dann auf die andere Seite gegangen, um mich etwas von dem Rudel abzuschirmen. Dafür wurde ich dann dumm von den Autofahrern angemacht. Auf jeden Fall hat es geholfen und ich bin der Meute entkommen.
Die Strecke weiter ging dann teils parallel zur Küste, aber nie direkt an der Küste entlang. Ein Stück musste ich dann auch ins Inland, weil sonst keine Brücke über den Fluss führte. Hier hatte ich dann einen Radreisenden getroffen. Er ist in die andere Richtung unterwegs. Wir haben uns ein wenig ausgetauscht und sind dann, weil es schon spät war, bald auch wieder unserer Wege gezogen.

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Nach zwei Tagen Pause am Meer ging es dann bei heftigen und wirklich eiskaltem Gegenwind weiter. Da ich in letzter Zeit immer wieder Probleme mit den Knien bekommen habe, was an den höheren (geschlossenen) Schuhen und damit verbundenen schlechteren Sitzposition liegt, wollte ich den Sattel etwas höher stellen. Dabei ist mir mal wieder das Gewinde der Klemme kaput gegangen. Das ist nicht das erste Mal und auch schon einer Fahrradwerkstatt so gegangen. Leider hatte ich den Ersatz nicht dabei und das Ganze erst mal nur notdürftig repariert. Mal sehen, ob es hält.
Ich bin dann etwas umständlich gefahren und dadurch habe ich ein paar kleine Schlammfahrten gehabt. Auf der Karte sah das eher nach vernünftiger Straße aus. Aber so ist das halt.

Ich war dann schon nach ca. 25 km voll in Eimer, alles tat weh und die Lunge brannte vor Kälte. Ich hatte da wohl etwas zu optimistisch geplant. Eine Pause im Café brauchte auch keine richtige Aufwärmung. Kurzerhand habe ich mich dann entschieden, den Zug von Aiginio nach Thessaloniki zu nehmen. Das war auch gut so. Ich war echt durchgefroren. Da muss ich wohl noch an der Ausrüstung arbeiten.

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Ich bin wirklich ganz zufrieden mit meinen Ortliebtaschen. Dieses Jahr habe ich mir die Ortlieb Sportpacker Plus für vorne besorgt. Leider ging die Innenbeschichtung von den Taschen ab. Da ich unterwegs bin, konnte mir der Händler nicht weiter helfen. Ortlieb selbst hat sich dem Problem aber angenommen und mir kostenlos Ersatz nach Griechenland geschickt. Und das alles auf Basis von Bildern. Ich bin schwer beeindruckt. Leider hat mir das Team nicht die vorderen Sportpacker, sondern die hinteren Bikepacker zugesandt. Nun ja, jetzt habe ich wohl etwas mehr Stauraum, auch vorne.
Am Abend habe ich dann meinen Freund hier in Thessaloniki getroffen. Ich habe mit ihm in Edinburgh zusammen studiert und bin immer wieder froh, ihn zu sehen. Wir haben gar nicht mal so viel gemacht. Aber das wichtigste war ja auch der gemeinsame Moment und der gemeinsame Austausch.

Am 4.12. ging es dann weiter. Zunächst etwas träumend an gut ausgebauten Küstenlinie langgefahren. Damit habe ich dann glatt die Ausfahrt verpasst und bin weiter gen Süden als nötig. Die alternative Strecke war auf dem ersten Blick aber nicht mal so schlecht. Also bin ich ihr gefolgt. Es ging auf jeden Fall mal richtig steil rauf. Und das schon nach kurzer Zeit. War es nur Zufall oder Schicksal? Ich bin jedenfalls an der Kirche vorbeigefahren, an der ein Freund vor ein paar Jahren geheiratet hat. Und ich fand es damals mit dem Auto schon steil genug.
Später ging es dann weiter in den Berg an Villen vorbei und zu spät habe ich gemerkt, dass es über einen nassen Waldweg gehen sollte. Mit der Steigung und dem Regen der letzten Nacht wollte ich nicht riskieren, irgendwo stecken zu bleiben. Also habe ich eine Alternative gesucht. Die hatte aber auch so ihre Tücken, vor allem die Steigungen. Es ging dann noch eine ganze Weile steil bergauf. Am Gipfel angekommen, hörte dann auch der stärkere Verkehr auf und es ging dann recht steil zum Koronia See runter. Hier hätte ich mal die kalten, durchgeschwitzten Sachen wechseln sollen. Aber das ist nichts Neues.
Ab dem See ging es dann fast flach weiter nördlich der drei Finger (Chalkidiki) bis zur östlichen Seite der Halbinsel.

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Es ging weiter an der Küste entlang und ab und an auch etwas weiter weg davon. Auch hier gibt es frei laufende und territoriale Hunde, die nerven. So langsam habe ich meine Strategien.
Nach ca. 20 km bin ich dann nach einer Weile auf ein paar (mir entgegenkommenden) Radreisenden getroffen. Die zwei Franzosen waren auf dem Rückweg und kamen aus der Türkei. Wir haben zusammen eine Pause gemacht und einige Erfahrungen ausgetauscht. Sie waren begeistert von Istanbul. Eigentlich wollte ich, sollte ich es so weit schaffen, die Großstadt meiden. Vor allem die Ein- und Ausfahrt sind da immer die Herausforderungen. Na mal sehen. Wir haben uns jedenfalls mit guten neuen Tipps verabschiedet.
Nach einer kurzen Weile bin ich dann statt an der Hauptstraße an einer Nebenstraße weitergefahren. Diese wurde dann zu einem Feldweg, der dann immer abenteuerlicher wurde. Das war ein guter Moment, mal Fotos zu machen. Blöd nur, dass das alleine ohne große Ausrüstung und mit dem Timer nicht so einfach ist. Ich habe für ein einigermaßen vernünftiges Foto locker eine halbe Stunde gebraucht. Was tut man nicht alles …

Ein Tipp der Radreisenden waren dann die heißen Quellen Loutra Eleftheron. Hier gab es wohl mal ein Erholungszentrum mit Unterkünften und allem. Das ist wohl aber schon eine Weile her. Hier gibt es nur noch Ruinen. Die beide Radreisenden meinten, dass sie alleine da waren. Das war auch heute (Sonntag) morgens. Ich bin am Nachmittag angekommen und alleine war ich nicht. Das Wasser hat Bläschen an meinen Körperhaaren erzeugt und es gab ein leichtes prickeln. Aber der Klogeruch hinterlässt doch einen leicht negativen Eindruck.

Weiter ging es dann leicht rauf und runter, nur unweit (selten sichtbar) an der Küste entlang. Es gab endlich mal wieder (nach einem Tag schon vermisst oder auch nicht) ein paar Hügel. Zum Fahren war das dann ein wenig nervig, aber immer wieder schön zu sehen.

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Die letzten zwei Tage habe ich Wäsche gewaschen, ein paar Sachen repariert (Näharbeiten waren auch dabei) und das schlechte Wetter weiter ziehen lassen. Außerdem habe ich mal seit langer Zeit wieder eine wirklich vernünftige Küche gehabt und einen Fischhändler direkt nebenan.
Die Weiterfahrt war gar nicht so einfach. Man (ich) kann sich schnell an Faulheit gewöhnen. Irgendwie habe ich mich aber wieder aufs Rad gesetzt und angefangen zu treten. Zunächst ging es wieder mal bergauf-bergab mit reichlich Gegenwind nahe der Küste entlang. Das war zwar anstrengend und es gab einige touristische Orte, aber dafür war es abwechslungsreich. Hunde gab es auch mal wieder. Irgendwie komme ich aber langsam zurecht.
Vor Kavala gab es dann sogar Rastplätze, was ich irgendwie immer wieder vermisst habe. Denn Rastplätze gibt es nicht wirklich viele in den letzten Ländern, die ich durchreist bin. Und vor allem an den Hauptverkehrsstraßen ist das echt blöd.

Kavala hat zwar eine ganz nette kleine Altstadt, aber der Großteil der Stadt besteht aus Plattenbauten, die sich an den Hängen nahe der Küste entlangzogen. Es gibt aber auch eine Burg, die in der Stadt fast untergeht und ein schickes Aquädukt. Hier fing auch der Verkehr wieder an, etwas stärker zu werden.
Noch eine Weile rauf und runter und es wurde auch schon flacher. Hier im Nestosdelta muss man allerdings erst mal von der Küste weg, da es leider nicht so viele Brücken über den Fluss gibt.

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Von Xanthi ging es dann an dicht an der Bergkette entlang weiter gen Osten. Die Steigungen waren moderat, aber die Straßen eher lang. Das Wetter war zumindest am Anfang recht gut. Zunächst führte mich das Navi eine Straße entlang, die zu einer Schotterpiste wurde und dann mit knöchelhohem Regenwasserfluss eine kleine Herausforderung bereitstellte.

Nach ca. 30 km ist mir ein Fahrradreisender Franzose auf einem Klapprad entgegengekommen. Er meinte, dass er seit 2 Jahren unterwegs ist und gerade aus Richtung Georgien kam. Wir haben ein paar Anekdoten ausgetauscht und ich war echt mal wieder froh, einen Gleichgesinnten zu treffen. Ich hatte ihm noch gesagt, dass ich bisher noch keine nassen Füße bekommen hatte. Das sollte sich heute ändern. Dazu aber gleich mehr. Wir hatten beide noch einige Kilometer vor uns und sind wieder unserer Wege gezogen.

Der Weg führte dann immer wieder auf der Servicestraße an der Autobahn entlang. Leider waren bereits die ersten paar Hundert Meter eine kleine oder besser größere Herausforderung. Dieses Mal war das Wasser tiefer und es floss auch wesentlich stärker. Als ich da so stand und überlegt habe, ob ich statt durch den (nennen wir es) Fluss zu fahren, lieber den Seitenstreifen auf der Autobahn nehmen soll, kam ein LKW vorbei. Leider drückte er so sehr auf das Wasser, dass eine Welle entstand und ich stand direkt mal mehr als knöcheltief im Wasser. Also war es dann auch egal und ich bin durchgefahren. Leider war das Wasser höher als meine Pedale und es schwappte mehr Wasser in die Schuhe. Und hier sind wir also das erste Mal nasse Füße in geschlossenen Schuhen. In Sandalen zählt das für mich nicht. Konsequenz daraus war, dass ich jetzt in Socken und Sandalen gefahren bin. Na ja, sie waren zumindest nicht weiß.

Teilweise ging die Strecke dann auch durch Dörfer. Und hier gibt es dann doch wieder einige frei laufende Hunde. Das mag jetzt eine immer wiederkehrende Story sein, aber leider auch eine einprägsame, vor allem, wenn dann mal mehr als nur zwei oder drei Hunde involviert sind.

In der Planung hatte ich ein wenig Nachtfahrt eingeplant. Als es dann aber immer später wurde und es gerade als es dunkel wurde, noch mal gut bergauf ging, habe ich kurz überlegt, doch zu zelten. Aufkommender Wind und Regen haben mich aber weiter angetrieben. Und nach einer kurzen Nachverfolgung von Hunden und ein paar weiteren Höhenmetern bin ich dann wieder zur Küste gekommen. In dem Apartment, in dem ich mich eingebucht hatte, hatte sich dann auch Alex eingemietet, ein Franzose auf dem Rad Richtung Istanbul. Am Ende war es aber schon spät und wir beide sehr müde. Daher war das Gespräch auch eher kurz.

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Am Morgen hatte ich beschlossen, noch etwas Zeit in Alexandropolis zu verbringen. Ich hatte mich noch etwas mit Alex unterhalten und im Zentrum scheideten sich unsere Wege. Es war auch schon echt stürmisch mit steigender Tendenz und Regenwolken zogen auf.

Ich habe seit einiger Zeit eine Nagelbettentzündung am rechten kleinen Finger. Es ist zwischendurch mal besser geworden, jetzt aber wieder schlimmer. Also bin ich zum Krankenhaus (Unikrankenhaus Alexandroupolis), um das untersuchen zu lassen. Da wurde dann gleich mal ohne Betäubung an der Entzündung rumgeschnitten und gequetscht. Das Problem mit diesen Entzündungen ist, dass sie schnell auf den Knochen übergehen können. Daher wollte ich das untersuchen lassen. So weit ist alles in Ordnung mit dem Knochen. Jetzt ist es aber eingeritzt und muss verheilen. Gut, das Wetter ist gerade eh eher nicht so toll, Sturm und Regen sind angesagt.

Weil mir langweilig war, bin ich ein wenig an den Felsen am Strand rumgeklettert. Mit dem Finger ist das vielleicht nur bedingt gut gewesen, aber gut. Irgendwo muss Energie hin.

Am Supermarkt bin ich dann auf eine Gruppe Fahrradreisender gestoßen. Es waren drei Pärchen. Auf meinem Tipp hin, haben sie dann auch ein Zimmer in meiner Unterkunft genommen. Leider waren sie sehr mit sich selbst beschäftigt und mir ist die Gesellschaft mal wieder knapp entgangen. Nach den Tagen Stillstand wäre das wirklich mal eine schöne Sache gewesen.

Heute, 19.12.2021, ging es von Nea Chili bei Alexandria in die Türkei. Die Sonne schien und ich war wirklich guter Dinge. Leider kam mit klarem Himmel auch die Kälte. Ich habe sogar Eis in den Pfützen gesehen. Und dazu kam dann auch noch Gegenwind.

Die meiste Zeit ging es einfach nur der Hauptstraße entlang. Es ging rauf und runter, was sich nach der Woche Stillstand doch schon ordentlich angefühlt hat. Die Steigungen waren zwar nicht so schlimm, aber der Gegenwind hat gegen mich gearbeitet.

Der Grenzübergang ging recht schnell und unproblematisch. Es ging im Grenzbereich über einen Fluss. Da standen dann Soldaten beider Seiten mit Maschinengewehren. Das gibt auf jeden Fall den nötigen Respekt. Die türkische Seite der Grenze sah schon sehr beeindruckend aus. Die Baustruktur sieht schon etwas nach 1000 und eine Nacht aus. Das ist was ganz anderes als die recht schlichte griechische Seite.

Auch die Kilometer in der Türkei ging an der Hauptstraße entlang. Hier ist es eher eine gut ausgebaute 4-spurige Schnellstraße. Aber es gibt einen breiten Seitenstreifen. Ich wollte ab und an mal abkürzen, aber die Straßen sind immer wieder Feldwege geworden. Und aktuell sind die einfach zu nass und matschig zum Fahren. Eine andere Strecke hätte da vielleicht mehr Landstraße gebracht. Aber jetzt geht es hier weiter Richtung Osten.

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Mit der Überschreitung der Grenze ist das hier auch der letzte Eintrag in diesem Beitrag. Jetzt geht es in der Türkei weiter.

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