Berichte Ägäische Inseln - Teil 2 (Santorin(i), Kreta, Karpathos, Rhodos)

Ägäische Inseln – Teil 2 (Santorin(i), Kreta, Karpathos, Rhodos)

Im ersten Teil der Reihe Ägäische Inseln habe ich über meine Erlebnisse auf Naxos, Koufonisis und Amargos bildlich dokumentiert. Der zweite Teil zeigt zeigt Santorin(i), Kreata, Karpathos und Rhodos.

Auch hier hatten alle Inseln ihren eigenen Reiz. Santorin(i) ist wohl eher was für den Luxus. Kreta hat für jeden was zu bieten und Rhodos scheint mir sehr stark für Pauschalurlauber ausgelegt.

Santorin(i)

Santorin(i) hatte nicht so viele schöne Strände zu bieten, aber die Leute kommen wohl auch nicht deswegen her. Warum Santorin(i)? Weil es im Deutschen wohl Santorin heißt. Ich kannte es aber unter der griechischen Variante Santorini (Σαντορίνη).

Bei der Ankunft am Hafen muss man erst mal ein paar Höhenmeter die Klippe hoch. Wer sich ausgedacht hat, den Hafen hier hinzubauen? Zum Glück hat mich der Bus mit dem Fahrrad mitgenommen. Das wäre sonst eine echte Tortur gewesen.

In Foren habe ich erfahren, dass man beim ersten mal unbedingt in Fira unterkommen soll. Schon nach wenigen Augenblicken in der Stadt wusste ich, dass das nicht korrekt ist. Die Stadt ist eng zu groß und hat zu viele Souvenirshops. Mir hat Ia (Oia) wesentlich besser gefallen. Die Stadt ist etwas ruhiger und kleiner, hat aber alles zu bieten, inklusive der typischen Santorin(i) Schnappschüsse. Die Strände, die ich gesehen habe, waren zumeist eher klein und steinig. Nur der Perissa Black Sand Beach (schwarzer Vulkansand) war für mich in Ordnung. Im Osten ist die Insel eher flach, im Westen gibt es vor allem Klippen. Der Weg von Fira nach Ia ging schön durch die Berge. Wer Geld hat, hält es hier sicherlich ein Weilchen aus. Ich fand, dass die Insel im Schnitt 30 – 50 % teurer ist als die anderen Inseln, die ich bereist bin. Für gute Unterkünfte kann man locker ein paar Hundert Euro am Tag dalassen.

Kreta

Ich war schon so oft auf Kreta, dass ich manchmal vergesse, Fotos zu machen. Am 06.10.2020 bin ich erst so gegen 20 Uhr angekommen und dann gleich nach Rethymno. Am nächsten Tag wollte ich meine Freunde im Süden der Insel treffen. Aber eine Nacht in Rethymno musste einfach sein. Und hier muss es natürlich auch die Altstadt sein. Hier gibt es nicht nur viele Restaurants und Souvenirshops, sondern auch ein paar Bars und Pubs. Gut, dass Pinke Pub da unten auf dem Bild ist jetzt nicht so mein Ding, aber so ein Rock-Pub ist im Dunkeln halt auch nur Dunkel. 😀

Am nächsten Tag habe ich mich dann auf den Weg nach Süden nach Rodakino gemacht. Hier habe ich dann auch meine Freunde getroffen. Und bei denen am Apartment wurden zweimal am Tag die Lämmer gefüttert. Das konnten wir uns dann nicht nehmen lassen und haben mitgeholfen.

Neben schönen Stränden hat Kreta auch einiges an Bergen und Schluchten zu bieten, ideal für Wanderbegeisterte. In diesem Fall mussten wir dann ab und an auch mal die Schuhe ausziehen und von Stein zu Stein springen.

Am 20.10.2020 bin ich dann in den Norden aufgebrochen, um mit der Fähre weiter nach Rhodos zu fahren. Hier gab es dann schon die ersten Winterschauer.

Karpathos

Auf Karpathos hatte ich zwei Tage eingeplant. Das ging leider nicht anderes, weil ich nach Rhodos wollte, meine Schwester mit Familie treffen. Wenn das in Deutschland schon so selten passiert, dann wenigstens in Griechenland. Leider sind die Fähren nur noch zweimal die Woche gefahren und bei der nächsten Fähre hätte mir zu viel Familienzeit geklaut.

Zum großen Unglück hatte es am ersten Tag geregnet und am zweiten Tag hatte ich eine Magenverstimmung. Damit habe ich nicht viel mehr als die Hauptstadt gesehen. Auf dem Rückweg hat mich dann der anstehende Lockdown dazu veranlasst, nicht noch mal Stopp zu machen.

Rhodos

Die Altstadt und die Festung von Rhodos haben mich gleich am ersten Tag in den Bann gezogen. Wer auf Rhodos ist, sollte auf jeden Fall mal hier her kommen. Ich hatte eine Unterkunft nördlich der Altstadt. Da konnte ich eigentlich alles zu Fuß machen.

Nicht zu Fuß, sondern nach langer, langer Zeit wieder mit dem Rad bin ich dann weiter südlich nach Kiotari aufgebrochen. Die Fahrt ging nur wenige Strecken entlang der Küste, dafür immer schön bergauf und bergab. Man habe ich nach 40 Tagen faulenzen gejapst. Was einem schnell auffällt, die meisten Orte bestehen vor allem aus Hotelbunkern. In Kiotari waren zwar vorwiegend Apartments, aber schon nebenan gab es die Hotelbunker. Was macht man nicht alles, wenn man seine Familie treffen will?!

Ein wirkliches Highlight im Osten ist sicherlich Lindos. Hier haben wir die Altstadt und die Akropolis besichtigt. Und hier habe ich auch das beste Pilzrisotto der Welt gegessen. Hätte ich Trüffelöl gehabt, wäre meins sicherlich genau so lecker gewesen. 😋

Rhodos - Akropolis von Lindos
Rhodos – Akropolis von Lindos

Ursprünglich wollte ich ja mit dem Rad dann auch noch durch die Türkei und immer weiter gen Osten fahren. Leider wurden diese Pläne durch Corona und die Lockdowns umgeworfen. Trotzdem bin ich froh über jeden einzelnen Tag auf der Reise. Ein Blick über das Meer von Rhodos Stadt aus ging dann direkt mal nach Asien.

Ich habe zwar auf Chalki keinen Stopp eingelegt, aber die Stadt mit dem gleichen Namen war einfach zu schön, um sie hier nicht zu zeigen.

Am 05.11.2020 ging es dann wieder zurück auf Kreta. Die Insel hat ja noch mehr zu bieten, als ich auf meinen zahlreichen Reisen in den letzten 5 Jahren gesehen habe. Außerdem ist es die südlichste Insel und noch am wärmsten. Zuerst wollte ich noch in Karpathos einen Zwischenstopp einlegen. Auf der Fähre habe ich dann aber erfahren, dass es in 2 Tagen einen Lockdown geben wird, bei dem man sich nicht mehr so einfach frei bewegen kann. Also habe ich alle Pläne geschmiedet, um von Sitia (da kam die Fähre an) in den Süden nach Kamilari zu kommen. Kamilari ist ein kleines Dorf und hier lässt sich der Lockdown noch am besten aushalten. Zudem darf man für sportliche Aktivitäten, zum Einkaufen und für Arztbesuche raus. Die Griechen schicken dazu eine SMS an eine spezielle Nummer. Ich fülle nur ein Formular aus. Und schon kann ich mit dem Rad nach Kalamaki an den Kommos Strand oder durch die Olivenhaine wandern. Es gibt wirklich schlimmere Lockdown-Orte.

Das Beste, Stelios, bei dem ich das Apartment gemietet habe, hat einige Obstplantagen. Und ich bekomme frische Pampelmusen, Orangen, Mandarinen, Granatäpfel, Zitronen und sogar Gemüse. Das senkt dann die Kosten. Seit dem 23.11.2020 habe ich dann auch einen Ofen im Apartment. War eine ordentliche Arbeit den einzubauen. Dafür habe ich es jetzt schön warm. Hier wird es nachts nämlich dann doch mit 10 Grad etwas zu kalt für ohne Ofen.

Bei der Olivenernte habe ich dann auch mitgeholfen. Die Rüttelmaschinen sind auf Dauer aber echt schwer. Das geht ganz schön in die Arme und Schultern.

In der Fabrik werden dann die Blätter und das Geäst abgesaugt, die Oliven gewaschen, zerkleinert und gepresst. Als Ergebnis bekommt man dann das leckere Öl.

Und auch auf Kreta gibt es Schnee. Dieses Jahr sogar früher als sonst immer – schon Ende November.

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