BerichteGeorgien zum zweiten Mal

Georgien zum zweiten Mal

Nachdem ich Georgien befahren habe, bin ich nach Armenien gefahren. Um jetzt wieder zurück nach Bulgarien und dann Deutschland zu kommen, muss ich wieder ein Stück durch Georgien fahren. Da ich das Land lieben gelernt habe, ist das aber sehr willkommen.

Mein erster Tag (5.6.2022) führte mich zunächst hoch rauf in Armenien und dann weiter raus nach Georgien.

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Es ging am 6.6. zunächst mal an einer Bahnstrecke und irgendwelchen Fabriken entlang. Das war eher etwas öde und ich dachte schon, nun ja, dann wird das wohl wieder ein eher langweiliger Fahrtag. Dann ging es aber in eine Schlucht rein und von anfänglich noch ganz OK Schlucht bin ich dann immer weiter in eine unglaublich schöne Gegend gekommen. Die Berge zogen sich rechts und links rauf, ein paar Wasserfälle flossen locker hundert Meter runter (nicht sehr breit, aber trotzdem …) und die Landschaft war einfach nur WOW. Irgendwann habe ich dann schon von Weitem eine Burg gesehen. Ich hatte gar nicht mit einer Burg gerechnet. Aber so ist das, wenn man sich nicht ausführlich informiert. Ich wusste nur, dass es an der Stelle eine andere Schlucht gab, in der es eine Felsstadt zu sehen gab. Die war aber noch locker 15 km weiter und ich hungrig. Als ich schon am überlegen war, anzuhalten, um was zu essen, kam ich an einem Café vorbei. Und hier sah ich zwei bepackte Fahrräder. Also bin ich ran und bin auf ein dänisches Paar gestoßen. Da ich Hunger hatte und es hier was zu essen gab, hab ich einfach beschlossen, Pause zu machen. Ich habe mich mit den beiden Radreisenden ausgetauscht und am Ende hatten wir festgestellt, dass unser heutiges Endziel das gleiche war. Also haben wir noch die Telefonnummern ausgetauscht.
Für mich ging es dann erst mal noch in die Schlucht rein und ein paar Meter wieder rauf. Auch hier war ich von der Gegend und dem Ausblick einfach nur überwältigt. Am Ende habe ich dann aber die Felsstadt Wardsia nur vom Weiten bewundert. Mir war dann nicht so danach da noch rauf zu steigen. Der Rückweg war dann doch etwas anstrengend, aber auch immer noch fantastisch schön.
In Aspindsa angekommen, habe ich dann auch gleich eine Einladung der beiden Radreisende bekommen. Es wurde gekocht und ich war eingeladen. Gekocht wurde dann mit noch einem radreisenden Pärchen aus Frankreich und einer Belgierin. Ich muss sagen, dass ich fast schon überwältigt war von so viel Gesellschaft mit gleichen Interessen. Wir hatten alle echt viel zu berichten und alles war spannend und aufregend und manches auch lustig und vieles einfach nur schön. Ich bin wirklich dankbar für solche Abende, die es nicht so oft gibt.
Am späteren Abend hatte ich dann noch ein sehr schönes und lustiges Gespräch mit einer Freundin aus Deutschland. Was soll ich sagen. Der Tag war (fast) perfekt.

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Heute 9.6. war eine recht kurze Fahrt. Der Grund war, dass es viel gewittert hat. Zunächst ging es mal runter. Und das an einer Straße, die doch recht stark befahren ist. Vor allem sind hier sehr viel LKWs unterwegs. Es ging dann in eine Schlucht rein. Hier wurde es etwas eng und einige Autos sind doch etwas eng an mir vorbei gefahren. Ein Transporter ist mal wieder nur Zentimeter an mir vorbeigerast (Wie schon vorher erwähnt ist das keine Übertreibung und jede Fahrradfahrerin hier könnte das bestimmt bestätigen). Nachdem es dann schon wieder gewittert hat, habe ich überlegt, doch schon nach kurzer Zeit zu stoppen und eine Unterkunft zu suchen.
Kurz vor Achalziche (Akhaltsikhe) habe ich dann einen frisch überfahren jungen Welpen gesehen. Das ging mir ganz schön ans Herz und die Mutter saß noch daneben. Ich musste einfach heulen.
Kaum war ich angekommen und auf die hiesige Burg gegangen, kam auch schon von allen Seiten wieder Gewitter. Das für mich verrückteste war, dass man hier 18 Lari für den Eintritt nimmt und dann in der Burg ein Museum ist, für das man noch mal extra zahlen soll. Mannnnnn, nehmt 20 Lari und lasst die Leute in Ruhe mit hier noch mal zahlen und da noch mal zahlen. Das ist echt ein Unding der Neuzeit. Und das macht mich auch echt nicht glücklich über die Besichtigungen in Georgien. Die sehenswerten Sachen waren nämlich bisher eher Abzock-Sachen. Und das vom Eintritt über die Unterkünfte bis hin zum Essen.
Im Guesthouse habe ich trotz anfänglicher Bedenken und dem etwas hohen Preis (schon mehr, als ich in manchem Restaurant bezahlt habe) doch das Abendessen der Gastgeberin gewählt. Und ich muss sagen, es war eine gute Idee. Es gab seit langem Mal wieder richtig gutes Essen und es war viel und es gab eine reichliche Auswahl georgischer Spezialitäten. Auberginensalat mit Walnusssoße, Pilze, Salat, gefüllte Kohlrollladen und Huhn in Knoblauchsoße. Es war viel zu viel und hat alles super geschmeckt.

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Nachdem es gestern eine kurze Fahrt gab, habe ich heute direkt mal den Gipfel auf 2030 Meter höhe anvisiert. Es ging von knapp 700 Metern dann rauf. Am Anfang war es auch noch asphaltierte Straße. Dann wurde es aber sehr schnell sehr sandige Schotterpiste. Durch das ganze Schmelzwasser werden dann auch noch die Straßen überspült, was diese dann zu matschigen und rutschigen Angelegenheiten macht. So bin ich also eine gefühlte Ewigkeit an Baustellen für die neue Straße vorbeigefahren und durfte aufgewirbelten Staub und Sand der Autos und LKWs einatmen und durch etliche Matschpassagen rutschen.
Die Aussicht war aber super, die Schlucht wunderschön. So bin ich dann irgendwann am Gipfel angekommen und hatte sogar etwas Schnee. An einer Stelle habe ich dann ein Restaurant entdeckt und beschlossen, was zu essen. Viel hatte ich heute nämlich noch nicht gegessen und es war schon fast 17 Uhr. Kurzerhand habe ich dann auch beschlossen, den Luxus einer festen Unterkunft zu nutzen statt zu zelten. Als ich ankam, lief gerade noch etwas Wasser. Zum Duschen bin ich aber zunächst nicht gekommen. Denn es war sehr schnell kein Wasser mehr da. Und die tollste Unterkunft ist es dann für den Preis auch nicht. Da hätte ich vielleicht doch besser im Zelt geschlafen. Nun ja, so ist das Leben voller Überraschungen.

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Es ging weiter auf der staubigen Straße. Immer wenn ein Auto vorbei kam, gab es eine ordentliche Sandwolke und bei LKWs war teils nichts mehr zu sehen. Zwischendurch gab es immer wieder Pfützen, die über die ganze Straße verliefen. Durch den feinen Sand war der Matsch dann auch noch Schmierseife. Ein großer Teil des Weges war auch schon ordentlich ausgefahren und zu einer Buckelpiste verkommen. Es ging zumindest die meiste Zeit bergab.
Kurz vor einem Damm bin ich dann auf Camper gestoßen, die mit einem Offroad-Camper unterwegs waren. Sie erzählten mir, dass sie eine Tour mit mehreren Leuten machen. Kurz nachdem ich sie getroffen hatte, wurde die Straße zu einer richtig guten Asphaltstraße. Das hielt aber nur bis kurz hinter dem Damm und ich wurde wieder ordentlich eingestaubt. Asphalt und Schotter wechselten sich dann eine ganze Zeit lang ab. Wobei es gefühlt mehr Schotter und Sand als Asphalt war.
Irgendwann wurde die Straße dann aber permanent Asphalt. Das war auch gut so, denn es ging immer wieder mal bergauf. Der Verkehr nahm aber auch zu und das wurde teils wieder mal nervig, wenn die Autos dann knapp ein mir vorbeirasten.
Ich habe mich dann entschieden, die mehr als 100 km vollzumachen und bin bis Batumi gefahren. Hier hatte ich dann die E-Mail von der Fährgesellschaft gesehen, die mir sagte, dass die Fähre ausgebucht ist, die ich nach Bulgarien nehmen wollte. Da das Schiff in die Docks geht, geht auch vor Mitte Juli kein Schiff mehr. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass ich noch nicht wieder in die Türkei einreisen kann. Daher wäre die Alternative mit dem Bus auch nicht möglich und Fliegen wohl die einzige Möglichkeit. Als ich dann in Batumi am Schwarzen Meer saß, ist mir blitzartig klar geworden, dass ich mich um einen Monat verrechnet hatte. Ich kann theoretisch Ende Juni wieder in die Türkei und nicht ende Juli. Yippy. Jetzt muss ich nur noch überlegen, was ich bis Ende Juni mache. Vielleicht versuche ich mich ja am Uigir-Pass. Mal sehen.

Bei Khichauri
Bei Khichauri

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Heute ist schon wieder der 15.6. und ich bin immer noch in Batumi. Irgendwie habe ich ein Déjà-vu. Die Tage war es durchwachsen, aber nie so schlimm, wie der Wetterbericht angesagt hat. Gestern war ich sogar im Schwarzen Meer baden. Das erste Mal. Sonst war es ja immer zu kalt.
Ich dachte dann, heute muss es endlich losgehen, egal wie das Wetter so ist. Als ich dann bereit war, finge es an, richtig zu schiffen. Und es hat dann auch bis ca. 15 Uhr nicht mehr aufgehört. Was soll ich sagen, ich bin immer noch hier.

Am 16.6. bin ich dann endlich weiter gefahren. Direkt noch in Batumi bin ich dann auf einen Iraner und einen Georgier auf dem Rad gestoßen. Die zwei wollten dann direkt Fotosession machen. Also gut, dann halt mal wieder auf einem von Milliarden Fotos und auf Instagram.
Kurz nachdem wir uns verabschiedet hatten (die beiden waren in die andere Richtung unterwegs), hat mich direkt mal ein Busfahrer geschnitten. Dass Autos direkt vor mir abbiegen, ist ja schon oft passiert. Der Busfahrer hat mich aber direkt vor der Bushaltestelle überholt und hat mich eingekeilt und kam immer näher. Für mich war nur noch bremsen und über den Seitenstreifen eine Lösung, um nicht angefahren zu werden. Ich habe leider nicht an mir halten können und habe ihm lautstark zugerufen. Für mich war es ja auch eine echt gefährliche Situation. Der Idiot (und anders kann ich es nicht nennen) blieb dann stehen. Ich bin also rückwärts und habe ihn überholt. Kurz darauf fuhr der Busfahrer wieder los und hat mich dann noch mal und dieses Mal noch aggressiver geschnitten. Ich habe mich schon im Seitenstreifen gesehen. Aus dem Blickwinkel habe ich nur gesehen, wie er lachend an mir vorbeigefahren ist. Unglaublich dieses verhalten.

Nachdem ich mich dann beruhigt hatte und wieder fahrtüchtig war, ging es dann langsam rauf bis zu einem Tunnel. Ich kannte die Strecke ja schon. Ich bin sie vor ca. 2 Monaten schon mal mit Timo gefahren. Leider war jetzt viel mehr Verkehr und vor dem Tunnel, wie so bei einigen, hatte ich einiges an Respekt, zumal es auch leicht rauf ging und ich eigentlich nur schnell durch den engen und dunklen Tunnel durch wollte. Es war auch echt ganz schön schwül und ich habe einiges an Wasser verschwitzt. Zum Glück ging es nach dem Tunnel nicht mehr so lange an der Schnellstraße entlang. Beim letzten Mal hatte ich die Abfahrt verpasst und ein Stück weiter gefahren. Dieses Mal habe ich sie aber genommen. Und wie sollte es anders sein, es ging dann an der Küste gleich noch mal ein Stück auf einen Bergkamm rauf.

Bei Kobuletti fing ein echt langer Strand an und es gab eine eben so lange Promenade, an der ich gefahren bin. Es ist halt gerade in Ballungsgebieten und Orten doch immer mehr Verkehr. Da war es an der Promenade richtig ruhig. Hier bin ich dann auch auf einen Britten gestoßen. Er war aber in die andere Richtung unterwegs. Für einen kurzen Chat war es aber allemal gut.
Nachdem ich dann doch noch mal auf eine etwas belebtere Straße musste, bin ich dann knapp an Ureki vorbeigefahren. Den schwarzen Strand wollte ich mir aber noch anschauen. Also bin ich direkt zurück und hin. Und wie ich da so eine Essenspause eingelegt habe, habe ich direkt beschlossen dazubleiben. Ursprünglich wollte ich noch ca. 20 km weiter bis Poti. Aber das ist das Gute bei diesen Reisen. Ohne eine Verpflichtung und ohne Stress kann man einfach so nicht nur von Tag zu Tag sondern auch von Minute zu Minute planen und umplanen.

Ein paar jüngere Leute waren auch interessiert, was ich so mache. Es waren Österreicher, die hier ihr soziales Jahr machen. Unglaublich, die können auch außerhalb Österreichs das soziale Jahr machen. Sie waren an meiner Reise interessiert und wir haben ein wenig gequatscht.
Ich bin dann, nachdem ich mir ein Zimmer gesucht hatte, zum Strand. Es war aber zu windig, um baden zu können und die Rettungsschwimmer haben auch alle rausgebeten, die es trotzdem versucht haben. Das Wasser war auch nicht unbedingt das sauberste. Ich denke, das hat mit dem Unwetter zu tun, dass schon länger anhält und mich in Batumi festgehalten hat.
Zum Abend bin ich dann zu einem Restaurant, das ich mir rausgesucht hatte. Die hatten aber gerade laute Bum-Bum Musik am laufen und ich wollte es etwas ruhiger. Rein durch Zufall bin ich dann auf ein wirklich gutes Restaurant gestoßen.

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Am nächsten Tag ging es dann direkt weiter und es gab echt viel Verkehr. Vor Poti ging dann eine Straße nach Tbilissi ab und es wurde etwas weniger Verkehr. Es ging aber auch ein leichter Regen los und ich dachte schon, dass es gleich schüttet. Zum Glück war dem dann nicht so. Aus Poti raus bin ich dann an der Hauptverkehrsstraße entlang. Das war nicht so die beste Lösung. Es gab einiges an Verkehr und rechts und links LKWs, die Teile der Straße einnahmen. Damit wurde es eng und unangenehm zu fahren. Aus Poti raus wurde die Straße dann zu einer Allee. Das machte es aber nicht besser. Mit den dunklen Wolken und in der dunklen Allee fühlte ich mich auch nicht ganz wohl. Allerdings fahre ich ganztags mit Licht und habe überall Reflektoren. Allerdings wird hier beim Fahren telefoniert, in der Gegend rumgeschaut und sonst was gemacht. Es gibt also immer diese Komponente unaufmerksamer Fahrer.

Ein paar Kilometer weiter bin ich dann an einem kleinen Laden angehalten. Da spürte ich einen Stich unter meinem linken Ärmel. Als ich den Ärmel hochhob, um das Insekt zu befreien (oder wollte ich mich befreien), wurde ich direkt noch mal gestochen. Einen dritten Stich gab es dann auch noch. Ich weiß nicht, was es war, es kann eine kleine Wespe oder Biene gewesen sein.Es schmerzte schon und es sollte sich herausstellen, dass es auch nach 3 Tagen noch gereizt war.

Als ich vor ca. 2 Monaten mit Timo hier unterwegs war, hatten wir eine ganz gute Picknickstelle. Genau hier (ca. 10 – 15 km vor Sugdidi) habe ich wieder eine Pause gemacht, mich gestärkt und mal wieder auch einen Hund. Kurz danach bin ich dann auf einen zweiten richtigen Idioten im Auto getroffen. Ich war auf der Hauptstraße und eigentlich immer vorsichtig unterwegs. Ich weiß ja, dass die Autofahrer hier einen Fahrradfahrer nicht als gleichwertig einschätzen. Dieser Transporterfahrer blieb aber zunächst stehen (ich war ja auch auf der Hauptstraße), musste dann aber direkt vor mir doch noch losfahren und hat mich mal wieder zu einer unmöglichen Ausweichaktion gezwungen. Auch ihm habe ich hinterhergeschrien (Ich lerne wohl nicht). Er blieb stehen, ließ mich überholen, um dann, wie schon der Busfahrer am Morgen, mich direkt von der Straße zu drängen. Er kam von hinten mit Vollgas direkt auf mich zu und ich war schon am Rand. Also bin ich ab ins Gras. Was für Idioten und das zweimal an einem Tag. Erst wird man geschnitten und dann für seine Beschwerde fast noch über den Haufen gefahren. Ich habe so langsam das Gefühl, die ganzen demolierten Autos hier sind demoliert und fahren teils ohne Stoßstange, weil die Leute hier die Straße als Schlachtfeld ansehen und der Stärkste überlebt.

Irgendwie habe ich es dann noch lebendig bis Sugdidi geschafft. Im Zimmer gab es kein Klopapier. Als ich das bemängelt hatte, musste der junge Kerl von der Rezeption sich erstmal vergewissern, dass es keins gab. Das fand ich erst etwas irritierend und dann schon ganz schön witzig. „Hey, ich habe kein Klopapier.“ „Lass mal sehen, ob du recht hast.“

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In Sugdidi habe ich einen Tag pause gemacht. Und das Essen war ein Grund für die Pause. Ich hatte hier wirklich gutes Essen. Leider ist das Restaurant in einem mehrstöckigem offenen Gebäude und laute Leute bekommt man auf jeden Fall mit.

Am 19.6. bin ich dann wieder erst nach 10 Uhr losgekommen. Aber ich kannte den Weg weiter in den Norden und in den hohen Kaukasus ja schon. Ich bin ihn vor ca. 2 Monaten schon mal hier lang. Es war allerdings um einiges wärmer und ganz schön schwül. Ich war nach wenigen Kilometern schon ganz gut durchgeschwitzt. In Jvari bin ich auf einen Südafrikaner gestoßen. Er wollte aber erst mal noch essen und hat sich gleich noch ein Bier bestellt. Gut, ich wollte weder Essen noch ein Bier, also bin ich selbst losgefahren. Und es ging rauf und es war schwül und warm und ich habe noch mehr geschwitzt.

Im Vergleich zum letzten Mal gab es auch hier viel mehr Verkehr. Damit gab es auch viel mehr hupende Autos. Ich kann das ja immer noch nicht richtig interpretieren. Ist es ein „Hallo“, ein „Aus dem Weg“, ein „Ich komme“ oder was auch immer? Weniger Hupen wäre mir jedenfalls lieber. An einer Stelle, an der es recht steil rauf ging, bin ich dann auf eine Hochzeitsgruppe in hupenden Autos gestoßen. Als ich am Brautauto vorbeikam, habe ich selbst meine Hupe benutzt. Die habe ich schon lange nicht mehr verwendet. Ich konnte nur die Braut kurz sehen, sie hat herzlich gelacht und ich wurde mit einem Hupkonzert begrüßt. Ich fand es jedenfalls eine lustige Situation.

Irgendwann bin ich dann noch auf ein junges Pärchen in einem Bus mit Mainzer Kennzeichen gestoßen, mit denen ich mich kurz unterhalten hatte.
Kurz darauf hatte ich dann einen Platz zum Campen gefunden. Es war eine unwegsame Straße abseits der Hauptverkehrsstraße. Ich dachte daher, dass es sicherlich ganz OK wäre. Kurz nachdem ich dann das Zelt aufgestellt hatte, kam aber schon eine junge Frau die Straße entlanggelaufen. Gut, es wird ja hier in der Gegend nicht zu viel los sein, dachte ich mir. Ich wurde dann noch von Kühen besucht, die hier gegrast haben und später kam eine Gruppe Pferde vorbei. Die waren aber sehr scheu und sind nicht näher gekommen. Dafür kamen, kurz nachdem es dunkel wurde die Glühwürmchen raus. Ich hatte ja schon Glühwürmchen in Ettlingen bei Karlsruhe gesehen, aber diese Menge an Glühwürmchen war schon beeindruckend.
Nachts kamen dann aber auch einige LKWs genau diese ausgefahrene Straße entlang. Ich weiß nicht, was die gebracht oder abgeholt haben, für mich sah das ja alles eher abgelegen aus, aber Krach haben sie trotzdem gemacht.

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Noch am Abend habe ich beschlossen, dass ich mich auf den Rückweg mache. Über den Pass komme ich wahrscheinlich die nächsten Tage nicht, weil es viel regnen soll und jetzt habe ich ein Ziel für Anfang August, wo ich jemanden (wahrscheinlich in Griechenland) treffen werde. Also habe ich beschlossen, doch gleich umzudrehen und nicht noch rauf nach Mestia zu fahren. Manchmal muss man dinge auch auslassen.
Morgens hatte ich dann direkt mal schon im Zelt geschwitzt. Es war echt warm. Schon nur Kaffee kochen war ein ordentlicher Schweißtreiber. Als ich das Zelt zusammengepackt hatte, hätte ich mich direkt einmal ausringen können.
Später wurde es dann bewölkt und etwas frischer. Das kam mir schon entgegen. Eigentlich sollte man ja denken, dass es von hier oben dann hauptsächlich runtergeht. Es gab aber auch genug rauf. Unterwegs habe ich noch einen Deutschen getroffen, der in die andere Richtung unterwegs war. Als ich Essenspause gemacht habe, ist auch ein Pärchen an mir vorbeigefahren. Ich stand allerdings gerade mit dem Rücken zur Straße und habe die beiden erst gesehen, als sie schon an mir vorbei waren.

Bei Khaishi
Bei Khaishi

Der weitere Weg bis Sugdidi war nicht so spektakulär. Es ging nach ein paar mehr Metern rauf, dann lange bergab. Ab Jvari denkt man, dass es nur runtergeht. Es kommen aber noch mal zwei Anstiege. Nichts Unmögliches, aber hey, warum?! 😉
Das verrücktest auf dem Weg zum Essen bin ich Timo und seiner Freundin (die ist gerade zu besuch) über dem Weg gelaufen. Sie kamen gerade aus den Bergen. Wie wahrscheinlich ist das denn? Die zwei suchen einen Wildcampingplatz. Lange haben wir nicht gequatscht, die zwei waren in Eile, denn es war schon 19 Uhr und sie wollten ja aus dem Ort raus. Also habe ich sie ziehen lassen. Aber es war ein echt unverhofftes und schönes Wiedersehen. Timo war ja mein Begleiter der ersten Etappen in Georgien und jetzt, nach mehr als 2 Monaten, wo ich auf dem Weg zurück bin, treffen wir uns wieder. Wie groß ist diese Chance? What are the odds?

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Heute zum 21.6. ging es zurück nach Ureki. Schon in Sugdidi war es bewölkt und sollte den ganzen Tag so bleiben. Zunächst war mal ordentlich Verkehr. Hinter Sugdidi bin ich um einen Hügel rumgefahren. Hier hingen dicke dunkle Wolken und ich hatte schon damit gerechnet, dass es irgendwann regnen wird. Das blieb zum Glück aus. Ein Stück ging es dann von der Schnellstraße runter und es war etwas entspannter mit dem Verkehr. Die Wolken waren dann auch ganz angenehm, da es nicht so heiß war wie zur Hinfahrt.
Kurz vor Poti ging es dann allerdings wieder auf die Allee, die sehr stark befahren war. Ich wurde sogar angehupt, obwohl ich ganz rechts gefahren bin. Und das Gehupe war eindeutig ein: „geh aus den Weg“. Teils wurde mir auch hinterhergeschimpft. Kurz vor Poti bin ich dann auf einen echt abgemagerten Hund getroffen. Ich habe ein ganzes Tonis Puri an ihn verfüttert. Etwas anderes hatte ich leider nicht dabei. Nach Poti wurde der Verkehr dann etwas weniger. Und kurz vor Ureki habe ich dann noch einen Maulbeerbaum gefunden und mir den Bauch vollgeschlagen. Die Finger sind jetzt lila.

In Ureki bin ich dann trotz der Wolken direkt mal ins Schwarze Meer gesprungen. Es ist recht trüb und nicht so schön Blau wie die Ägäis, aber was solls, es gibt ja Duschen.

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Heute ging es dann nach Batumi zurück. Und es ging gleich mal auf die Hauptstraße mit richtig viel Verkehr. Und ich meine viel Verkehr. Ich bin nach ein paar Kilometern auf zwei Fahrradfahrer gestoßen. Die Dame war total aufgedreht und begeistert. Sie wollte alles wissen und hat noch mehr erzählt. Es war auf jeden Fall eine tolle und interessante Begegnung.
In der ganzen Zeit fuhren unentwegt Autos und LKWs an uns vorbei und teils konnten wir uns wegen des Lärms nicht mal verstehen. Ich habe dann einen etwas ruhigeren Weg gewählt. Der wurde jedoch nach einer Weile mal wieder zu einem Dirt Track und ich bin wieder auf die Hauptstraße gefahren. Hier bin ich dann bei Kobuleti wieder an der Promenade langgefahren. Das ist sicherlich das entspannteste, dass man machen kann. Leider gab es ordentlich Gegenwind. Aber immerhin war das Wetter sonst super.
Nach einer steilen Hügelüberquerung ging es dann runter ins Tal, kurz vor Batumi. Hier musste ich mich entscheiden, ob ich die kürzere Strecke an der Schnellstraße entlang und durch den Tunnel nehme oder ob ich über den nächsten Hügel fahre. Ich habe mich für den Hügel entschieden. Ich bin schon zweimal durch den Tunnel und in der letzten Zeit hat der Verkehr ganz schön zugenommen. Das brauchte ich nicht im engen Tunnel. Trotzdem war der Anstieg steil genug und ich war froh, als ich drüber war. Leider hörte kurz hinter dem Hügel auch die Straße auf und ich habe versucht, den Weg auf den Schotterwegen zu finden. Am Ende bin ich wieder auf der Schnellstraße gelandet. Das war aber OK. Ich wäre hier eh gelandet. Mit einigem Verkehr bin ich in die Stadt rein und habe gleich nach dem Einchecken den Strand aufgesucht. Natürlich fing es direkt mal an zu regnen.

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