BerichteDie Schwarzmeerküste in Bulgarien

Die Schwarzmeerküste in Bulgarien

Und wieder bin ich in Bulgarien mit dem Fahrrad unterwegs. Dieses mal ging es die Schwarzmeerküste in Bulgarien entlang. Das letzte Mal war ich 2020 hier und bin im Westen des Landes aus Rumänien gekommen und nach Griechenland gefahren. Jetzt komme ich aus der Türkei und obwohl ich auf dem Rückweg war, habe ich entschieden, doch noch nach Georgien zu fahren. Das dann aber mit der Fähre, was sich noch als recht abenteuerlich herausstellen sollte.

Hinter der Grenze hatten es dann alle recht eilig und es sind einige Autos an mir vorbei gerast. Das sollte sich dann noch bis zum Zielort Elchowo so hinziehen. Irgendwie fand ich dann in Bulgarien alles viel Grüner als im Norden der Türkei. In Elchowo bin ich dann etwas rumgeschlendert und gleich mal auf einen Rummel gestoßen. Allerdings hatte ich die Gelegenheit nicht genutzt. Es war mir zu kalt und ich wollte noch was essen.

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Der erste volle Tag in Bulgarien, der 22.3.2022, fing zunächst wirklich warm an. Ich musste nach wenigen Metern sogar ein paar Sachen ausziehen, und das Beste, es gab keinen Wind oder nur wenig davon. Dann kam ich über den Hügel und alles wurde ganz anders.
Der Wind hat ordentlich am Lenker gerüttelt und mich wieder in Schrittgeschwindigkeit fahren lassen. Dann ist es auch noch zugezogen und damit wieder wesentlich kälter geworden. So hat sich langsam wieder Frust aufgebaut. Es ist jetzt schon ein paar Tage lang nur Gegenwind. Das nervt voll. Und dieses am Lenker rütteln ist manchmal nicht ganz ungefährlich, wenn die Autos dicht an einem vorbeifahren.

Die meiste Zeit war es hügelig und es gab kaum Schutz vor dem Wind. Um 15 Uhr war ich gerade mal etwas mehr als 30 km weit gekommen. Ich fühle mich wie eine Schnecke in … Nichtgeschwindigkeit. Eigentlich hätte ich gerne Sredez halt gemacht. Leider konnte ich keine Unterkunft finden. Und bei nächtlichen Temperaturen unter null mache ich da keine Kompromisse. Ich bin einfach nicht für so was ausgestattet. Also musste ich dann doch weiter.
Als ich in Burgas angekommen bin, war es schon dunkel. Am Ziel war ich kurz vor 8 Uhr, nach 8 Stunden auf dem Rad plus noch mal zwei – drei Stunden Pausen. Ich war fix und foxy und wollte nicht mal mehr ans Schwarze Meer. Dafür mache ich wieder einen Tag pause. Da kann ich das doch etwas anders genießen.

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Gleich vorneweg, ich musste heute nicht so weit fahren. Es waren knapp über 37 km bis Sozopol (Sosopol). Sozopol ist eine kleine Stadt am Schwarzen Meer und ist hier wohl schon in der Antike eine Handelsstadt gewesen. Es gibt eine Reihe von alten und nach altem Stil renovierten Häusern. Neben zwei wirklich schönen und weiten Stränden ist die hügelige Position der Stadt auch ganz schön. So hat man einen guten Blick aufs Meer oder die Umgebung.
Aber jetzt zum Fahrtag. Ich musste erst mal an der vierspurigen Schnellstraße entlang. Die hatte, anders als in der Türkei keinen Seitenstreifen. Das ist natürlich erst mal nicht so doll gewesen. Dafür sind aber die meisten Autos doch recht langsam an mir vorbei gefahren und haben zumeist doch auch etwas Abstand gehalten. Das Beste war, es gab gleich mal gut Sonne und in der Sonne hat es sich wirklich warm angefühlt, zumindest im Vergleich zu den letzten Tagen. Da ich Richtung Süden gefahren bin, hat mich der Wind aus Nordost auch überhaupt nicht gejuckt.
Nach ca. 15 km konnte ich dann auf eine ruhigere Straße ausweichen. Die war zwar teils nur Loch und Löcher und ab und an Feldweg, dafür gab es keinen Verkehr und ich hatte ja alle Zeit der Welt. Außerdem ging die Straße immer wieder an die Küsten und hier an einige doch eher ruhigere Strände, die im späteren Frühjahr sicherlich super zum Wildcampen sind. Aktuell bin ich ja noch eher ein Weichei und suche mir ne beheizte Unterkunft.

Unterwegs bin ich dann auf eine weitere Radreisende getroffen. Man erkennt sich ja schon von Weitem. Sie will morgen mit der Fähre nach Georgien fahren. Hier von Burgas geht eine Fähre (oder besser ein Frachtschiff mit ein paar Kabinen (wenn ich das richtig recherchiert habe)) nach Batumi. Interessant ist, dass ich das schon mal vor Wochen recherchiert hatte, dann wieder vergessen hatte und vor 2 – 3 Tagen noch mal kurz im Kopf hatte. Jetzt bin ich echt am überlegen … Morgen soll die Fähre schon voll sein. Da muss ich mir also sowieso keinen Stress machen. Nun ja, mal sehen, was so noch passiert. Vielleicht lecke ich ja doch noch das Blut der sandigen Straßen.

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Heute ging es bei Sonnenschein los. Zuvor musste ich aber noch kurz mit meinen deutschen Zimmernachbarn ein kurzes Schwätzchen halten. Um genau zu sein, waren es je zwei Paare. Sie sind mit dem Auto unterwegs. Beide unabhängig voneinander, beide Pärchen Richtung Türkei. Dadurch bin ich dann doch wieder erst nach 10 Uhr losgekommen. Aber was solls. Die 70 km werden schon.
Zunächst ging es mal den Weg zurück nach Burgas. Hier musste ich feststellen, dass es auf dieser Seite neben der Schnellstraße einen alternativen Weg gibt, der bis Burgas geht, den ich gestern schon hätte nehmen können. Da hatte ich erst ab ca. Kilometer 15 den Nebenweg genommen. Es ging wieder über Buckelpiste, Feldwege und Schlammwege entlang der Küste. Ab und an gab es schöne einsame Strände, ab und an wurde ordentlich gebaut.

In Burgas angekommen, bin ich mal spontan zum Büro der Fähre nach Georgien gefahren. Es lag ja auf dem Weg. Eigentlich wollte ich fragen, wie das so in einer Woche ist. Tickets werden aber für Touristen erst am Abfahrtstag verkauft. Priorität haben die LKW-Fahrer. Heute war allerdings was frei. Da musste ich echt überlegen. Es war bis dahin nur eine unausgegorene Idee, die gestern durch die kurze Begegnung mit der Fahrradfahrerin wieder aufgekommen ist. Nach vielen Hin und Her bin ich dann doch erst mal nach Nessebar gefahren, das aber nicht, ohne immer noch hin und her zu überlegen. Ich hatte das ja vor einer Weile mal auf dem Schirm, dann aber wieder abgetan. Hätte ich gestern die Radreisende nicht getroffen und wäre es nicht so direkt auf dem Weg gewesen, hätte ich auch nicht drüber nachgedacht. Nun gut, für heute habe ich es abgetan. Mal sehen, wo mich mein Gedankenkarussell noch hinführt.
In Nessebar angekommen musste ich feststellen, dass es auch hier noch sehr ruhig ist. Die Stadt wirkt ausgestorben. Gut, mit dem vielen Überlegen und halten und recherchieren und wieder überlegen ist viel Zeit vergangen und es war schon 17 Uhr. Da wollte ich dann vor allem, da es anfing zu regnen, nicht mehr in die Altstadt. Das gebe ich mir dann morgen.

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Ich brauchte mal eine Pause. Daher war ich jetzt 2 Tage in Nessebar. Viel ist nicht passiert. Ich brauchte ja ne Pause. Die Altstadt habe ich mir noch angeschaut und Picknick am Strand hatte ich dann auch noch. Das ist aber schon das Größte der erreichten Tagesziele.
Der Weg führte heute (28.3.2022) von Nessebar nach Shkorpilovtsi. Zu dem Zeitpunkt war das Ziel noch nicht ganz klar. Eigentlich wollte ich noch weiter. Warum das dann nicht passiert ist, wird vielleicht über den folgenden Bericht klar.
Zunächst ging es mal an Hotelburgen vorbei. Aktuell sind zwar ein paar Leute zu sehen, aber viele Geschäfte und Restaurants haben auch hier nicht auf. Als der Strand dann vorbei war, ging es direkt in den Berg über Stock und Stein auf vollkommen ausgefahrenen Waldwegen entlang. Teils waren die Steine recht groß und ab und zu musste ich auch mal schieben. Dafür hat sich die Landschaft richtig gelohnt und ich konnte die nervige Bundesstraße vermeiden. Da es immer wieder rauf und runter ging, gab es ab und an auch einen herrlichen Blick aufs Meer.

Ein Stück musste ich auch auf die Bundesstraße. Da war ich dann zwar schneller unterwegs, dafür war es eng und einige Autos und LKWs sind mal wieder recht dicht an mir vorbeigefahren. Da war ich dann zunächst froh, als ich wieder von der Schnellstraße runter konnte. Da wusste ich aber nicht, was jetzt noch kommen sollte. Es waren zunächst mal wieder Feldwege. Teils war es aber so steil, dass ich sowohl bergauf als auch bergab geschoben habe. Bei den Zuständen der Wege mit ordentlichen Buckeln und ausgefahrenen Reifenspuren war es mir doch etwas zu unsicher. Einmal hats mich dann doch hingelegt, verursacht durch eine tiefe Reifenspur. Ich bin weggerutscht und dann in der Spur hängen geblieben. Das Rad hat einen ungewollten Vollstopp gemacht und ich lag am Boden. Zum Glück ist nichts passiert. Oft kam dann auch noch tiefer Schlamm dazu. Es war auf jeden Fall eine Herausforderung. Ist es machbar? Ich bin ja angekommen und zwar in Shkorpilovtsi. Eigentlich wollte ich noch weiter, aber die Herausforderungen (Berge und Straßenzustand) des Tages haben ihre Zeit gekostet.
Ist es gefährlich? Mit einem leichten Mountainbike wäre es ein Heiden Spaß mit dem vollbepackten Rad ist es eine gewisse Herausforderung. Lohnt es sich? Auf jeden Fall. Die Aussicht und immer wieder Abschnitte mit Zugang zum Meer machen es zu einer tollen Tour.

Roman östlich von Elenite
Roman östlich von Elenite

Was ich schon die letzten Tage feststellen musste, war, dass fast alles noch geschlossen hat. Das ist dann, wenn man abends mal nicht Brot und Käse essen will, was man schon zum Frühstück und Mittag hatte, nicht so praktisch. Vor allem, wenn dann abends nicht mal mehr der Supermarkt auf hat. Das verfolgt mich gerade die letzten Tage seit Burgas. In Nessebar gab es zwar noch nen Imbiss, aber der Kebab war nicht gerade das beste kulinarische Erlebnis und die Pizza sah auch nicht gerade lecker aus. Mir fehlt hier einfach mal wieder was Gutes zu essen. Fürs Kochen ist für mich aktuell noch zu kalt. Wenn ich kurz still stehe, wird es doch ganz frisch. Heute aber wieder Weißbrot und Käse. Das Restaurant in Shkorpilovtsi, das hätte noch auf haben sollen, hatte jedenfalls keine Gerichte angeboten.

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Ich habe mir ein wenig Zeit gelassen, denn meine Wäsche, die ich gestern gewaschen hatte, war noch nicht trocken. Leider musste ich dann an einiger Stelle auch noch mit dem Föhn ran, um dann mal loszukommen.
Eigentlich wollte ich ein Stück Schnellstraße vermeiden und in Strandnähe einen Waldweg langfahren. Der ging dann aber so dicht am Strand entlang, dass es durch den lockeren Sand unmöglich war, da weiterzukommen. Also musste ich umdrehen und dann doch an der Schnellstraße entlang fahren. Wie bereits bekannt, war diese nicht sehr breit, aber dafür gut befahren. Ein paar Raser gab es auch und einer ist wirklich sehr eng an mir vorbei gefahren. So eng hat es, glaube ich, noch keiner geschafft. Und ich dachte nur, wie habe ich das überlebt. Nur ein paar Zentimeter weiter und er hätte mich erwischt. Die Autofahrer hier müssen aber auch immer noch überholen, obwohl kein Platz ist und Gegenverkehr kommt. Radfahrer sind hier, zumindest außerhalb von Städten ein ärgerliches Hindernis. Ich wurde auch ab und an aggressiv angehupt und aus dem Auto raus beschimpft. So sah es für mich jedenfalls aus. Ein anderes Problem hier ist noch, dass die Autofahrer sehr dich auffahren und so in engen Kolonnen kommen. Die Blickwinkel sind dann für die Autofahrer nicht besonders optimal und der zweite, dritte und so weiter Autofahrer sieht dann oft erst im letzten Moment, wenn der Vordermann gerade am Überholen ist, dass da noch ein Gefährt auf der Straße ist.

Ca. 20 km vor Varna kann man dann statt der A5 die Bundesstraße 9 nehmen. Es sind ein paar Kilometer mehr, aber es wird etwas ruhiger. Allerdings sieht man dann irgendwann vor Varna alle 100 Meter eine Prostituierte am Straßenrand und das mitten im Wald. Da kommt einem gleich mal der Tatort in den Sinn. Bei Varna muss man dann noch den Varna See überqueren. Ich habe keine andere Möglichkeit gefunden, als die Brücke auf der Autobahn zu nehmen. Auf der Auffahrt stand auch ein Polizeiauto. Entweder haben die mich nicht gesehen oder ignoriert. Jedenfalls bin ich mit viel Gehupe dann rüber gekommen.

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So heute (30.3.2022) ging es wieder Richtung Süden. Ich habe in Burgas noch was vergessen. Als ich aus dem Hostel raus kam, wurde mir so richtig warm und ich musste eine Schicht der Klamotten und die lange Hose ausziehen. Dazu muss ich sagen, dass ich immer noch die Kompressionsstrümpfe wegen der Thrombose trage und das warm genug ist. Es war auf jeden Fall heute teilweise schon T-Shirt Tag. Im Schatten und mit Wind später musste ich aber noch was überziehen.
Auf der aufgenommenen Strecke sieht man, wie schon beim Hinweg, dass ich über die Autobahnbrücke fahre. Das ist natürlich nicht legal, deshalb ich das ja auch nicht geschehen.
Als ich also nicht die Brücke bezwungen hatte, ging es zunächst ein Stück an der Nebenstraße entlang. Weniger Verkehr ist immer gut. Hier ging es zunächst mal ordentlich, aber nicht zu steil den Berg rauf. Irgendwann ging es dann auf einem sehr buckligen Feldweg neben der Autobahn lang. Aber das war immer noch besser als auf der Autobahn. Dann ging es wieder auf die Schnellstraße. Eigentlich wollte ich hier weiter fahren, habe mich dann aber doch für das Abenteuer auf zerfahrenen Feld- und Waldwegen entschieden. Mir war der Fahrstil auf der Schnellstraße einfach nix und ich wurde nervös und ängstlich. Mein Gemüt ist da doch wichtiger. Bei ca. Kilometer 35 bin ich also wieder abgebogen. Die Strecke kannte ich zum Teil schon. Tiefe Reifenspuren und ein paar Schlammlöcher. Also echtes Dirt Track Feeling.

Am Meer angekommen habe ich dann bei herrlichem Wetter Pause gemacht, was gehessen und meinen Kocher für einen Kaffee ausgepackt. Das ganze fand auf den Bänken eines noch geschlossenen Restaurants statt.

Dann ging es wieder los, über Stock und Stein und so. Ein Stück hat mich das Navi anders geführt als bei der Hinfahrt. Die Konsequenz war dann, dass ich einen echt steilen Berg rauf musste. Leider war es so steil, dass ich nicht raufgekommen bin und das Gepäck und das Rad die 70 Meter einzeln rauf tragen musste. Beim Rad, das als Letztes kam, war ich so fertig, dass ich eine gefühlte Ewigkeit brauchte. Nur wenige 100 Meter weiter ging es dann wieder steil runter und rauf. Am Ende würde ich aber sagen, dass es trotzdem die bessere Wahl war. Und erlebt habe ich somit wenigstens auch was.

In Obsor angekommen, hier habe ich eine günstige Unterkunft gefunden, musste ich wieder feststellen, dass hier am Schwarzen Meer noch Winterschlaf herrscht. Es ist alles auf Tourismus ausgelegt. Supermärkte und Restaurants haben geschlossen. Der Bäcker hat nur vormittags auf. Also wieder Brot und Käse und vielleicht etwas Wurst.
Jetzt, wo ich das hier gerade am Meer schreibe und die Sonne untergeht, wird es doch wieder richtig frisch. Vor allem weht ein kalter Wind, diesmal aus Süden.

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Leider war heute der ganze Sonnenschein schon wieder vorbei. Es war bewölkt und schon die ganze Nacht hatte es ordentlich Wind gegeben. Der war beim Losfahren immer noch präsent. Nach einem kleinen Frühstück beim Bäcker, bei dem ich einer echt bedauernswerten Katze ein wenig Essen gegeben habe, ging es also los. Zunächst ging es mal wieder an der Schnellstraße entlang mit den gleichen Problemen, wie immer eng vorbeifahrende Autos.

Beim Versuch, schneller auf Nebenstraßen oder Waldwege zu kommen, hat mich das Navi leider zweimal fehlgeleitet. Beim ersten mal gab es den Weg nicht, auf dem ich hätte abbiegen sollen, nachdem ich schon ca. 1 km auf dem Feldweg raufgefahren bin. Hier war nur Feld zu sehen. Beim zweiten Mal bin ich schon ein ganzes Stück weiter gefahren. Es wurde immer wilder und ein Weg teils nur schwer zu erkennen. Und es ging die ganze Zeit abschüssig. Kurz bevor ich auf eine „vernünftige“ Straße hätte abbiegen sollen, war aber nur Zaun zu sehen und weit und breit keine Ausweichmöglichkeit im dichten Dickicht. Also bin ich auch hier wieder zurück. Dieses Mal aber bergauf. Das war schon am Anfang ein ordentlicher Morgensport. Ich musste einige Male schieben. Und ich hatte jetzt schon brennende Oberschenkel.

Weiter ging es dann auf Schotter, Wald- und Feldweg über ein paar Hügel hinweg nach Nessebar. Hier bin ich einmal gut Weggerutsch und nur knapp nicht gestürzt. Ein 50 kg Fahrrad ist halt kein 12 kg Mountainbike, auch wenn es sich abschüssig ab und zu fast so anfühlt.

In Nessebar hatte ich dann einen Glücksfall und bin auf einen Fahrradladen gestoßen, der mir die Schrauben für das Spannen der Kette lösen konnte. Ich habe ein Rohloff System. Und irgendwie sind die Schrauben recht fest verzogen. Das letzte Mal hatte ich sie vor über einem Jahr gelöst. Jetzt ging da nichts mehr. Hier habe ich dann gleich auch noch meinen Brooks-Sattel nachgespannt. Der löst sich bei der Fahrt ständig und muss nachgespannt werden. Leider braucht man dazu einen 14er-Schlüssel, den ich nicht dabei hatte. Ich saß aber schon auf den Metallstreben des Sattels. Das ist nicht so angenehm. Mit neu gespannter Kette und neu gespanntem Sattel bin ich dann frohen Mutes weiter gegen den Wind gefahren. Kurz hinter Nessebar bin ich dann auch noch an einem Eisenwarenladen vorbeigekommen und habe für wenig Geld die benötigten Werkzeuge nachgerüstet. Jetzt habe ich auch einen 14er-Schlüssel und kann ab und an mal den Sattel nachspannen. Das schont dann auch ein wichtiges Körperteil zum Radfahren, den Ars… Hintern.

Nun fing auf die letzten ca. 20 km auch noch Regen an. Mit dem starken Wind, der Wochenlang von Südwest kam und nun, wo ich Richtung Süden fahre aus Südwest kommt – Petrus muss was gegen mich haben, ging es dann weiter. In der Regenjacke hatte ich dann ordentlich geschwitzt und als der Regen vorbei war, konnte ich sie leider nicht gleich ausziehen. Ich war auf einer stark befahrenen Schnellstraße.
Ein paar Kilometer vor Burgas habe ich es aber doch noch auf die Küstenpromenade geschafft. Hier gab es zwar auch Wind, dafür aber keine Autos. Der Sand hier nördlich von Burgas ist übrigens schwarz. Das habe ich bisher am Schwarzen Meer nur hier gesehen.

Trotz Wind und einigen Strecken auf der Schnellstraße hatte ich einen wirklich guten Tag. Ab und zu geflucht über mich, die Autofahrer oder eine besonders steile oder anstrengende Passage, aber vor allem die autofreien Abschnitte waren ein Traum. Und mit ein paar Dingen am Rad erledigt, fährt es sich doch wieder besser, auch gegen den Wind.

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Gestern konnte ich mal wieder meine Klamotten im Apartment in einer Waschmaschine waschen. Das ist echt ganz gut. Sonst werden die nur selten und kurz im Waschbecken ausgespült. Das verbraucht viel Wasser und ist wenig effizient.
Nach einem Frühstück bin ich zum Hafen aufgebrochen. Ich will nach Georgien mit dem Schiff fahren. Eigentlich ist es ein Cargo-Schiff, wenn man Glück hat, bekommt man am Tag der Abfahrt (früher geht normalerweise nicht) ein Ticket. Hier sind drei Mahlzeiten und ein Bett in einer 4er Kajüte inbegriffen. Ich hatte Glück. Gut, das wird sich im Laufe der Fahrt rausstellen. Aber ich habe ein Ticket. Es war gerade mal Mittag. Das Schiff legt nicht vor Abend ab. Also bin ich noch mal in die Stadt rein und an den Strand. Für ein Weilchen schaute sogar die Sonne raus. Die Füße habe ich auch mal ins Meer gesteckt. Es ist eindeutig zu kalt. Die Füße waren schnell wieder draußen. Außerdem ging heute ein echt starker Wind. Es hat auch Äste von den Bäumen gefegt und am Strand habe ich ein ordentliches Peeling bekommen.

Gegen 15 Uhr bin ich dann mal zum Schiff. Die haben aber gerade noch abgeladen und gemeint, ich soll mal so in 2 – 3 Stunden zurückkommen. Also bin ich wieder in die Stadt und an den Strand. Irgendwie muss man die Zeit ja rumkriegen – äh nutzen. Als ich dann kurz nach 18 Uhr wieder zum Schiff bin, hat man mich gleich abgefangen. Der Sturm hat das Schiff aus seiner Verankerung geholt und es stand jetzt mehr als 50 Meter weiter als vorher. Mir wurde dann gesagt, dass vor Montag nichts passiert. Auf der einen Seite soll es bis Sonntag stürmen und dann muss sicherlich auch einiges am Schiff gecheckt werden. Es bleibt jedenfalls spannend. Da hat sich heute Petrus aber einen Aprilscherz ausgedacht. Heute ist der 1.4.2022.

Heute Morgen (4.4.2022), sollte ich 10 Uhr bei der Fähre anrufen, ob und wann diese jetzt fährt. Zunächst ist niemand ans Telefon gegangen. Eine halbe Stunde später habe ich dann jemanden erreicht. Er sagte mir, dass die Fähre letzte Nacht abgefahren ist. Und das, obwohl man mir gesagt hatte, dass sie auf keinen Fall vor Montag fahren würde und ich am Montag, 10 Uhr anrufen soll. Gut, hilft ja nichts weg ist weg. Dazu muss man vielleicht auch sagen, dass es ein Frachtschiff und Tourismus ein nicht so wichtiger Einnahmezweig ist. Das Schiff fährt einmal pro Woche. Prinzipiell freitags nach Georgien und montags von Batumi wieder zurück nach Bulgarien. Da es nur eine Fähre gibt und diese jetzt Verspätung hat, wird die nächste Möglichkeit wohl frühestens Samstag oder Sonntag sein. Damit habe ich doch noch ein paar Tage. Leider wird das Wetter auch etwas schlechter und ich bin etwas radfaul. Also habe ich mich dazu entschieden, wieder nach Sozopol, ca. 30 km von Burgas entfernt zu fahren. Hier ist zwar weniger los, aber dafür ist es auch ein etwas kleinerer Ort und ich brauchte Abwechslung.

Beim ersten Mal, als ich nach Sozopol gefahren bin, bin ich ein ganzes Stück über die Schnellstraße gefahren und vom Rückweg aber wusste, dass es auch anders geht, kam ich dummerweise an einer Stelle an, an der ich ca. 50 Meter in entgegengesetzter Richtung zum Verkehr fahren musste. Das war aber das einzige Stück, bei dem mir auch etwas unwohl war. Die Alternative, wieder zurückfahren und auf der Schnellstraße fahren hätten mehrere Kilometer Umweg bedeutet, da die Fahrbahnen baulich getrennt waren.

Am 8.4. bin ich dann wieder nach Burgas gefahren, um erneut zu versuchen, die Fähre nach Georgien zu nehmen. Diese fuhr jetzt laut Auskunft am 9.4. ab, sie hatte wegen des Sturms letzte Woche einen Tag Verspätung. Als ich am Office vorbeigefahren bin, hat man mir das auch so bestätigt. Nach anfänglichen Problemen mit der gebuchten Unterkunft bin ich dann ganz gut im 6. Stock untergekommen. Super Ausblick aber ordentliches Geschleppe des Gepäcks. Man bekommt halt immer das höchste Zimmer, wenn man schleppen muss ;-). Wie es auf der Fähre weiter geht, kann man dann hier weiterlesen.

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