BerichteMontenegro und Albanien mit dem Fahrrad

Montenegro und Albanien mit dem Fahrrad

Die letzte Zeit bin ich durch Kroatien gereist und habe schöne Bekanntschaften gemacht und viel erlebt. Ich habe Freunde getroffen, neue kennen gelernt und viel über mich gelernt.

In Montenegro bin ich kurz wieder auf die neuen Freunde gestoßen. Das hat mich sehr gefreut, auch wenn der Abschied schwerer viel.
In Montenegro war Kotor ein Highlight. Budva fand ich nicht so prickelnd. Dafür ging es dann in die Berge und am Skutarisee entlang. Das war mit Sicherheit eines der großen Highlights auf dieser Reise.
Den albanischen Nordwesten fand ich nicht so toll. Es war recht bebaute Gegend. Da war es dann im Süden ab Orikum doch schon schöner. Dafür sind die Berge da sehr steil. Lest weiter, um zu erfahren, wie ich es erlebt habe.

Es waren 629 Kilometer und es ging 6690 Meter rauf.

Nachdem ich mich von den zwei Abenteurern wieder verabschiedet habe (die zwei stehen einfach zu früh auf) bin ich weiter gen Süden gefahren. Zuerst habe ich mich aber wieder hingelegt, ein Terry Pratchett Hörbuch eingelegt und noch ein wenig gedöst. Dann einen Kaffee getrunken und gaaaaanz langsam gepackt.
Der Anfang der Strecke ging eher ein wenig stressig an Hotelanlagen entlang. Es kam mit so vor, als ob es ein kilometerlanger Ort war. Laut Navi gab es aber viele verschiedene Orte. Da ich nicht den ganzen Weg um die Pilzbucht (nennen wir sie mal so) machen wollte, habe ich die Fähre genommen. Es gab auch ein wenig durchwachsenes Wetter. Ich hatte keinen starken Regen, aber getröpfelt hat es schon und die meiste Zeit war es bewölkt, manchmal recht dunkel.
Der Weg nach Kotor war ziemlich ruhig, oft eng und es ging die meiste Zeit recht flach an der Küste entlang. Die Dörfer waren wirklich ganz nett. Ein wenig touristisch, aber aktuell nicht zu überladen.

Kotor selbst war wirklich einen Abstecher wert. DieAltstadt war sehr nett und die Nähe zu den Bergen und dem Nationalpark scheinen mir ideal für Wanderausflüge. Das nächste Mal muss ich hier etwas mehr Zeit zum Wandern verbringen. Aber auch die Kaffeepause in der kleinen Gasse war ein Top Erlebnis.
Von Kotor ging es dann erst mal auf den Berg rauf. Die Steigungen gingen allerdings die meiste Zeit. Über dem Berg Richtung Budva war es dann eher langweilig, viel Verkehr und eher Gewerbegebietcharakter.

Das letzte Stück vor Budva war dann noch mal richtig steil und lang. Mit der Aussicht auf das Ziel zog sich das echt hin. Nach Kotor muss ich sagen, dass ich Budva eher mittelmäßig fand. Die Altstadt ist schon ganz nett, aber auch recht touristisch. Sie ist auch eher klein. Dafür wird wohl fleißig gebaut. Das aber (so mein Eindruck) eher chaotisch. Es stehen viele halb fertig Hotelbunker rum. Das hat alles eher den Eindruck von halb fertig (oder eher 1/4 fertig) ohne Konzept aufgebauter irgendwie Touristenort. Für mich persönlich ist das hier jedenfalls eher gehyped.

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Als ich aufgewacht bin, hat es geschüttet und gewittert. Und ich rede nicht von ein wenig. Es war wirklich heftig. Ich dachte schon, dass ich dann wohl hierbleiben muss und den Tag in den nicht sehr geliebten Ort verbringen muss. Punkt (na ja, so fast) 9 Uhr hat dann alles aufgehört und ich konnte schon den strahlend blauen Himmel sehen. Damit stand es fest. Es geht rauf in die Berge zur alten Hauptstadt Cetinje.
Ich bin mal nicht dem Vorschlag des Offlinenavis gefolgt und bin dafür die Hauptstraße lang. Das war zwar wesentlich länger, dafür aber auch nicht ganz so steil. Stoßweise sind dann die Autos teils recht schnell und dicht an mir vorbei gefahren. Die meisten scheinen aber noch Anstand zu haben und halten Abstand. Außerdem gab es bergauf oft auch Passagen, an denen es zweispurig war. Das hat es für mich auch etwas besser gemacht. Die meiste Zeit ging die Steigung. Es gab aber auch ein paar Abschnitte, die es in sich hatten. Alleine wäre das nicht das Problem, aber nach ein paar Hundert Höhenmetern brennen dann doch irgendwann die Beine. Ein paar Rennradfahrer haben mir beim Vorbeifahren dann aber auch noch Mut gemacht. Ich musste mich zügeln mit der neuen Motivation nicht zu sehr reinzutreten. Ich hatte noch ein wenig Höhe zu schaffen.
Als ich dann über den Gipfel war, war ich schon echt in Hochstimmung. 880 Höhenmeter auf weniger als 20 km. Ich darf mal stolz sein.

Nach einer kurzen Abfahrt (es kommt einem nach dem Anstieg immer so kurz vor) ging es dann allerdings noch mal etwas rauf. Dumm auch, dass mich das Navi über eine abenteuerliche Straße …. äh, irgendwann war es keine Straße mehr und auch kein Weg n den Ort geführt hat.
Cetinje selbst hat seinen Charme. Ich bin in einem Teil untergekommen, der mich schon so ein bisschen an Dörfer in der DDR erinnert hat. Der Kern hat mich ein wenig an Potsdam erinnert, sicherlich, weil es einige Gebäude aus dem 17. Jahrhundert gibt, die selten über 2 Stockwerke gehen. Sonst gibt es ein paar Gebäude, die aus Tito-Zeiten stammen könnten. Die Atmosphäre ist superentspannt und ich genieße es mal aus dem großen Touri-Trubel raus und doch in einem kleinen Ort zu sein.

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Von Cetinje ging es dann erst mal richtig schön bergab. Nicht nur das nichttreten müssen war schön, sondern auf jeden Fall auch die Landschaft. Die Berge mit mal richtig Vegetation war mal eine Abwechslung zu den vielen kargen Gegenden. Es ging bis auf fast 0 Meter runter bis zum Fluss, der dann in den Skutarisee fließt.

Hier ging es dann auch wieder ein Stück rauf auf den Berg. Die ca. 300 Höhenmeter waren zwar kein großes Ding, aber die Steigungen hatten es teils in sich. Aber es hat sich gelohnt. Die Gegend ist wirklich schön und den See von da oben zu sehen war echt ein Highlight. Ich bin dann auch noch an dem Café Marcolov Brijeg vorbei gekommen. Der Ausblick war ein Traum und auf jeden Fall einen Kaffee und Teigbällchen wert.

Virpazar hat mich jetzt nicht so beeindruckt. Es war sehr klein, aber auch sehr touristisch. Und der einzige Grund, hierher zu kommen, ist wohl mit dem Boot auf den See zu fahren. Selbst hatte ich da kein Interesse dran.
Ich habe noch eine kurz Runde mit Rad gemacht, bin aber nur an der Hauptverkehrsader näher an den See gekommen. Dafür habe ich zurück im Ort dann einen Fahrradreisenden Franzosen getroffen. Er ist auch auf dem Weg nach Athen, hatte es aber eilig und wollte nur kurz was essen. Wir hatten trotzdem einen netten Plausch.
Zum Abend gab es dann Forelle. Die kommt zwar nicht aus dem See, aber auf Karpfen hatte ich keine Lust und sonst gab es keine weitere Auswahl.

Nach dem Essen bin ich noch auf eine Schweizerin getroffen. Sie war, wie sollte es anders sein, auch auf dem Weg nach Griechenland. Sie war gerade mit jemand anderen unterwegs und ihr Mann kam wohl auch noch über Kroatien nach. Die einzuholen ist dann auch eine gute Herausforderung.
Nachts hat es dann wieder so richtig geschifft und ordentlich gewittert.

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Ich habe es mal wieder geschafft, vor 9 loszukommen. Es war noch wolkig, aber nicht wirklich kalt. Zum Frühstück bin ich zum Supermarkt. Da wurden belegte Sandwiches verkauft. Ich habe nach einem Brötchen mit Käse gefragt und habe dann auch eins bekommen. Allerdings war auch noch Salami drauf. Ich hatte ja nicht nach ausschließlich Käse gefragt. Hm… na egal.
Der weitere Weg führte mich dann bergauf, bergab aber über sehr schöne Abschnitte. Anfangs bin ich noch in die Wolken rein gefahren, später ist es etwas aufgeklart. Mal war ich etwas mehr zwischen den Gipfeln und mal gab es wieder den Blick auf den See, eine schöne Abwechslung. Aber auch heute waren die Steigungen nicht ohne.
Unterwegs bin ich dann noch auf einen Franzosen getroffen. Er kam aus Athen und machte die Reise quasi andersherum. Er hatte es aber eilig und dann sollte man die Leute nicht aufhalten.

Am Ende des Bergkamms dachte ich dann, jetzt hast du es geschafft, es geht nur noch bergab. Da hatte ich mich aber getäuscht. Es gab vor der endgültigen Abfahrt dann doch noch mal einen Aufstieg. Unten fand ich die Landschaft dann schon fast langweilig. Dafür ging es jetzt fast nur noch flach an die Grenze. Hier kam es mir wieder ein wenig chaotisch vor. Die Pässe wurden scheinbar willkürlich von allen Wartenden eingesammelt. Bearbeittem erst am Schalter. Interessant fand ich, dass auch ein deutscher Polizist anwesend war.
Der Weg nach Shkodra war ebenfalls flach und nicht so unspektakulär. Dafür war die Freude in einem neuen Land zu sein, riesig. Es gab also trotzdem Glücksgefühle.

In Shkodra hatte ich dann seit Ewigkeiten mal wieder eine Waschmaschine. Und ich habe dann doch eine Weile gebraucht, bis ich mal losgestartet bin. Da war es aber schon dunkel. Die Stadt war auf dem ersten Blick sehr unruhig und geschäftig. Es gibt aber eine sehr angenehme, beruhigte Straße mit Cafés und Bars.

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Nachdem ich heute mal wieder schwer in die Gänge gekommen bin, war ich erst mal beim Bäcker, um es noch weiter rauszuzögern. Nein, natürlich nicht. Aber ich fahre nicht los, ohne was gegessen zu haben.
Das erste Stück auf der Schnellstraße war dann schon mal recht stressig. Einige Autofahrer kennen keinen Abstand, auch wenn genügend Platz ist. Dann gibt es einige Fahrer, die wie wild fahren. Außerdem gibt es Verhalten, die ich eher als irritierend und für gefährlich halte, wie z. B. vor einem einscheren und abrupt anhalten.
Viele Abschnitte gingen aber über Land. Das war wesentlich angenehmer und ruhiger, auch wenn sich viele Ortschaften direkt aneinander angeschlossen hatten. Landschaftlich war es ganz OK, aber es fehlten mal längere Abschnitte ohne Bebauung.
Ungefähr 30 km vor Tirana bin ich dann auf zwei Österreicher gestoßen. Wir sind ein Stück zusammen gefahren. Sie nutzen gerade ihren Urlaub für die Fahrt. Leider hatte ich schon lange vor eine Pause zu machen und musste noch was essen, um das letzte stressige Stück in die Stadt zu schaffen. Also habe ich mich verabschiedet.

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Tirana selbst fand ich jetzt nicht so aufregend. Es ist eine moderne, westlich angehauchte Stadt. Wer zudem nicht westlich essen will, muss schon nach traditionellem Essen Ausschau halten, aber es gibt solche Restaurants.
Der Weg führte heute wieder raus aus Tirana Richtung Durras (Durrës). Die meiste Zeit gab es sogar Radwege, wenn sie nicht gerade zugeparkt waren oder von Fußgängern bevölkert waren. Einmal aus der Stadt raus war auch gar nicht mehr so viel Verkehr. Wie schon auf dem Weg von Shkodra, schein mir Albanien hier recht bevölkert. Man sieht kaum einen Hügel ohne Dorf und hat das Gefühl, oft direkt von einem Ort in den Nächsten zu fahren.

Durras selbst fand ich nicht spannend. Vielleicht habe ich bei meinem kurzen Halt auch noch nicht die richtigen Ecken gesehen. Aber mich hat es mal wieder ans Meer gezogen. Und da bin ich dann entlang von unendlichen Bettenburgen weiter nach Golem gefahren.
Durras selbst fand ich nicht spannend. Vielleicht habe ich bei meinem kurzen Halt auch noch nicht die richtigen Ecken gesehen. Aber mich hat es mal wieder ans Meer gezogen. Und da bin ich dann entlang von unendlichen Bettenburgen weiter nach Golem.

Aktuell ist es etwas kälter und windig geworden. Letzteres gibt am Strand ein gutes Peeling. Ich fahre aber gen Süden und hoffe noch auf ein paar nette Badetage.

Was man nirgendwo übersehen kann, ist der Müll, der hier überall rumliegt. Teils wird er auch massenweise ins Flussbett geschmissen. Die Flüsse, die Wasser tragen, scheinen auch als Abwasserkanäle genutzt zu werden. Man sieht oft völlig verdrecktes Wasser. Zudem werden dann die Müllberge auch noch angezündet und das ganze Plastik und sonst was für Zeugs verbrannt. Meine Lungen und die Umwelt danken.

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Eigentlich wollte ich mir beim Bäcker Frühstück holen. Leider gab es da nur Brot. Also bin ich noch zum Supermarkt, um Käse und Gemüse zu kaufen. Letzteres gab es dann auch wieder nicht. Hier gibt es zwar in manchen Supermärkten eine kleine Auswahl an Obst und Gemüse. Oft wird das aber in einem separaten Geschäft verkauft. Die haben dann auch mehr Auswahl.
Die erste Strecke führte parallel neben der Hauptstraße entlang auf einer Service- oder Ausweichstraße. Das war zwar viel angenehmer als auf der doch recht befahrenen Schnellstraße, aber den Lärm gab es dann halt doch.
Es ging dann noch durch die Kreisstadt Kavaja. Das war ganz nett und ich habe halt für einen Kaffee gemacht. Ein Stückchen bin ich dann auch Autobahn gefahren. Ich war zu faul, die etwas längere Ausweichstrecke zu nehmen. Vom Verkehr her ging es. Nur ab und zu habe ich das Gefühl, einige Autofahrer wissen nicht genau, was sie da machen.

Es ging dann ab von der Autobahn und am Karavasta See (oder Lagune) entlang. Vom See hat man nicht viel gesehen. Die Straße war zu tief und der See noch etwas weiter weg. War es bis hier hin eher flach, so fing es im Süden des Sees an, hügeliger zu werden. Die Straße führte natürlich oft direkt auf den Hügel mit entsprechenden Steigungen. Zum Glück ging es zumeist nicht zu hoch und es war trotz des Gepäcks alles machbar. Ab und zu gab es aber auch noch guten Gegenwind. Da tritt man rein und hat das Gefühl, nicht vorwärtszukommen.

In Vier hatte ich dann an einem Grillrestaurant halt gemacht. Es roch einfach zu gut. Und als ich da so saß und aß, hatte ich beschlossen, Schluss für heute zu machen. Fier ist keine besondere oder schöne Stadt, aber manchmal muss man es nicht übertreiben. Zum Abschluss gab es dann noch einen Trilece. Kein Wunder, dass ich noch keine Bohnenstange bin bei den Kalorien, die ich zu mir nehme.

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Die heutige Reise ging von Fier über Vlora nach Orikum. Eigentlich wollte ich hinter Orikum noch ein Stück von dem 1000er rauf fahren. Aber wie das so ist, es kommt manchmal alles anders, als man denkt.
Zunächst ging es aus der Stadt raus. Das ist immer eine eher nicht so dolle Angelegenheit, da der Verkehr immer mal wieder chaotisch ist. Es gab zwar auch einen Fahrradweg, der war aber mal wieder von Fußgängern, parkenden Autos und Mülltonnen belegt. Also dann doch ins andere Chaos …
Aus der Stadt raus ging es dann gleich mal steil bergauf. Es waren zwar nur 70 Höhenmeter, die sollten aber in direkter Linie zum Gipfel erreicht werden. Leider hatte ich vergessen, das Tracking einzuschalten. Aber egal, ich weiß ja, was ich gefahren bin.
Die Straße war die meiste Zeit eine ordentliche Buckelpiste. Loch an Loch und hält doch. Dafür war es verhältnismäßig ruhig. Von hügelig bis flach war heute alles drin. Leider kommt man immer wieder an Müllhalden (ich bin mir sicher, keine davon ist offiziell) vorbei. Ich habe es gegen den Gestank dann mal zeitweise mit Eukalyptusblättern versucht. Eukalyptus wächst hier untern dann doch recht häufig.
Ein weiteres Problem sind die Stinkbomben Autos hier. Es fahren viele ältere Autos rum, die immer eine ordentliche Rauchwolke hinter sich her ziehen. Aber das Problem hatte ich ja schon erwähnt.

Kurz vor Vlora habe ich dann auch die ersten Brandschäden entdeckt. Hier waren ganze Flächen verbrannt. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie viel davon vielleicht auch von brennenden Müll verursacht wird. Scherben liegen ja auch genug rum, die so was in Brand setzen können.
Vlora selbst fand ich eher enttäuschend. Wurde es noch von diversen vertrauenswürdigen Webseiten vorgeschlagen, konnte ich an der Stadt mit ihren Hotelburgen nicht viel abgewinnen. Auf dem Weg von Vlora nach Orikum war es zwar auch noch touristisch, da der Platz für Hotels aber enger wurde, machte es den besseren Eindruck. Hier gibt es dann aber nur Kieselsteinstrände. Kurz vor Orikum habe ich dann in einem kleinen unscheinbaren Restaurant halt gemacht und Fisch und Salat als Stärkung für den Aufstieg gegessen.

Gut gestärkt bin ich dann an Orikum vorbei gezogen. Hier bin ich dann zwei Radfahrerinnen begegnet. Beide hatten einen Anhänger für ihre Hunde. Sie waren „nur“ für 4 Wochen unterwegs und hatten noch niemanden getroffen, der mit ihnen reist. Es war ihr letzter Reisetag und sie waren etwas enttäuscht. Aber mein Weg war ja die andere Richtung. Nach einem wirklich netten Gespräch haben wir uns dann verabschiedet und sind unserer Wege gezogen. Ein paar Kilometer weiter hatte ich dann gedacht, ich habe weder Ziel, noch habe ich eine Richtung und bin umgedreht. Aber nach 10 km hatte ich sie immer noch nicht eingeholt und etwas die Motivation verloren. Vielleicht hätte ich weiter fahren sollen. Ich werde es nicht herausfinden, was passiert wäre. So bin ich dann in Orikum gestoppt und habe morgen dann den 1000er komplett vor mir. Aber ich bereue nichts. Na ja, mal sehen, wie es dann morgen aussieht.

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Heute ging es erst mal mit einem Käseomelett, Schokocroissant und reichlich Obst in den Tag. Ich brauchte alle Energie für den Anstieg. Ging es von Orikum erst mal gemächlich rauf, so änderte sich das ganz rapide ein paar Kilometer später. Spätestens ab Dukat fingen die Steigungen an, auf längere Zeit richtig ordentlich zu werden. Das zog sich dann auch bis zur Spitze so hin. Dachte ich, ah, da oben wird es etwas flacher, so wurde mir nach der nächsten Kurve die Hoffnung geraubt. Versteht mich nicht falsch, es war eine echt schöne Tour mit super Aussichten, aber diese dauerhaft starken Steigungen machen echt zu schaffen.
Unterwegs bin ich einem niederländischen Pärchen begegnet, die mit Tandem unterwegs sind. Wir haben ein bisschen gequatscht und irgendwann sind wir auf eine Mutter, die mit ihrem Sohn unterwegs ist, gekommen. Da haben sich die beiden Tandemfahrer und die beiden Abenteurer an dem Tag, an dem sich die zwei Abenteurer im Norden Montenegros auf gemacht haben, getroffen. Die Welt ist doch kleiner, als man denkt. Nach kurzer Zeit sind die beiden Tandemfahrer an mir vorbeigezogen und ich bin heute nicht mehr auf sie getroffen.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich ca. 800 Höhenmeter hinter mir. Eigentlich wollte ich Kaffeepause machen, aber irgendwie war es mir da oben doch noch zu touristisch und ich bin weitergefahren.

Am Gipfel dachte ich dann, das war es dann jetzt, das Schlimmste ist geschafft. Aber passt auf, was noch kommt. Es ging wunderbar den Berg runter. Es gab eine superschöne Abfahrt. Dumm nur, dass es dann irgendwann wieder rauf ging. Und ja, es gab wieder einige längere Strecken mit guten 10 % Steigung und teils mehr. Und auch nach der nächsten Abfahrt ging es wieder rauf. Gut, wer vorher die Strecke checkt, weiß so was. Vielleicht ist es aber manchmal besser, ich weiß es vorher nicht.
Irgendwann brannten dann aber meine Beine so sehr, dass es Zeit für das heutige Ende war.

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Heute Morgen wurde ich mit einem Kaffee begrüßt. Obst gab es auch noch genug vom Host bereitgestellt. Beim Bäcker habe ich dann noch etwas mehr aufgetankt. Denn es ging zwar nicht so hoch hinaus, aber auf die Strecke verteilt gab es trotzdem mehr als 1000 Höhenmeter.
Gleich aus Himara raus gab es den ersten ordentlichen Anstieg. Und das mit den Steigungen scheint sich hier immer weiter fortzusetzen. Dir haben es ab und an echt in sich.
Auf dem Weg bin ich dann einigen Radreisenden begegnet, die auf organisierter Radreise waren. Irgendwie scheinen die aber in ihrer eigenen Welt gewesen zu sein. Sie schienen es sehr eilig gehabt zu haben, den Berg runterzufahren, während ich in Nichtgeschwindigkeit den Berg erzwungen habe.
Auf dem Weg ist dann aber ein junger Kerl mit seinem Auto angehalten und fragte: water beer? Das war auf jeden Fall mal eine Geste, die mich wieder an den Menschen an sich glauben lässt. Wasser hatte ich noch und für Bier gab es leider noch zu viele Kilometer. Also musste ich dieses Angebot, wenn auch schwerlich, ablehnen.
Was mir aufgefallen ist, je weiter südlich ich kam, desto weniger Vegetation gab es auch auf den Bergen. Eineinhalb Tage mit Bäumen und ihren Schatten unterwegs, so habe ich Letzteres am Ende eher vergebens gesucht.
Positiv muss ich noch erwähnen, dass es kaum Verkehr gab. Bis auf den Verkehr im Norden des Landes fand ich spätestens ab Fier den Verkehr recht entspannt. Es ist auch außerhalb der Saison. Das mag viel dazu beitragen.

Die letzten Kilometer zum vermeidlichen Bora-Bora Albaniens zogen sich dann noch mal hin. Der Grund war sicherlich, dass die Beine mal wieder Pause wollten. Die bekommen sie jetzt auch erst mal … für einen Tag.

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