BerichteRheinradweg von Karlsruhe zum Bodensee dann Donau bis Donauwörth

Rheinradweg von Karlsruhe zum Bodensee dann Donau bis Donauwörth

Nachdem ich den Rheinradweg (Eurovelo 15) gen Norden gefolgt bin, bin ich am 4. Juli 2021 dann gen Süden gestartet. Es ging über Straßburg, dann wegen ein paar Besorgungen zurück nach Lahr und von da zur Schweizer Grenze bis zum Bodensee. Von da an ging es zum Donauradweg (Eurovelo 6) bis Donauwörth. Hier ging es dann die Via Claudia Augusta über die Alpen.

Von Karlsruhe aus ging es erst mal über die Brücke in die Pfalz. Graue Wolken haben mich begleitet. Am Rhein gab es dann auch schon die erste Umleitung wegen Hochwasser und überfluteten Fahrradweg.

Nach den ersten leichten Regenschauern habe ich dann einen Radreisenden getroffen, der nicht nur den Sonntagsausflug gemacht hat. Er kam aus Bonn und war auf dem Weg nach Süden. Weil er weniger Zeit für die Reise hatte, hatte er es aber auch eilig. Also habe ich ihn ziehen lassen. So ganz kompatibel waren wie eh nicht. Nachdem ich mich ein paarmal verfahren hatte, weil die Beschilderung doch nicht ganz so einfach zu verstehen war (ein Problem, dass ich immer wieder hatte), hat es dann ca. 20 km vor Straßburg aus Kannen geschüttet. Da ich zu spät geplant hatte, die Regenklamotten rauszukramen, habe ich mich so unter einen Baum gestellt. Das war aber nach wenigen Minuten dann auch hinfällig.
Die Unterkunft in Straßburg (an Zelten war nicht zu denken), war echt super und das Wetter ist auch noch mal besser geworden. Damit war der erste Abend dann doch noch ganz nett.

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Nachdem ich schon ca. 6 km aus Straßburg raus war, kam ich auf die glorreiche Idee, die Sattelhöhe neu einstellen zu müssen. Mir ist glatt die Schraube der Klemme abgebrochen. Das war schon am 1. Tag, an dem ich das Rad hatte, eine Problemstelle. Damals ist mir die Schraube, ohne dass ich was gemacht habe, abgebrochen. Ich muss da wohl mal schauen, ob ich die Sattelstange austausche. Die hatte der Händler nämlich vom Original ausgetauscht und ich befürchte momentan, dass der Tausch zu klein war. Jedenfalls musste ich dann erst mal wieder eine Schraube auftreiben. Es gab zwar ein paar Autowerkstätte, die hatten aber nichts Passendes. Also habe ich das Rad zurück in die Stadt zu einer Fahrradwerkstatt geschoben.
Der Weg führte dann wieder am Kanal entlang. Das war eher unspektakulär. Da ich sowieso nach Lahr wollte, um einen Helm abzuholen, bin ich dann schnell zurück auf die deutsche Seite. Das Problem war, dass aktuell viele Fahrradläden kaum Ersatzteile und Zubehör haben. Daher hatte ich den Helm bestellt und liefern lassen. Zurück in Deutschland fing es dann auch gleich wieder an zu regnen. Na egal. In Lahr hatte ich dann eine günstige Unterkunft. Allerdings stellte sich schnell raus, dass sie noch zu teuer war. Das Wasser kam aus der Dusche raus und nicht nur das, sondern anderes ekliges Zeug, auch wenn ich das Waschbecken benutzt habe. Und ich glaube, dass im Bett irgendwelche Viecher waren. Ich hatte am nächsten Tag einige Bisse, die nicht von Mücken gekommen sein können.

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Wie sollte es anders sein, auch der 3. Tag hat mich vom Regen nicht verschont. Kurz vorm Europapark (Rust) hat es gleich mal gut geschüttet und sonst gab es auch permanent Regen. Die Strecke gen Süden war aber wirklich ganz nett.

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Am 4. Tag gab es endlich mal Sonne. Die Tour ging teils parallel zur Autobahn, war aber die meiste Zeit auch ganz nett. Es gab die ersten Berge zu sehen und ein paar schicke Städtchen gab es auch.

In Weil am Rhein habe ich dann eine nette Pension gefunden. Für Zelten war es mir noch überall zu nass. Am besten war das Vermieterpärchen. Ich musste immer wieder über ihren gegenseitigen Umgang miteinander schmunzeln. Da gab es immer mal wieder ein paar Schnitzer.

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Ich habe seit April Probleme mit dem linken Bein. Erst der Knöchel, dann die Wade, später der Oberschenkel. Im April kam bei der Untersuchung nichts Genaues bei raus. Im Mai meinten dann unabhängige Ärzte, es wären ein Lendenwirbelproblem. Da die Schmerzen eher schlimmer wurden und ich ja vor hatte, länger unterwegs zu sein, wollte ich das dann noch mal checken lassen.

Die Ergebnisse der Untersuchung führten zu dem Verdacht einer Tiefenvenenthrombose. Diese wurde beim Facharzt dann auch bestätigt. Die Fachärztin hatte ein paar Bedenken zur Weiterfahrt, vor allem wegen des Blutverdünners und möglichen Verletzungsgefahren. Aber ich wollte weiter.
Also ging es dann auch bei weitgehend sonnigen Wetter am Rhein entlang, mal in die Schweiz und wieder zurück. Dabei gab es wunderschöne Abschnitte, aber auch die ersten guten Steigungen. Den Abschluss gab es dann am Campingplatz in Waldshut-Tiengen. Hier war der Rhein schon ordentlich angestiegen.

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Auf und Ab ging es dann weiter größten Teils durch die Schweiz. Es war wieder ein schöner sonniger Tag und das Ziel war der Bodensee. Unterwegs wollte ich dann auch nach einer Unterkunft oder einen Zeltplatz suchen. Leider sagte mir mein Smartphone irgendwann, dass das Geld auf meinem Prepaid-Konto alle war. Ich hatte total vergessen, dass die Schweiz nicht im EU-Roaming ist. So waren in den letzten 2 Tagen mal schnell 17€ weggesaugt, ohne dass ich war groß gemacht habe.
Selbst zurück in Deutschland ist das Smartphone immer wieder ins Schweizer Netz gegangen. Also konnte ich nichts machen als Abwarten, bis ich wieder Netz hatte. Dafür war die Gegend wirklich schön. Für einen sonnigen Samstag im Juli aber auch gut besucht.
Am Bodensee habe ich dann nichts mehr bekommen. Daher bin ich vom westlichen Bodensee weiter gen Norden, weg vom Rheinradweg Richtung Donauradweg. Da wurde es dann aber auch erst mal recht hüglig. Nachdem ich weit mehr als 100 km hinter mir hatte und der Himmel zugezogen ist, habe ich mir ein wenig sorgen gemacht, da weit und breit keine Unterkunft zu finden war. Also habe ich einen Platz zum Zelten gesucht und mit den ersten Tropfen das Zelt aufgebaut. Es hat die Nacht durchgeregnet.

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Zelt und ein Teil der Klamotten waren noch nass, aber ich wollte weiter und es war nicht absehbar, wann alles trocken sein wird. Also in die nassen Klamotten und ab aufs Rad. Bis Tuttlingen war es nicht mehr weit. Vielleicht noch 30 km, die hatten es aber in sich. Es ging ordentlich rauf. Und trotz anfänglich ganz gutem Wetters hat mich dann doch noch ein guter Schauer erwischt. Zum Glück hatte ich schnell ein Garagendach gefunden. Ein echtes Problem war, dass an einer Stelle kein Schild stand, wo ich lang musste. Da ich aktuell nach Schildern fahre, hatte ich auch kein Karten-Back-up. Das war dann auch noch im Tal und in beiden Richtungen ging es bergauf. Da war Hoffen auf die richtige Richtung angesagt, sonst wäre das eine steile Retour gewesen.

Ab Tuttlingen ging es dann ins Donautal. Das ist wirklich ein echtes Highlight. Kann ich nur jedem empfehlen, das für Radfahrer oder auch für Wassersportler. Einziges Problem, es gibt immer mal wieder echt steile und nicht ganz so kurze Anstiege.
Kurz vor meinem Halt habe ich dann noch ein Chili mit lokalem Rindfleisch gegessen und etwas entspannt. Das Wetter war eh unbeständig und ich wollte nichts reißen.

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Bei Beuron an der Donau
Bei Beuron an der Donau

Am nächsten Tag ging es weiter bis Sigmaringen. Leider gab es kurz vorher noch eine eher sinnlose Strecke bergauf durch einen Park. Das sollte man auf solchen Langstreckenradwegen doch bitte jedem selbst entscheiden lassen, ob man mal kurz noch mal 200-300 Höhenmeter machen will, weil man sich was anschauen will. Nicht jeder Reisende auf diesen Langstreckenradwegen ist mit E-Bike oder 8 kg Sportrad unterwegs.
Sigmaringen hat mich echt beeindruckt. Das Schloss, den Teil der Altstadt, den ich beim kurzen Vorbeifahren gesehen habe, das war wirklich ein schöner Anblick.

Ein paar Kilometer weiter bin ich dann auf Babsi und (Name leider vergessen) gestoßen. Sie kamen gerade mit dem Rad von Kreta zurück. Kurios war, dass wir uns auf Kreta hätten begegnen können. Sie sind eingeflogen, als ich noch da war und direkt in den Lockdown, in dem ich da schon steckte. Jetzt sind sie dann gerade von da zurück auf dem Weg gen Westen. Sie hatten auch vor Kurzem Haus und Job aufgegeben und ihr Leben aufs Rad verfrachtet. Wir haben wirklich lange gequatscht und viel gelacht und Erfahrungen ausgetauscht. Am Ende waren es wohl so um die 3 Stunden. Der Abschied viel sichtlich schwer, da wir immer noch so viel zu berichten hatten.
Als wir uns dann trennen konnten, bin ich noch ca. 30 km gefahren. Allerdings bin ich an einigen überfluteten Stellen vorbei gekommen, die ich dann mehr als knöcheltief durchfahren oder umfahren musste.

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Die kure Fahrt nach Ulm verging nicht ganz wie im Flug, da das Wetter wieder mal umgeschlagen ist. Direkt in Ulm hat es dann mal wieder wie aus Kannen geschüttet. Zum Glück hat mir mein Bruder verraten, wo wir letztes Jahr im März eingekehrt sind. Lustigerweise heißt der Laden „Die drei Kannen“. Und so hat es auch gegossen. Hier habe ich ein warmes Essen genossen und ein Bier, bevor ich dann ein Zimmer bezogen habe.

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Kurz hinter Ulm habe ich zwei Radfahrer getroffen, die am Rad am Werkeln waren. Immer wenn ich an anderen Radfahrern vorbeikomme, die am Schieben sind oder am Rad werkeln, habe ich das Bedürfnis zu fragen, ob alles OK ist. Ich würde mich ja auch freuen, wenn mir Leute helfen, wenn ich mal ein Problem habe. Hier war wohl alles OK. Kurze Zeit später hatten sie zu mir aufgeholt. Es war ein Vater mit seiner 15-jährigen Tochter aus Marseille. Sie hatten sich nur Tüten über die Füße gezogen, damit die Füße nicht nass waren. Am Ende sind wir den ganzen Tag zusammen gefahren. Das war wohl das erste Mal für sie. Die zwei fahren schon das 5. Jahr zusammen, immer mal wieder Teilabschnitte. Das fand ich wirklich bewundernswert, vor allem, dass das die Tochter in dem Alter so mitmacht. Am Ende hat mir bei dem echten Mistwetter (es hat den ganzen Tag starken Dauerregen gehabt) eine willkommene Unterhaltung und Ablenkung. Für die zwei war es wohl auch eine willkommene Abwechslung und eine schöne Erfahrung, auch mal Kontakt mit ähnlich gesinnten aufzunehmen.
Als Abschluss habe ich die beiden dann in Donauwörth in die Hafenkneipe geschleppt. Da war ich letztes Jahr auch mit meinem Bruder. Das Essen war wirklich gut (fanden, die beiden auch), das Bier war lecker und es ist eine Kneipe, wie man sie in Bayern wohl mal besuchen muss. Vorwiegend besucht von Stammgästen deftiges Essen und urig. Ich glaube, die zwei Begleiter haben es genossen.

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