BerichteVia Claudia Augusta

Via Claudia Augusta

Die Via Claudia Augusta ist ein Weg, der sich an der historischen Römerstraße gleichen Namens orientiert. Von Donauwörth bin ich ihr bis Trient gefolgt. Das letzte Stück nach Verona bin ich dann aber über den Gardasee gefahren. Am Ende bin ich noch weiter bis nach Bologna.

Die Fahrt nach Augsburg war dann mal wieder an einem sonnigen Tag. Die meiste Zeit war es
recht flach, selten gab es mal Anstiege. Unterwegs habe ich dann zwei Fernwanderer getroffen. Gut, sie machen jedes Jahr immer nur im Urlaub die Wanderreise, aber immer wieder was Neues. Sie machen quasi das, was ich mit dem Rad mache zu Fuß. Dazu ein Bollerwagen mit Gepäck und ein süßer Hund.
In Augsburg musste ich dann mal Lederhosen probieren gehen. Irgendwie hatte ich mir eingeredet, dass es doch cool wäre, mit Lederhose zu reisen. Zum Glück bin ich davon abgekommen. Die Lederhose ist nämlich alles andere als radreisegeeignet. Regen schadet ihr, man schwitzt drin, also wird sie auch nass und das schadet ihr … und so weiter. Aber ne fesche Idee war es schon 😀

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Die nächste Strecke führte dann nicht ganz so weit wie geplant. Es ging bis Waal. Das ist irgendwo im Nirgendwo. Ich musste allerdings früher Schluss machen, weil mein Bein (dieses Mal das andere) schmerzte. Die Fahrt war ganz nett, aber auch nichts unheimlich Spannendes.

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Von Waal ging es dann nach Reutte in Österreich. Hier gab es schon die ersten Berge zu sehen und zu erleben. Es waren noch keine 1000er, aber gereicht hat es am Ende trotzdem. Kurz vor Füssen habe ich dann noch einen Radreisenden getroffen, mit dem ich ein Stück gefahren bin. Es ist immer wieder schön, wenn man mal ein wenig Zeit und Weg mit jemanden verbringen kann. Vor allem hätte ich Neuschwanstein komplett ignoriert, hätte er mich nicht drauf aufmerksam gemacht. Ich habe es zwar nur vom Weiten gesehen, die Touris wollte ich mir nicht geben, aber immerhin habe ich es nicht ignoriert. In Füssen habe ich dann eine kurze Pause gemacht, bis es dann recht entspannt nach Reutte ging.

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Es war mal wieder ein Pausetag angesagt. Ganz so allerdings nicht. Ich bin auf dem Berg gestiegen, auf dem auch die highline 179 ist. Der Aufstieg war echt steil und matschig, da es die letzten Tage geregnet hat. Die highline 179 ist eine der längsten Fußgängerhängebrücken und ist mehr als 400 m lang und 114 m hoch. Man kann durch das Gitter des Bodens runter schauen (kann man natürlich auch, wenn man über das Geländer schaut) und es hat ordentlich geschaukelt.

Dann ging es auf den Fernpass hoch. Das war wirklich die Hölle. Die Steigung war für mein Set-up oft echt zu viel und der Schotter nicht gerade die Lösung. Aber fangen wir am Anfang an. Es gab auch am Anfang schon ein paar Steigungen und abwechselnd Schotter und festen Belag. Das, was alles noch gut zu bewältigen und die Aussicht ein Traum.
Der Anstieg zum Fernpass war dann ja erwartungsgemäß steil. Mit Schmerzen im rechten Bein war das nicht ganz so optimal. Ich habe teils nur mit dem Thrombosebein getreten. Das Beste war dann ein E-Biker, der mir erzählt hat, wie einfach ich es doch hätte, weil ich eine Rohloff-Schaltung habe. Viele der E-Biker scheinen keine Ahnung zu haben, was ein E-Bike ausmacht.

Am Ende habe ich es aber trotzdem geschafft und war echt stolz auf mich. Kurz hinter dem Gipfel habe ich dann einen jungen Wirt angesprochen, der gerade mit dem Hochdruckreiniger beschäftigt war, ob ich den mal fürs Rad nutzen darf. Wir hatten ein kurzes lustiges Gespräch und mein Rad wurde mal wieder etwas sauberer nach all der Schlammschlacht im Regen.
Am Abstieg bin ich dann auf drei Kerle gestoßen. Sie sind in Augsburg los. Einer (Olli) macht gerade sein Sabbatical und will für ein Jahr reisen. Die anderen begleiten ihn für eine Woche. Nach einer ganzen Weile netten Palaverns haben wir uns getrennt und sind separat weiter. Sie wollten auch noch weiter. Ich wollte nur bis Imst. Vor allem wollte ich mir im DM eine Kniebandage besorgen, in der Hoffnung, dass die Schmerzen weniger werden. Einer der drei Jungs hatte ein ähnliches Set-up.

Bis Imst waren es dann doch noch ein paar kleinere Steigungen, aber das war dann ja egal. Das Ende der Etappe war in Sicht.

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Da ich vergessen hatte, im Hotel zu bezahlen, musste ich gleich mal zurückfahren. Zum Glück waren es nur ein paar wenige Kilometer und es war weitgehend flach. Bis Landeck ging es dann auch recht flach. In Landeck ging es dann in den Berg rein. Da gab es anfangs schon mal die eine oder andere stärkere Steigung. Am Campingplatz, der vom Radweg aus sichtbar war, bin ich dann angehalten und habe ich mich ein paar Schweizern (französische Seite) unterhalten. Ich fand es toll, dass sie mit Kind unterwegs waren.
Kurz hinter Landeck bin ich dann auch wieder auf die Berliner Jungs von gestern gestoßen. Sie sind wohl früh aufgestanden, hatten aber den Vormittag komplett verziehen lassen. Einer hatte wohl die Bremsbacken und -züge gewechselt. Also war ich nach bereits 30 gefahrenen Kilometern auf dem Stand, wie die drei.
Ich habe sie irgendwann ziehen lassen, weil sie schneller waren als ich. Aber irgendwann klingelte es hinter mir und die Jungs waren wieder da und schon wieder hinter mir. An dem Punkt habe ich dann beschlossen, mit ihnen weiter zu fahren. Schließlich gab es noch einen Aufstieg zu bewältigen, die „Königsetappe“ auf der Via Claudia Augusta. Und etwas moralische Unterstützung würde wohl guttun.

Die meiste Zeit war es eine ganz gute Strecke mit wenigen kurzen und starken Anstiegen. Kurz hinter der Grenze zur Schweiz (es ging einmal kurz über die Schweiz) gab es jedoch eine echt steile Strecke, an der wir alle zu kämpfen hatten. Dann gab es eine lange Abfahrt an der Straße bis zurück zur österreichischen Grenze, wo der Anstieg begann. Insgesamt war der Anstieg doch moderater, als ich dachte. Einziges Problem war die Länge. Da ging die Pumpe (Herz) schon mal ordentlich ab und musste mit kurzen Stopps wieder runtergefahren werden. Die letzten ca. 500 m hatte ich dann mit schwächer werdenden Beinen zu tun gehabt. Die Kniebandage hat zumindest gewirkt. Und am Ende war ich auf dem Berg bei Nauders. Da wir individuell den Berg hoch sind (macht Sinn bei unterschiedlichen Set-up der Bikes und der Fitness) habe ich die Jungs am Supermarkt wiedergetroffen. Ich habe mir zur Feier des Tages ein Punk IPA gegönnt. Die Jungs wollten noch weiter. Bei mir steckten allerdings 30 km mehr in den Beinen. Für mich war hier Schluss.
In Nauders habe ich mir das günstigste Zimmer gegönnt. Angekommen wurde ich gleich mal promotet und habe ein XXL Zimmer bekommen. Zudem gab es Sauna und Dampfbad, die ich gleich mal probiert habe. Was für ein Tag.

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Der Tag fing gleich mal mit den noch ausstehenden 200 Höhenmetern bis zum Reschenpass an. Dazwischen gab es aber auch den Grenzübergang nach Italien. Nach Frankreich, mehrfach Schweiz und Österreich, nun schon das 4. Fremdland, das ich bereise.

Entlang des Reschensees ging es vorbei am versunkenen Kirchturm. Dieser Turm aus dem 14. Jahrhundert wurde 1950 bei der Stauung des Sees überflutet. Das ist wohl auch nicht ganz so sauber abgelaufen und es wurden wohl einige Behausungen mit überflutet.

Am nächsten See (Haidersee) ging es rechts entlang. Hier ging es rauf und runter. Warum geht es hier nicht auf der linken, flachen Seite weiter? Zumal das letzte Stück dann auch noch offiziell gesperrt war.
Dafür gab es dann einen echt coolen Abstieg auf einer ganz neu gebauten Strecke. Das war steil und mit dem Asphalt trotzdem recht sicher. Es war eine Mordsgaudi.

Unten (ich glaube, es war Schlunders) saßen dann, wie sollte es anders sein, die Berliner Jungs wieder in einer Bar. Es sind nicht gerade die Frühstarter, wenn ich sie wieder mal eingeholt habe. Zusammen haben wie noch ein Radler getrunken und sind gemeinsam aufgebrochen. Hier habe ich mich dann auch auf Bozen eingeschossen, obwohl es für meine (wieder) ca. 30 km mehr doch ein ganz gutes Stück war. Der erste Teil war auch noch ganz nett. Ab Meran wurde der Weg aber eher eintönig und es fing ordentlicher Gegenwind an. Ich habe die Jungs wieder fahren lassen. Das Ziel war aber ein Campingplatz. Bei der Navigation mit Google dahin sollte ich allerdings mit dem Rad über ca. 2 m hoch gelegene Schienen steigen. Was für ein Bullshit Google. Egal, etwas Umweg und ich war nach ca. 120 km am Campingplatz. Leider war da nichts mehr frei. Dafür haben die Jungs ein Zimmer in der Jugendherberge aufgetrieben. Also noch mal aufs Rad und 225 km auf dem Tacho.
Nach ner Dusche haben wir es uns erst im Batzenbräu mit Essen und gutem selbst gebrauten Bier gut gehen lassen. Dann sind wir noch weiter gezogen und haben noch ein Bier unter den Massen am (ich glaube es heißt) Obstplatz gegönnt.

Das Zimmer war leider nach vorne raus und war sehr laut und heiß. Der Schlaf ist dabei kurz gekommen.

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Zur Erholung habe ich mir noch ein relativ günstiges Einzelzimmer in der Jugendherberge gegönnt. Mit eigenem Bad und Klo für den Preis schon ein Luxus.

Der Weg führte mich dann weiter nach Trient (Trento). Es ging das Tal entlang und das war meistens eher unspektakulär. Außer vielen Apfel- und einigen Weinplantagen gab es hauptsächlich Industrie und Stadt zu sehen. Rechts und links verliefen die Berge. Es war diesig, daher war auch Letzteres nicht so spannend. Unterwegs bin ich dann noch auf eine Schweizer Familie gestoßen. Vom Weiten sah es aus wie Mutter, Tochter und Vater auf dem Rad. Die Tochter war aber noch recht jung. Als ich näher kam, stellte sich dann raus, dass die Elternräder auch noch Tandems waren und da noch zwei weitere Kids mit auf reisen waren. Ich war schwer beeindruckt. Wir haben uns auch noch eine Weile unterhalten. Die Eltern waren wohl vor den Kindern echt viel unterwegs. Da gab es viel zu berichten.

Trento ist eine echt schöne Stadt. Vielleicht sage ich das auch, weil es hier für mich sowohl architektonisch als auch sprachlich jetzt den Schnitt nach Italien macht. Im Norden wird doch noch viel deutsch gesprochen und die Häuser sind ähnlich wie in Tirol. Hier fängt jetzt für mich Italien richtig an.

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2-mal bin ich knapp dem Regen entkommen. Die Regenjacke angezogen und gleich verschwitzt gewesen, also die Jacke wieder aus. Es wird langsam warm hier.
Ich habe mich dann entschieden, doch über den Gardasee zu fahren. Am Anfang gab es dann doch einen etwas anstrengenderen Anstieg als ursprünglich gedacht. Es ist kein Fernpass oder Reschenpass, aber es gab gute Steigungen von teils 15 %. Aber am Ende war es das Wert.
Kaum war ich am See, habe ich die Fahrräder der Schweizer Familie gesehen. Sie wollten mit dem Boot über den See fahren. Kurzerhand habe ich mich angeschlossen. Einmal mussten wir umsteigen. Die Zeit haben wir mit den Kids mit UNO vertrieben.
Im Norden hatten sie mir am Bootsticketverkauf gesagt, dass ich bis Peschiera fahren soll. Zu spät hatte ich gemerkt, dass ich besser in Lazise aussteigen hätte sollen. Dann wäre ich noch mal auf die Via Claudia Augusta gekommen und es wäre vielleicht die schönere Route gewesen. So bin ich die Landstraße vom Süden reingefahren. Die war sehr befahren und es war eher unspektakulär.

Die ersten Eindrücke von Verona am Abend … Eine echt schicke Stadt. Am Morgen gilt das übrigens auch.

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Es gab einen eher unspannenden Weg zum Decathlon. Ich musste mal wieder nachkaufen.
Unterwegs habe ich dann eine deutsche Motocrossfamilie an einer Strecke angesprochen und gleich mal ein eiskaltes alkoholfreies Bier spendiert bekommen.
Mantura war echt auch eine schöne Stadt. Sicherlich kommen hier eher weniger Touristen vorbei als in Verona. Es ist kleiner, aber auch sehr schön und gut für einen Stopp.

Ich bin immer wieder den Eurovelo 7 (Sonnenroute / Ciclovia del sole) entlang gefahren, wenn ich mich nicht mal wieder verfahren habe. Der Stopp in Crevalcore war eher ein Kompromiss. Bis Bologna war es mir zu weit. Und mit nur noch 30 km bis Bologna konnte ich Bologna mit nur einer Übernachtung besichtigen.

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Der Weg nach Bologna – über 7 äh 1000 Brücken musst du gehn. Über jeden der Kanäle zur Bewässerung, und davon gibt es viele, gibt es eine Brücke, die teils sehr steil sind. Sonst war der Weg auch noch Eurovelo 7 eher unspannend und ging teils auch an den Schienen entlang.

Die Einfahrt nach Bologna war sehr verkehrsreich, aber immerhin habe ich den Wanda Song spielen lassen. Die Stadt ist ganz nett, aber nach Trient und Verona hat sie mich nicht richtig begeistert.

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Am 31.7. habe ich mich von Freunden abholen lassen. Wir haben das Fahrrad auf den Bus aufgeladen und sind dann in die Berge nach Arsicci bei Città di Castello gefahren. Da haben wir dann mit noch anderen Familien die Seele baumeln lassen.

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